Bewertungslücke

Commerzbank-Aktie unter Druck: UniCredit-CEO Orcel dämpft Übernahmefantasie

07.01.26 16:33 Uhr

Commerzbank-Aktie fällt: Aussagen von UniCredit-CEO Orcel verunsichern Anleger - Übernahme-Aus oder Geduldsspiel? | finanzen.net

Dämpfende Aussagen von UniCredit-CEO Orcel schüren Zweifel an einer zeitnahen Übernahme der Commerzbank. An der Börse beginnt die Übernahmefantasie zu bröckeln.

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• UniCredit-Chef Orcel bremst Übernahmefantasie
• Hohe Bewertung drückt Übernahmeprämie
• Jahresbilanz am 11. Februar 2026 als nächster Prüfstein für Commerzbank

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Die Commerzbank-Aktie steht aktuell unter besonderer Beobachtung der Anleger. Auslöser sind jüngste Äußerungen von UniCredit-Chef Andrea Orcel, die Zweifel an einer zeitnahen Vollübernahme nähren, wie unter anderem Börse Express berichtet. Obwohl UniCredit inzwischen knapp 29 Prozent der Anteile hält, macht Orcel deutlich, dass die hohe Bewertung der Commerzbank eine zentrale Hürde darstellt.

An der Börse sorgt das für Ernüchterung: Die Commerzbank-Aktie fällt via XETRA zeitweise um 2,33 Prozent auf 35,15 Euro. Zwar liegt der Kurs weiterhin klar über den langfristigen Durchschnittslinien, doch die Übernahmeprämie, die den Kurs in den vergangenen Monaten getragen hat, beginnt zu bröckeln. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von rund 117 Prozent zu Buche.

Bewertungslücke rückt in den Fokus

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Commerzbank liegt derzeit bei über 14, während UniCredit mit einem KGV von rund 10,6 deutlich günstiger bewertet ist. Genau auf diese Diskrepanz verwies UniCredit-CEO Andrea Orcel am Vortag laut Medienberichten und signalisierte damit Zurückhaltung. Aus Marktsicht ist das ein klares Zeichen: UniCredit dürfte kaum bereit sein, einen hohen Aufschlag für die restlichen Anteile zu zahlen.

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Rückkaufprogramm überzeugt den Markt nicht

Parallel zu den Übernahmespekulationen setzt das Management der Commerzbank auf eine Stärkung der Eigenständigkeit. Unter CEO Bettina Orlopp steht laut mehreren Medienberichten ein Aktienrückkaufprogramm über 600 Millionen Euro an, das als erste Tranche für 2026 geplant ist. Kurzfristig zeigt sich der Markt davon jedoch wenig beeindruckt. Trotz der Ankündigung blieb eine positive Kursreaktion aus.

Auch Analysten halten sich laut Börse Express zurück: Goldman Sachs sieht den fairen Wert der Aktie laut aktueller Einschätzung bei 35,50 Euro und stuft den Titel neutral ein. JPMorgan ist mit einem Kursziel von 33 Euro sogar noch vorsichtiger. Ohne konkretes Übernahmeangebot erscheint die Bewertung vielen Experten bereits ambitioniert.

Geduldsspiel mit offenem Ausgang

Der Übernahmeprozess selbst zieht sich bereits seit Herbst 2024 hin. Zwar hat das Bundeskartellamt im April 2025 laut offiziellen Angaben grünes Licht für eine weitere Aufstockung der UniCredit-Beteiligung gegeben, doch eine finale Entscheidung steht weiterhin aus. UniCredit hat sich laut Reuters bis 2026 Zeit erbeten, um über eine mögliche Vollübernahme zu befinden.

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Für die Commerzbank entsteht daraus eine Zwickmühle: Die hohe Bewertung ist laut Experten Ausdruck des Vertrauens in die Stand-Alone-Strategie, macht das Institut aber gleichzeitig als Übernahmeziel weniger attraktiv. Sollte die M&A-Fantasie weiter verblassen, steigt das Risiko von Kursrücksetzern - insbesondere, wenn operative Fortschritte die hohen Erwartungen nicht erfüllen.

Der nächste fundamentale Prüfstein folgt am 11. Februar 2026 mit der Vorlage der Jahresbilanz. Dann wird sich zeigen, ob die Strategie von CEO Orlopp auch ohne Übernahmehoffnung trägt - oder ob die Aussagen von UniCredit-Chef Orcel den Kurs nachhaltig geprägt haben.

Redaktion finanzen.net

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