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Gold nach Erreichen eines neuen Rekordhochs: Wie weit kann die Goldpreis-Rally noch gehen?

11.12.23 23:16 Uhr

Gold nach Erreichen eines neuen Rekordhochs: Wie weit kann die Goldpreis-Rally noch gehen? | finanzen.net

Der Goldpreis legte in den vergangenen Wochen eine beeindruckende Rally hin, die am 4. Dezember durch ein neues Rekordhoch vergoldet wurde. Erstmals in seiner Geschichte knackte das gelbe Edelmetall die 2.100-Dollar-Marke. Doch es könnte noch deutlich weiter bergauf gehen, wie einige Experten prognostizieren.

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• Goldpreis knackt erstmals die 2.100 Dollar-Marke
• Viele Analysten erwarten wegen sinkender Zinsen weiteren Bull-Run
• Andere Experten warnen: Schon viel Positives eingepreist

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Der Goldpreis kannte in den vergangenen zwei Monaten quasi nur eine Richtung, und zwar die gen Norden. Notierte das Edelmetall Anfang Oktober nur knapp über der 1.800-Dollar-Marke, markierte es am 4. Dezember bei einem Preis von 2.152,30 Dollar je Unze ein neues Rekordhoch. Von diesem Allzeitrekordstand ging es in den vergangenen Tagen im Rahmen einer kleinen Korrektur wieder etwas nach unten - dennoch befindet sich Gold bei einem aktuellen Preis von 2.020,80 Dollar (Stand: 8. Dezember 2023) je Unze seit Jahresanfang über 10 Prozent im Plus. Einigen Rohstoffanalysten zufolge dürfte Gold trotz der jüngsten Aufwärtsbewegung noch hohes Kurspotenzial bieten.

Sinkende Zinsen dürften Goldanlegern in die Karten spielen

"Ich denke, Gold befindet sich in den Anfängen eines Bullenmarktes, der zu neuen Höchstständen ausbricht", meint beispielsweise Mike McGlone, Bloomberg Intelligence Senior Macro Strategist, gegenüber "yahoo finance". McGlone sieht die Aussicht auf sinkende Leitzinsen als Katalysator für einen anhaltenden Goldpreisanstieg: Die bereits sinkenden Zinsen auf zehnjährige Staatsanleihen seien wohl der Hauptgrund für die Goldrally gewesen. So gewinnt Gold, das keine Zinsen abwirft, gegenüber Anleihen an Beliebtheit, wenn sich die Zinsen - und somit die Anleiherenditen - verringern. Demnach dürften sich die für das kommende Jahr allgemein erwarteten Leitzinssenkungen vonseiten verschiedener Notenbanken wie Fed, EZB, Bank of England, SNB & Co. positiv auf den Goldpreis auswirken.

Michele Schneider: Gold bald bei 3.000 US-Dollar

Michele Schneider, Partnerin und Leiterin der Handelsausbildung und -forschung bei MarketGauge.com, zeigt sich dabei besonders optimistisch. Sie geht davon aus, dass Gold schon bald die Marke von 3.000 Dollar erreichen könnte. Schneider sei beeindruckt davon gewesen, dass sich Gold trotz "eines stabilen Dollars und höherer Zinsen" in der jüngeren Vergangenheit stets nahe der 2.000 Dollar-Marke gehalten habe. Eigentlich wirken sich sowohl ein starker US-Dollar als auch höhere Zinsen negativ auf den Goldpreis aus. Dennoch sei die Nachfrage nach Gold als "sicherer Hafen" auf einem hohen Niveau verblieben - weitere Kursgewinne bei einem für Gold freundlicheren makroökonomischen Umfeld seien deshalb sehr wahrscheinlich. Ebenso dürften die geopolitischen Unsicherheiten rund um die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten weiterhin das Gold-Kaufinteresse antreiben.

