Redcare Pharmacy-Aktie bricht wegen enttäuschter Erwartungen ein: Umsatz zweistellig gesteigert

Redcare Pharmacy hat im Schlussquartal und Gesamtjahr beim Umsatz zweistellige Wachstumsraten erzielt, ist aber unterhalb der Markterwartungen geblieben.
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Wie die Online-Apotheke mitteilte, stieg der Umsatz nach vorläufigen Ergebnissen im vierten Quartal auf 794 Millionen Euro, im Vorjahresvergleich war dies ein Wachstum von 18 Prozent. Im Gesamtjahr betrug das Umsatzplus 24 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. Analysten in einer Factset-Konsensschätzung hatten im Schnitt mit 817,3 Millionen Euro bzw 2,97 Milliarden gerechnet.
Der Non-Rx-Umsatz, also der Umsatz bei nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln, entwickelte sich CEO Olaf Heinrich zufolge im vierten Quartal "in einigen Märkten verhalten", das MDAX-Unternehmen habe aber seine "führende Position beim E-Rezept in Deutschland weiter ausgebaut". Die Zahl der aktiven Kunden und Kundinnen sei im Gesamtjahr um 1,4 Millionen auf 13,9 Millionen gestiegen.
Den Angaben zufolge stiegen die Non-Rx-Umsätze im Schlussquartal um 9 Prozent auf 483 Millionen Euro, im Gesamtjahr betrugen sie 1,9 Milliarden Euro nach 1,6 Milliarden.
Die Rx-Umsätze, also der Umsatz bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln, legte im vierten Quartal um 34 Prozent zu auf 311 Millionen Euro zu. Davon entfielen 155 Millionen Euro auf Deutschland, ein Zuwachs von 60 Prozent. Im Gesamtjahr betrug der Rx-Umsatzanstieg im deutschen Markt 98 Prozent auf 503 Millionen Euro.
Die Redcare Pharmacy N.V. will den Geschäftsbericht für 2025 am 4. März veröffentlichen.
Redcare-Aktie ins Minus - Umsatz enttäuscht teils
Teils schwächer als erwartete Umsatzzahlen im vierten Quartal haben die Aktie von Redcare Pharmacy am Mittwoch belastet. Das Papier der Versandapotheke (Shop Apotheke), das seit Anfang November wieder auf Tiefständen von vor rund drei Jahren notiert und sich erst langsam wieder angefangen hatte zu erholen, gab als Schlusslicht im MDAX via XETRA zuletzt um 6,85 Prozent ab auf 66,60 Euro. Analysten verwiesen vor allem darauf, dass die Erlöse mit rezeptfreien Medikamenten enttäuscht hatten.
Analyst Martin Comtesse von Jefferies, der sich am Vortag vor dem Zwischenbericht von Redcare noch optimistisch geäußert hatte, sprach nun von einer durchwachsenen Geschäftsentwicklung: Zwar sei das Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten in Deutschland zum Jahresende stark gewachsen, doch das verlangsamte Wachstum mit rezeptfreien Mitteln inmitten der Grippesaison sei eine "klar negative Überraschung".
Insgesamt aber sei der Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 24 Prozent gestiegen, was in starkem Kontrast zum rund 50-prozentigen Kursrückgang der Aktie in derselben Zeit stehe. Entsprechend sieht Comtesse 2026 Aufwärtspotenzial.
Analyst Felix Dennl von der Privatbank Metzler äußerte sich ebenfalls negativ über das deutlich abgeschwächte Umsatzwachstum im Geschäftsbereich Rezeptfreies. Das sei umso erstaunlicher, da die Zahl der Grippeerkrankungen in Deutschland 2025 vor allem im Dezember höher gewesen sei als im Jahr zuvor. Über den kräftigen Wachstumsschub von rund 60 Prozent durch das elektronische Rezept im vierten Quartal äußerte sich Dennl positiv, und sieht darin eine verstärkte Nutzung dieser Möglichkeit der Medikamentenbestellung durch chronisch Kranke. Zudem dürfte eine höhere Aktivitätsrate und Bestellhäufigkeit den Anstieg des aktiven Kundenstamms auf nunmehr 13,9 Millionen erklären.
Druck auf den Aktienkurs hatte der Metzler-Analyst angesichts des Zahlenwerks zwar erwartet, bleibt aber von den "mittelfristigen strukturellen Wachstumschancen überzeugt". So könnte eine mögliche Erhöhung der Zuzahlung für verschreibungspflichtige Medikamente für gesetzlich Krankenversicherte in Deutschland Verbraucher dazu anregen, ihre Einkäufe von stationären Apotheken auf günstigere Online-Alternativen zu verlagern, erwartet Dennl.
DOW JONES / FRANKFURT (dpa-AFX Broker)
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Bildquellen: Redcare Pharmacy
