finanzen.net
21.07.2020 17:55

Deutsche Post-Aktie fester: Ein gelber Fels in Krisenzeiten

Widerstandsfähig: Deutsche Post-Aktie fester: Ein gelber Fels in Krisenzeiten | Nachricht | finanzen.net
Widerstandsfähig
Folgen
In der Corona-Krise hat sich gezeigt, wie widerstandsfähig das Geschäftsmodell der Deutschen Post ist.
Werbung
Natürlich hat die Pandemie auch die Bonner getroffen, aber weniger hart als erwartet. Die Aktie hat die Kursverluste bereits komplett wieder wettgemacht und ist auf ihr bisheriges Jahreshoch gestiegen. Was im Unternehmen los ist, wie Analysten die Perspektiven einschätzen und wie sich die Aktie entwickelt hat.

DAS IST LOS BEI DER DEUTSCHEN POST:

Die Geschäfte in China und Europa erholen sich langsam, der Post-Vorstand hat sich wieder ein Jahresziel gesetzt, und Zahlen des zweiten Quartals sind besser ausgefallen als erwartet. Damit kehrt der Konzern allmählich zur Normalität zurück und das nach Einschätzung von Analysten recht schnell.

Nach einem Ergebniseinbruch im ersten Quartal legte der Konzern in den Monaten Mai und Juni beim operativen Gewinn (Ebit) bereits wieder zu. Nach vorläufigen Zahlen stieg das Ebit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16 Prozent auf 890 Millionen Euro. Darin seien neben Belastungen von rund 100 Millionen Euro aus der Neuausrichtung des Elektrolieferwagens Streetscooter auch weitere 100 Millionen Euro an Sonderabschreibungen im Zusammenhang mit dem Corona-Lockdown enthalten, hieß es vonseiten des Konzerns.

Bereinigt um Sonderposten aus dem Vorjahr und in diesem Jahr habe das operative Ergebnis sogar um ein Viertel zugelegt, rechneten die Bonner vor. Die endgültigen Zahlen will die Post mit dem Halbjahresbericht am 5. August vorlegen.

Auch eine Prognose traut sich Post-Chef Frank Appel wieder zu. Wie viele andere Unternehmen hatten die Post ihre Ziele im Zuge der Corona-Pandemie zurückgenommen. Jetzt erwartet das Management für 2020 vor Zinsen und Steuern (Ebit) einen Gewinn von 3,5 bis 3,8 Milliarden. Das ist nicht mehr so viel wie die 4,1 Milliarden aus dem Vorjahr und auch nicht soviel wie ursprünglich vor der Corona-Pandemie mit über 5 Milliarden angepeilt. Doch die vorläufigen Ergebnisse von April bis Juni stimmten zuversichtlich, hieß es.

Appel hatte das ursprüngliche Ebit-Ziel von 5 Milliarden Euro bereits Jahre zuvor ausgegeben. Die Krise machte dem Konzern aber einen Strich durch die Rechnung, und auch mit dem Streetscooter lief es nicht wie geplant. Als die Post ihr Gewinnziel bereits Ende Februar unter Vorbehalt gestellt hatte, erklärte sie zugleich das Aus für den Streetscooter. Die Produktion wird noch in diesem Jahr eingestellt.

Der Plan, einen Investor für die Tochter zu finden, ist damit fehlgeschlagen. Appel sprach kürzlich vom richtigen Zeitpunkt, die Reißleine zu ziehen. "Weil wir die Autos ja jetzt am Markt gar nicht verkaufen könnten so einfach", begründete er mit Blick auf die Corona-Krise und deren Folgen für die Wirtschaft.