Auch diese Analysten sehen weiterhin Aufwärtspotenzial

So sieht es auch Heng Koon How, Leiter der Abteilung Marktstrategie bei UOB. "Der erwartete Rückgang des Dollars und der Zinssätze im Jahr 2024 sind die wichtigsten positiven Faktoren für den Goldpreis", wie Heng Koon How in einer E-Mail an "CNBC" ausführt. Er geht davon aus, dass der Goldpreis bis Ende 2024 bis zu 2.200 Dollar pro Unze erreichen könnte. Der Fundstrat-Experte Marc Newton ist sogar noch bullisher und gab zuletzt 2.500 Dollar als sein mittelfristiges Goldpreis-Ziel aus. Weiterhin dürften auch die derzeit massiven Gold-Zukäufe vonseiten der Zentralbanken für Auftrieb sorgen, wie der Analyst Bart Melek, Leiter der Abteilung Rohstoffstrategie bei TD Securities, im "CNBC"-Interwiew betont.

Was gegen eine Goldpreis-Rally sprechen könnte

Jedoch gehen nicht alle Analysten, die den Goldpreis beobachten, von einer Fortsetzung der Rally aus. Zu den Skeptikern gehört Rob Haworth, Senior Investment Strategy Director bei der US Bank Asset Management Group. "Niedrigere Zinssätze, die auf die Hoffnung der Anleger auf Zinssenkungen der Fed im Jahr 2024 zurückzuführen sind, und ein schwächerer Dollar haben in den letzten acht Wochen für eine gewisse Unterstützung gesorgt", ordnet Rob Haworth seine Ansicht auf das jüngere Marktgeschehen ein. Haworth fügt dann laut "yahoo finance" hinzu: "Eine wichtige Frage für bullische Goldanleger ist, ob diese Trends anhalten können. Eine immer noch wachsende US-Wirtschaft und wenige Anzeichen dafür, dass die Fed Zinssenkungen in Erwägung zieht, dürften die kurzfristige Begeisterung für Gold dämpfen." Wenn die Hoffnungen auf Leitzinssenkungen im kommenden Jahr sich als verfrüht erweisen werden, dürfte das Haworth zufolge den Goldpreis belasten. Es sei folglich schon viel Optimismus bei Gold eingepreist.

In eine ähnliche Kerbe schlägt Octavio Marenzi, CEO von Opimus. Marenzi warnt Anleger davor, dem Gold-Bull-Run nachzurennen und sich erst nach den Kursgewinnen mit dem Edelmetall einzudecken. "Der größte Fehler ist es, dem Markt hinterherzulaufen und einen Tag zu spät in die heißen Anlageklassen einzusteigen, nachdem sie eine große Rallye und einen großen Sprung gemacht haben", sagte Marenzi gegenüber "yahoo finance live".

Goldpreis auch von Entwicklungen an der Inflationsfront abhängig

Einen wichtigen Einfluss auf den Goldpreis werden neben der Zins- und Dollarentwicklung auch die kommenden Inflationszahlen haben. Sollte sich der zuletzt zu beobachtende Trend einer geringeren Preisteuerung fortsetzen, dürfte die Rolle des Goldes als beliebter Inflationsschutz abnehmen. Einige Marktbeobachter gehen jedoch davon aus, dass es noch deutlich zu früh sei, ein Ende der hohen Inflationsraten auszurufen. Beispielsweise geht der Schweizer Börsenguru Marc Faber davon aus, dass die Inflationsraten langfristig hoch bleiben werden, weshalb er dringend zum Kauf von Gold und Silber sowie besonders zu Aktien aus dem Edelmetallsektor rät. Robert Kiyosaki, Autor des Bestsellers "Rich Dad, Poor Dad" (1997) sieht das ähnlich wie Faber und empfiehlt nicht nur den Kauf von Gold und Silber, sondern auch von Bitcoin.

Es sind somit viele Faktoren - Inflationsraten, Leitzinsentwicklung, Dollarperformance, geopolitisches Umfeld, Goldnachfrage vonseiten der Notenbanken -, die die weitere Entwicklung des Goldpreises beeinflussen. Welche Faktoren sich wie entwickeln werden, ist letztlich schwer zu prognostizieren - Fakt ist hingegen, dass sich das Kaufinteresse der Goldanleger derzeit auf einem hohen Niveau befindet.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Lisa S. / Shutterstock, filmfoto / Shutterstock.com

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