Börseneinstand für neuen Rüstungswert: Gabler-Aktie fällt am ersten Handelstag zurück

Der Marinespezialist Gabler hat den Sprung an die Börse geschafft - mitten in einem Umfeld, das von steigenden Verteidigungsausgaben und geopolitischer Unsicherheit geprägt ist.
Werte in diesem Artikel
• Gabler-IPO vollzogen
• Erstkurs der Gabler-Aktie über Ausgabepreis
• Marinespezialist reiht sich in Boom der Börsengänge aus dem Rüstungssektor ein
Am heutigen Montag feierte die Gabler-Aktie ihr Debüt im Wachstumssegment Scale der Frankfurter Wertpapierbörse - und wagt damit zu einer Zeit den Sprung aufs Parkett, in der Verteidigungs- und Sicherheitswerte mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt werden.
Gabler wagt sich im oberen Bereich der Ausgabepanne aufs Börsenparkett
Der Ausgabepreis für den Anteilsschein des Unternehmens aus Lübeck wurde im Vorfeld auf 44 Euro je Aktie festgelegt und lag damit im oberen Bereich der Angebotsspanne von 37 bis 47 Euro.
Wie das Unternehmen aus Lübeck zuvor mitteilte, erwartet Gabler einen Nettoemissionserlös von rund 40 Millionen Euro aus den neuen Aktien.
Damit sollen den Angaben nach die Bilanz gestärkt, das Wachstum angekurbelt und kleinere Zukäufe getätigt werden, wie es hieß. Insgesamt seien rund 3,02 Millionen Aktien platziert worden. Eigner ist die Possehl-Gruppe, die nach dem Börsengang mindestens eine Minderheitsbeteiligung an der Gesellschaft halten will.
Die Marktkapitalisierung von Gabler belief sich zum Angebotspreis auf rund 266 Millionen Euro und liegt damit deutlich unter dem Börsenwert der anderen deutschen Rüstungskonzerne Rheinmetall, RENK und HENSOLDT.
Zum Start in ihren ersten Handelstag markierte die Gabler-Aktie ihren Erstkurs bei 47,20 Euro und damit sieben Prozent über ihrem Ausgabepreis. Im Tageshoch ging es bis auf 49,50 Euro nach oben. Danach kam das Papier zurück und beendete den Tag bei 43,80 Euro, was einem kleinen Abschlag von 0,45 Prozent zum Emissionskurs entspricht.
Gabler als Rüstungsunternehmen: Zwischen Nische und Megatrend
Gabler ist kein klassischer Rüstungskonzern, sondern ein hochspezialisierter Zulieferer mit klarer Fokussierung auf Marine- und Unterwassertechnik. Das Unternehmen entwickelt und produziert unter anderem Ausfahrgerätesysteme für U-Boote - also Periskope, Schnorchel, Antennen- und Sensormasten - und ist darüber hinaus in den Bereichen Unterwasserkommunikation und -datenmanagement sowie Unterwasserenergieversorgung und -energiespeicherlösungen aktiv.
Zum Börsengang bringt Gabler eine beachtliche operative Entwicklung mit. Zuletzt wies das Unternehmen Pro-forma-Umsätze von gut 60 Millionen Euro aus, bei einer starken operativen Marge von rund 28 Prozent. Der gesamte Auftragsbestand - bestehend aus festen und möglichen, aber noch nicht unterschriebenen Verträgen - liegt ein Vielfaches über dem zuletzt erzielten Jahresumsatz. Besonders attraktiv ist auch die Struktur des Geschäfts: U-Boote sind über Jahrzehnte im Einsatz, entsprechend hoch ist der Anteil an Service- und Modernisierungsaufträgen, die wiederkehrende und vergleichsweise gut planbare Erlöse ermöglichen. Diese Kombination aus Projektgeschäft und langfristigen Serviceverträgen verschafft Gabler eine gewisse Stabilität - selbst in einem zyklischen Umfeld.
Zunehmende Börsenaktivität im Rüstungssektor
Nach mehreren Jahren mit eher verhaltenem IPO-Geschehen im Rüstungsumfeld tut sich in der Branche derzeit einiges. So brachte thyssenkrupp erst im vergangenen Oktober die Tochter TKMS, die nach eigenen Angaben Weltmarktführer für nicht-nuklear betriebene U-Boote ist, aber auch andere Kriegsschiffe baut, als eigenständiges Unternehmen in Frankfurt an die Börse. Im Januar folgte mit dem Börsengang des tschechischen Munitionsherstellers CSG an der EURONEXT in Amsterdam das nächste Rüstungs-IPO und auch Vincorion, ein Zulieferer für den Rüstungsbereich, denkt momentan offenbar über einen Börsengang nach.
Auch der heutige Börsengang von Gabler zeigt das neue Selbstbewusstsein einer Branche, die vom aktuellen Rüstungsboom profitieren will, und steht exemplarisch für die wachsende Kapitalmarktfähigkeit und Attraktivität von Rüstungskonzernen in Deutschland, deren Aktien vor Beginn des Ukraine-Kriegs von vielen Anlegern noch gemieden wurden. Nun steigen jedoch die Verteidigungsausgaben in Europa und weltweit und sprechen damit für die Aktien aus dem Sektor.
So reagieren die anderen deutschen Rüstungsriesen auf das IPO.
Ob sich Gabler angesichts der Konkurrenz nun langfristig an der Börse behaupten kann, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Klar ist: Mit seinem klar umrissenen Geschäftsmodell, einer starken Position im U-Boot-Zuliefergeschäft und vollen Auftragsbüchern hat Gabler gute Voraussetzungen, sich als wachstumsorientierter Small Cap im Verteidigungssektor zu etablieren.
Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX
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