Die Aktionäre sollen für 2019 nach der nun für 27. August geplanten Hauptversammlung eine stabile Dividende von 1,15 Euro je Aktie erhalten. Der ursprüngliche Vorschlag hatte mit 1,25 Euro jedoch etwas höher gelegen. Zusätzliches Geld nimmt die Post für die Mitarbeiter in die Hand: Die weltweit mehr als 500 000 Beschäftigten sollen angesichts der Corona-Krise einen einmaligen Bonus von 300 Euro bekommen, was den Konzern im dritten Quartal rund 200 Millionen Euro kosten wird.

Allerdings schloss Konzern-Chef Appel zuletzt auch Entlassungen nicht aus - trotz eines robusten Geschäftsverlaufs während der Krise: Wenn es Kunden wegen der Corona-Krise schlecht gehe, wirke sich dies auch auf die Post als Dienstleister aus. "Dann sind wir die Leidtragenden", sagte Appel. So habe man im Laufe der Krise bereits Beschäftigte vorübergehend in anderen Sparten des Bereichs untergebracht.

DAS SAGEN ANALYSTEN:

Die Mehrheit der im dpa-AFX-Analyser erfassten Analysten, die sich seit Mai zur Deutsche Post geäußert haben, rät zum Kauf der "Aktie Gelb". Insgesamt 11 von 15 Experten sind dieser Meinung, der Rest würde die Aktie zumindest halten. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei gut 36 Euro und damit im Moment etwa einen Euro über dem aktuellen Kurs der Aktie. Besonders optimistisch sind unter anderem die Deutsche Bank und Berenberg. Beide Banken trauen dem Kurs einen weiteren Anstieg auf 40 Euro zu.

Die Erholung im zweiten Quartal sei "erstaunlich schnell" gegangen, schrieb die Deutsche Bank. Analyst William Fitzalan Howard von der Berenberg Bank beschreibt das Geschäftsmodell der Post als eines der widerstandsfähigsten in der Corona-Krise. Außerdem liege die neue Prognose zehn Prozent über den Erwartungen.

Analyst Per-Ola Hellgren von der Landesbank Baden-Württemberg sieht als Hauptrisiko nach wie vor eine mittelfristig geschwächte Nachfrage nach Logistikdienstleistungen durch die eingebrochene Weltwirtschaft. Die vom Online-Handel getriebenen Sendungen sowohl international als auch im deutschen Paketgeschäft hätten sich seit Ende März gut entwickelt. Die neue Prognose, die der Konzern erst kürzlich verkündet hat, hält Hellgren für durchaus erreichbar. "Das Geschäftsmodell der deutschen Post hat sich weitgehend immun gegen die Folgen der Corona-Krise gezeigt", schrieb er.

DAS MACHT DIE AKTIE:

Die Aktie der Deutschen Post hat sich nach dem Corona-Crash nicht nur erholt, sondern erreichte an diesem Montag mit 35,43 Euro sogar den höchsten Stand seit Mai 2018. Im März hatte die Pandemie den Kurs fast bis auf 19 Euro abstürzen lassen. Insgesamt steht nun auf Jahressicht ein Plus von mehr als drei Prozent - inzwischen ist trotz Corona auch wieder das Rekordhoch im Blick.

Ihren bisher höchsten Stand hatte die Post-Aktie Ende 2017 erreicht. Damals war der Kurs auf mehr als 41 Euro gestiegen. 2018 war allerdings kein gutes Jahr für die Post. Der Umbau des Brief- und Paketgeschäfts hatte den Konzern viel Geld gekostet, das belastete auch den Kurs der Aktie. Ende 2018 kostete das Papier nur noch etwas mehr als 23 Euro. Im folgenden Jahr ging es wieder aufwärts, bis die Corona-Krise den Kurs vorübergehend wieder nach unten riss.

Anleger, die vor einem Jahr Aktien gekauft haben, haben trotz der Corona-Krise bisher ein Plus von fast 20 Prozent erzielt. Auf lange Sicht sieht die Bilanz ähnlich aus: Innerhalb der vergangenen fünf Jahre zog der Kurs um gut ein Viertel an - damit schnitt die Aktie in beiden Zeiträumen besser ab als der deutsche Leitindex DAX.

