finanzen.net
02.07.2019 15:16
Bewerten
(3)

'OPEC+' einigt sich auf Verlängerung des Erdöl-Förderlimits

Zweites Halbjahr: 'OPEC+' einigt sich auf Verlängerung des Erdöl-Förderlimits | Nachricht | finanzen.net
Zweites Halbjahr
DRUCKEN
Das Ölkartell Opec und die mit ihm kooperierenden Staaten wie Russland haben sich für weitere neun Monate auf Erdöl-Förderlimits verständigt.
Die 14 Opec-Staaten und die 10 Nicht-Opec-Länder einigten sich bei ihrem Treffen am Dienstag in Wien darauf, die bereits seit Dezember 2018 geltenden Produktionsquoten beizubehalten. Das teilten der venezolanische Ölminister Manuel Salvador Quevedo Fernandez und der russische Energieminister Alexander Nowak mit. Die Verbraucher müssen sich aller Voraussicht nach auf höhere Preise für Benzin und Heizöl einstellen - eine vermutliche Folge nicht nur dieser global bedeutsamen Entscheidung.
Anzeige
Öl, Gold, alle Rohstoffe mit Hebel (bis 30) handeln
Handeln Sie Rohstoffe mit hohem Hebel und kleinen Spreads. Sie können mit nur 100,00 € mit dem Handeln beginnen, um von der Wirkung von 3.000 Euro Kapital zu profitieren!
80,6% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

"Das zu erwartende Angebotsdefizit sollte die Ölpreise in den kommenden Wochen weiter steigen lassen", schrieb Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch am Dienstag über die erwartete Einigung. Auch die Internationale Energieagentur (IEA) mit Sitz in Paris geht davon aus, dass der globale Ölmarkt im zweiten Halbjahr 2019 unterversorgt sein wird. Das würde die Ölpreise nach oben treiben.

Saudi-Arabiens Energieminister Khalid Al-Falih erklärte zudem seine Zuversicht, dass mit den Ergebnissen des G20-Gipfel im japanischen Osaka am vergangenen Wochenende die weltweite Konjunktur wieder in Schwung kommen wird. Konkret bezog er sich dabei auf das Verhältnis zwischen der USA und China sowie der Zusicherung des US-Präsidenten Donald Trump, die angedrohte Ausweitung von Strafzöllen vorläufig auszusetzen. In Verbindung mit der "Opec+"-Entscheidung könnte auch das ein Faktor für einen steigenden Ölpreis sein.

Hinzu kommt der andauernde Atomstreit mit dem Opec-Mitglied Iran. Die Formel lautet hier: Je mehr der Streit eskaliert, desto teurer wird tendenziell das Öl. Am Montag hatte die Islamische Republik ihre im Atom-Abkommen vereinbarte Obergrenze seiner niedrigangereicherten Uranvorräte überschritten, weitere Verstöße gegen das Atom-Abkommen von 2015 könnten schon bald folgen.

Am Dienstag sanken die Ölpreise zunächst leicht. Am frühen Nachmittag kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent 64,65 US-Dollar, das waren 0,41 US-Dollar weniger als am Vortag.

Der russische Energieminister Nowak äußerte sich etwas vorsichtiger als sein Kollege aus Saudi-Arabien und betonte vor allem, dass sich die "Opec+" auf eine regelmäßigere Beobachtung des Ölmarktes geeinigt habe. Dabei spielte er wohl auch auf das Verhalten der USA an indem er erklärte, dass vor allem Handelskriege und Sanktionen gegen andere Länder eine Vorhersage auf den zuletzt volatilen Ölmarkt erschwerten.

Auf die aktuellen und nun verlängerten Förderquoten verständigten sich die Partner im Dezember 2018. Der nun verlängerte Deal sieht vor, weiterhin 1,2 Millionen Barrel (159 Liter) Öl pro Tag weniger als im Oktober 2018 aus dem Boden zu pumpen. Dabei entfallen 800 000 Barrel auf die Opec-Staaten, die restlichen 400 000 Barrel auf die zehn anderen kooperierenden Länder. Die Kürzung wurde in den vergangenen Monaten nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) in Paris übererfüllt.

