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18.03.2020 18:47

Corona-Effekt: Amazon warnt vor leeren Lagern

Ausverkaufte Artikel: Corona-Effekt: Amazon warnt vor leeren Lagern | Nachricht | finanzen.net
Ausverkaufte Artikel
Auch beim Onlinehandel kommt es aufgrund der Corona-Krise zu Engpässen. Speziell bei Amazon gibt es für Haushaltsartikel und Lebensmittel erhebliche Lieferprobleme, zudem stehen einige Produkte gar nicht mehr zur Verfügung. Mitarbeitermangel und Probleme hinsichtlich der Lieferkette stellen Amazon vor eine Herausforderung.
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• Haushaltsartikel sind auch bei Amazon teilweise ausverkauft
• Amazon Prime kann Lieferversprechen nicht einhalten
• Amazon-Werke stehen in China zu Teilen still


Amazon erfährt Kundenansturm

Die Corona-Pandemie breitet sich weltweit fortlaufend aus und hat immer mehr Einschnitte in das Leben Aller zur Folge. Durch Hamsterkäufe stehen Supermarktregale zu Teilen leer, besonders beliebt scheinen Haushaltsartikel, Konserven und Nudeln. Die Bevölkerung fürchtet Quarantänen sowie Ausgangssperren und auch jetzt schon, ist das öffentliche Leben so eingeschränkt, wie es in dem Deutschland von heute noch nie der Fall gewesen ist.

Auch wenn die gesamte Weltwirtschaft unter der Krise leidet, kristallisieren sich Gewinner heraus. Die teils verordnete Isolation treibt die Menschen weltweit zu mehr Onlinekäufen, wovon vor allem Amazon als größter Onlinehändler profitiert. Doch der Händler kann dem Ansturm nicht ohne Probleme standhalten.

Haushaltsartikel werden nun auch bei Amazon knapp und auch mit Lieferverzögerungen ist aktuell zu rechnen. "Mit der Verbreitung des Covid-19 shoppen die Menschen vermehrt online", schreibt Amazon öffentlich. Im Statement heißt es weiter: "Kurzfristig wird dies einen Einfluss darauf haben, wie wir unsere Kunden bedienen können. Speziell wird auffallen, dass wir aktuell keinen Lagerbestand von einigen beliebten Marken und Produkten vorweisen können, vor allem was Haushaltsartikel betrifft. Auch unsere Lieferversprechungen sind länger ausgelegt als normalerweise."

Prime Kunden müssen länger auf Bestellungen warten

Die bei Amazon zurzeit populärsten Artikel in den USA und Deutschland sind beispielsweise Toilettenpapier, Papiertücher und Wasser in PET-Flaschen, dementsprechend sind sie wie in lokalen Supermärkten kaum noch zu erwerben. Verkaufsspitzenreiter in Deutschland ist Desinfektionsmittel.

"Wir arbeiten rund um die Uhr mit unseren Verkaufspartnern, um die Verfügbarkeit all unserer Produkte zu versichern. Zudem erhöhen wir unsere Kapazitäten, damit alle Bestellungen geliefert werden können", versichert der Onlinehändler im Statement.

Probleme mit solch einem Ausmaß sind Amazon noch nie widerfahren, in Deutschland und den USA sendete das Unternehmen seinen Prime-Mitgliedern die Produkte stets innerhalb von ein bis zwei Tagen zu. Doch die Corona-Krise lässt die mittlerweile 150 Millionen Amazon Prime-Kunden länger als üblich warten.

Personalmangel und Werkstillstände bei Amazon

Nicht nur bei Haushaltsartikeln muss man derzeit mit Lieferproblemen rechnen, auch der Amazon Fresh Service erfährt steigende Nachfrage, wodurch es auch hier zu Problemen der Verfügbarkeit kommt. Demnach stehen einige Lebensmittel sogar für mehrere Tage nicht mehr im Onlinehandel zur Verfügung, oder können nur mit erheblicher Verzögerung ausgeliefert werden.

Bisher konnte das Unternehmen signifikante Unterbrechungen in der Lieferkette vermeiden, doch Werkschließungen in China und an anderen Standorten stellen Amazon vor eine große Herausforderung.

Zusätzlich hat Amazon mit Personalmangel zu kämpfen: Um die Ausbreitung des Virus innerhalb des Konzerns möglichst einzudämmen, wurden einige Mitarbeiter freigestellt. Außerdem bleiben weitere Angestellte auf freiwilliger Basis dem Unternehmen fern, da Amazon die Anwesenheitsbestimmungen aufgrund der Corona-Krise gelockert hat. So dürfen Mitarbeiter dem Unternehmen bis Ende März auf unbegrenzte Zeit, ohne Entgeltfortzahlung, fernbleiben.

Für US-Mitarbeiter in Quarantäne richtet Amazon zudem einen Fonds im Wert von 25 Millionen US-Dollar ein, welcher zur finanziellen Unterstützung von bedürftigen Mitarbeitern ins Leben gerufen wird. Gleichzeitig sucht der Internetgigant in den USA 100.000 zusätzliche Voll- und Teilzeitkräfte für Lager und Auslieferung, um die gestiegene Nachfrage bewältigen zu können.

Henry Ely / Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Jonathan Weiss / Shutterstock.com, Annette Shaff / Shutterstock.com

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