Die Deutsche Post kommt nach der jüngsten Rally an der Börse derzeit auf eine Marktkapitalisierung von knapp 43 Milliarden Euro. Fast 80 Prozent der 2000 für 21 Euro das Stück vom Staat an der Börse platzierten Post-Aktien befinden sich im Streubesitz. Größter Aktionär ist nach wie vor der deutsche Staat, der über die Förderbank KfW 20,6 Prozent der Anteile hält.

Am Dienstag kletterte die Deutsche Post-Aktie im XETRA-Handel letztlich um 0,62 Prozent auf 35,52 Euro.

/knd/stw/he

BONN (dpa-AFX)

Werbung

Aktuelle Zertifikate von

NameTypWKNHebel
Mini Future Long auf Deutsche PostJC4M8F
Open End Turbo Put Optionsschein auf Deutsche PostJC4P12
Den Basisprospekt sowie die endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie hier: JC4M8F, JC4P12. Beachten Sie auch die weiteren Hinweise** zu dieser Werbung.
Bildquellen: Vytautas Kielaitis / Shutterstock.com

Nachrichten zu Deutsche Post AG

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Deutsche Post AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
17.09.2020Deutsche Post buyUBS AG
16.09.2020Deutsche Post NeutralCredit Suisse Group
03.09.2020Deutsche Post kaufenDZ BANK
03.09.2020Deutsche Post buyJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
02.09.2020Deutsche Post HoldKepler Cheuvreux
17.09.2020Deutsche Post buyUBS AG
03.09.2020Deutsche Post kaufenDZ BANK
03.09.2020Deutsche Post buyJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
27.08.2020Deutsche Post OutperformBernstein Research
26.08.2020Deutsche Post addBaader Bank
16.09.2020Deutsche Post NeutralCredit Suisse Group
02.09.2020Deutsche Post HoldKepler Cheuvreux
11.08.2020Deutsche Post HoldWarburg Research
05.08.2020Deutsche Post market-performBernstein Research
03.08.2020Deutsche Post market-performBernstein Research
02.03.2020Deutsche Post UnderperformCredit Suisse Group
18.12.2019Deutsche Post UnderperformCredit Suisse Group
12.11.2019Deutsche Post UnderweightJP Morgan Chase & Co.
03.10.2019Deutsche Post UnderweightJP Morgan Chase & Co.
02.10.2019Deutsche Post UnderperformCredit Suisse Group

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Deutsche Post AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!
Werbung

Heute im Fokus

DAX geht im Minus ins Wochenende -- US-Börsen leichter -- Lufthansas A380-Flotte wohl vor endgültigem Aus -- S&P bestätigt BASF-Rating -- Lufthansa, Wirecard, Nordex, GRENKE im Fokus

EU sichert sich 300 Millionen Corona-Impfstoffdosen von Sanofi und GSK. CAIXABANK legt Offerte für vom Staat gerettete BANKIA vor. Fahrer soll geschlafen haben: Tesla auf Autobahn in Kanada gestoppt. Citigroup bietet 6.000 Arbeitsplätze für junge Menschen in Asien an. LSE spricht exklusiv mit Euronext über Borsa Italiana-Verkauf. Rennen um Corona-Impfstoff: Fresenius-Chef kritisiert Alleingänge.

Umfrage

Wo sehen Sie den Bitcoin-Kurs Ende 2020?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Apple Inc.865985
TeslaA1CX3T
BioNTechA2PSR2
Daimler AG710000
NEL ASAA0B733
Deutsche Bank AG514000
Amazon906866
GRENKE AGA161N3
BayerBAY001
NVIDIA Corp.918422
Microsoft Corp.870747
Ballard Power Inc.A0RENB
NikolaA2P4A9
XiaomiA2JNY1
BYD Co. Ltd.A0M4W9