Die Analysten des Forschungsinstituts JBC gehen davon aus, dass auch weiterhin eine solche Übererfüllung des Abkommens für eine Balance auf dem Ölmarkt nötig ist. Vor allem für Saudi-Arabien ist es wichtig, dass der Ölpreis weiter steigt. Laut einer Berechnung des Internationalen Währungsfonds benötigt Saudi-Arabien einen Ölpreis von etwa 85 US-Dollar pro Barrel für einen ausgeglichenen Staatshaushalt. Riad hat zuletzt seine Ölförderung deutlich stärker gekürzt, als es mit Blick auf die Absprachen nötig gewesen wäre.

Die "Opec+"-Beratungen in Wien waren zu einer Formsache geworden, weil Saudi-Arabien und Russland ähnlich wie die USA und China den G20-Gipfel für vorentscheidende Gespräche nutzten. Die beiden Länder verständigten sich in Osaka bereits auf eine Verlängerung der Erdöl-Förderlimits, in Wien mussten lediglich die restlichen Staaten von den beiden Schwergewichten der Runde von der Strategie überzeugt werden. Die 24 Staaten bemühten sich aber darüber hinaus, ein Signal der Stärke auszusenden. Sie unterzeichneten daher eine neue Kooperationsvereinbarung. Die sogenannte "Charta of Cooperation" soll die 24 Partner enger zusammenrücken lassen und die "Opec+"-Runde weiter etablieren.

Die 14 Opec-Staaten pumpen gemeinsam rund ein Drittel des gesamten Ölangebots aus dem Boden, die 24 "Opec+"-Staaten gemeinsam fast die Hälfte. Insgesamt liegt das Ölangebot bei rund 99 Millionen Barrel Öl pro Tag, während die Nachfrage laut der IEA für 2019 im Schnitt bei 100,4 Millionen Barrel pro Tag liegt. Opec- und Nicht-Opec-Staaten versuchen nun seit Anfang 2017, mit Förderlimits den Ölmarkt zu beeinflussen.

WIEN (dpa-AFX)

Bildquellen: ALEXANDER KLEIN/AFP/Getty Images, ssuaphotos / Shutterstock.com

Nachrichten zu Ölpreis

  • Relevant
    2
  • Alle
    +
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Die beliebtesten Rohstoffe

Goldpreis1.406,33-7,75
-0,55%
Kupferpreis5.975,8525,85
0,43%
Ölpreis (WTI)57,48-1,83
-3,09%
Silberpreis15,550,17
1,11%
Super Benzin1,46-0,00
-0,21%
Weizenpreis175,75-1,00
-0,57%

Edelmetalle: Münzen und Barren

  • Gold
  • Silber

Heute im Fokus

DAX beendet Tag im Plus -- Dow trotz Rekord kaum bewegt -- Brenntag meldet Gewinnwarnung -- GERRY WEBER-Aktie im Sinkflug -- Bayer-Strafe deutlich gesenkt -- JPMorgan, Goldman Sachs, CRH im Fokus

Bitcoin im Sog von Libra-Diskussion. Europaparlament wählt von der Leyen zur EU-Kommissionspräsidentin. Wells Fargo steigert Gewinn. J&J kann Gewinn kräftig steigern und hebt Umsatzausblick an. US-Notenbankchef stellt erneut Leitzinssenkung in Aussicht. ams gibt OSRAM-Übernahmepläne auf. Villeroy & Boch mit Gewinnwarnung.
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Umfrage

Wo sehen Sie den DAX Ende 2019?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Aktie im Fokus
23:41 Uhr
Villeroy & Boch mit Gewinnwarnung
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Wirecard AG747206
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
BayerBAY001
Amazon906866
NEL ASAA0B733
Microsoft Corp.870747
TeslaA1CX3T
Infineon AG623100
CommerzbankCBK100
Apple Inc.865985
BASFBASF11
Airbus SE (ex EADS)938914
Deutsche Telekom AG555750
EVOTEC SE566480