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11.12.2019 17:49
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FAA-Chef: Wiederzulassung der Boeing 737 Max erst im nächsten Jahr - Aktie unter Druck

Zertifizierung zieht sich: FAA-Chef: Wiederzulassung der Boeing 737 Max erst im nächsten Jahr - Aktie unter Druck | Nachricht | finanzen.net
Zertifizierung zieht sich
Das Flugverbot für Boeings Mittelstreckenjet 737 Max wird nach Behördenangaben nicht vor Anfang nächsten Jahres aufgehoben.
Schlechte Nachrichten für Boeing: Die US-Luftfahrtaufsicht FAA schließt eine Wiederzulassung des nach zwei Abstürzen mit Startverboten belegten Unglücksjets 737 Max für dieses Jahr aus. Das sagte FAA-Chef Steve Dickson am Mittwoch dem US-Sender CNBC. "Wir werden bei dem Prozess alle nötigen Schritte befolgen, wie lange auch immer es dauern wird", so Dickson in dem TV-Interview.

Die Aufsicht werde die Sache sehr sorgfältig prüfen, denn Sicherheit habe bei diesem Flugzeug die absolute Priorität, erklärte der Behördenchef weiter. Damit zerschlägt sich Boeings Hoffnung, seinen am stärksten gefragten Flugzeugtyp und einen seiner wichtigsten Profitbringer noch in diesem Jahr wieder in die Luft zu bekommen.

Die Ansage Dicksons kommt indes wenig überraschend, die FAA hatte Boeings Optimismus, dass der Krisenflieger schnell wieder abheben darf, bereits Ende November gedämpft. Der Airbus -Rivale hatte bis zuletzt noch Zuversicht verbreitet, rasch eine FAA-Zertifizierung der überarbeiteten Steuerungs-Software MCAS zu bekommen. Das Programm gilt als Hauptursache der zwei Abstürze mit insgesamt 346 Toten.

Boeing hatte im November die Hoffnung geäußert, dass die FAA die Verbesserungen an der 737 Max noch vor dem Jahreswechsel abnickt. Dann wollte der Hersteller im Januar die neuen Trainingspläne für die Piloten entwickeln. In jedem Fall wird es nach der Wiederzulassung mehrere Wochen oder Monate dauern, bis die Fluggesellschaften ihre Maschinen in Betrieb nehmen können. Boeing setzt zunächst vor allem darauf, den Bestseller möglichst schnell wieder ausliefern zu können.

Zu den 737-Max-Kunden zählen in Europa etwa der Billigflieger Ryanair, der Reisekonzern TUI und der Lufthansa-Ableger Sunexpress. In den USA haben die großen heimischen Fluggesellschaften Southwest, United und American Airlines den Krisenflieger in ihren Flotten. Der Ausfall des Jets hat bereits zur Streichung zahlreicher Flüge geführt und ist besonders in der von starkem Reiseaufkommen geprägten Weihnachtszeit eine große Belastung für die Fluglinien.

Luftfahrtbehörden in aller Welt hatten im März, nach dem zweiten verheerenden Absturz binnen fünf Monaten, ein Startverbot für die 737 Max erlassen. Bei dem Typ handelt es sich um die spritsparende Neuauflage des Mittelstreckenjets Boeing 737. Die für die Max entwickelte Steuerungssoftware MCAS wird für die Abstürze mitverantwortlich gemacht. Boeing will die Mängel mit einem Update beheben. Zwischenzeitlich tauchten aber noch weitere Probleme auf.

FAA-Chef Dickson soll an diesem Mittwoch vor einem Kongressausschuss in den USA aussagen. Dabei soll es auch um Fehler bei der Zulassung des Jets durch die US-Behörde gehen. Ob bei der ursprünglichen 737-Max-Zertifizierung alles mit rechten Dingen zuging, ist in den USA Gegenstand verschiedener Ermittlungen. Boeing wird vorgeworfen, die Unglücksflieger im scharfen Wettbewerb mit Airbus überstürzt auf den Markt gebracht und dabei die Sicherheit vernachlässigt zu haben.

Die Boeing-Aktie verliert im NYSE-Handel derzeit 1,39 Prozent auf 343,07 US-Dollar.

/hbr/stw/DP/eas

WASHINGTON (dpa-AFX)

Bildquellen: Thor Jorgen Udvang / Shutterstock.com, Boeing

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