16.11.2021 17:55

thyssenkrupp-Aktie zieht kräftig an: thyssenkrupp will offenbar 5 Milliarden Euro mit Elektrolyse-IPO erlösen

Wasserstoff-IPO: thyssenkrupp-Aktie zieht kräftig an: thyssenkrupp will offenbar 5 Milliarden Euro mit Elektrolyse-IPO erlösen | Nachricht | finanzen.net
Wasserstoff-IPO
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thyssenkrupp treibt einen Börsengang der Elektrolyseeinheit Uhde Chlorine Engineers voran, die beim Bau von Wasserstoffproduktionsanlagen hilft, berichtet Bloomberg unter Berufung auf ungenannte Quellen.
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Die Börsennotierung könnte laut Bloomberg einen Wert von bis zu 5 Milliarden Euro haben. Der deutsche Stahlhersteller thyssenkrupp hatte zuvor erwogen, Uhde - ein Joint Venture mit der italienischen Industrie De Nora - über eine spezielle Übernahmegesellschaft an die Börse zu bringen, bevor er sich für den Weg des Börsengangs entschied, so Bloomberg.

thyssenkrupp-Aktie springt wegen IPO-Fantasie über 10-Euro-Marke

Ein möglicher Börsengang (IPO) des Wasserstoffgeschäfts und die Spekulation über eine hohe Bewertung haben die Anleger von thyssenkrupp am Dienstag in Feierlaune versetzt. Nach einigen Monaten der Flaute wurden die Aktien des Industrie- und Stahlkonzerns dank eines Kurssprunges erstmals seit Juni wieder zu Kursen über zehn Euro gehandelt. Von den IPO-Überlegungen berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Kreise.

Letztlich steigerten die Aktien ihr Plus mit 10,35 Euro auf 12,01 Prozent. Sie erreichten damit den höchsten Stand seit Mai diesen Jahres und waren der unangefochtene Spitzenreiter im MDAX. Die Aktien kehrten dabei schwungvoll über die 200-Tage-Linie zurück. Diese ist unter charttechnisch orientierten Anlegern ein beliebter Indikator für den längerfristigen Trend. Abgesehen von einem kurzen Ausflug Ende August hatte die Aktien letztmals im Juli deutlich darüber gestanden.

In dem Bloomberg-Bericht geht es um Überlegungen, das Gemeinschaftsunternehmen Uhde Chlorine Engineers im ersten Quartal 2022 an die Börse zu bringen. Die Diskussion darüber ist nicht neu. Analyst Christian Obst von der Baader Bank wies in einer Studie darauf hin, dass solche Überlegungen "kein Geheimnis" seien und es sich so vor allem um den Zeitpunkt und den Preis drehe.

Seit dem Frühjahr war bekannt, dass thyssenkrupp zusammen mit der Investmentbank Citigroup verschiedene Optionen für Uhde Chlorine Engineers auslotet, um mit den frei werdenden Geldern das Wachstum voranzutreiben. Vorstandschefin Martina Merz hatte damals neben einem möglichen Börsengang auch die Option einer Fusion mit einem sogenannten Börsenmantel (Spac) ins Spiel gebracht.

Wie es in dem Bericht weiter heißt, könnte das Geschäft mit bis zu fünf Milliarden Euro bewertet werden. Tom Zhang von der britischen Barclays-Bank zeigte sich positiv überrascht von dieser Summe, denn er habe den Gesamtwert des Gemeinschaftsunternehmens bislang auf maximal 3,3 Milliarden geschätzt. Nachdem Ende 2020 der große Wasserstoff-Hype zunächst als Zeitpunkt verpasst worden sei, habe er bislang damit gerechnet, dass das Geschäft weiterentwickelt und erst später zu Geld gemacht würde.

Die Bank of America, die 2020 zu den ersten zählte, die auf das Wasserstoff-Geschäft von thyssenkrupp aufmerksam machte, reihte sich am Dienstag mit einem positiven Kommentar ein. Laut Analyst Jason Fairclough dürfte der größte Teil des impliziten Wertzuwachses den Aktieninhabern zugute kommen, sollte der Börsengang tatsächlich kommen. Auch der Bofa-Experte betonte, der kolportierte Wert sei höher als von ihm vor etwa einem Jahr in Aussicht gestellt.

Fairclough berechnete den auf thyssenkrupp entfallenden Anteil auf etwa 3,3 Milliarden Euro, da Uhde zu zwei Dritteln dem Stahl- und Industriekonzern gehört. Die restlichen Anteile hält der italienische De-Nora-Konzern. Im Verhältnis zur Thyssen-Marktkapitalisierung, die am Dienstag mit dem Kurssprung die Sechs-Milliarden-Marke übersprang, hält der Experte eine Kurssteigerung um 50 Prozent oder mehr für möglich. Sein Kursziel liegt mit 16 Euro ohnehin schon deutlich über dem aktuellen Niveau.

Laut dem Jefferies-Experten Alan Spence dürften die Berichte erneut das Interesse der Anleger auf die Frage lenken, ob der Konzern sein Produktportfolio optimieren kann. Schon im Frühjahr hatte die Sparte nach dem gescheiterten Verkauf der Stahlsparte mit ihrem Potenzial zur Fantasie der Anleger beigetragen. Im März hatte sich der Aktienkurs getrieben von Hoffnung auf wieder bessere Zeiten binnen weniger Monate bis auf zwölf Euro vervielfacht. Danach war es ruhiger geworden um die Aktien.

NEW YORK (Dow Jones) / FRANKFURT (dpa-AFX)

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