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17.01.2020 23:10
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Experte sagte Amazon den Untergang voraus - könnte er Recht behalten?

Das Ende von Amazon?: Experte sagte Amazon den Untergang voraus - könnte er Recht behalten? | Nachricht | finanzen.net
Das Ende von Amazon?
Schon im Jahr 2018 warnte Einzelhandelsexperte Doug Stephens, dass Amazon scheitern werde. Dafür nannte er auch konkrete Gründe. Wie sieht es heute aus beim Online-Handelsriesen?
• Doug Stephens warnte bereits 2018 vor Scheitern von Amazon
• Sollte Amazon an Strategie festhalten, sei der Handelsriese dem Untergang geweiht
• Befürchtungen gerechtfertigt?

Doug Stephens, Einzelhandelsexperte und Gründer von Retail Prophet, sagte Amazon bereits im September 2018 den Untergang voraus. In einem Beitrag auf der Website "The Business of Fashion" (BoF) verglich er den Handelsgiganten dabei mit Walmart. Denn dem US-Einzelhandelskonzern sei etwas Vergleichbares geschehen. Auch Walmart habe, ähnlich wie Amazon, unbesiegbar erschienen, den Einzelhandel beherrscht und sich gegen die Konkurrenz durchgesetzt. Bis zum Jahr 2015, als Walmart den ersten Umsatzrückgang zu verzeichnen hatte, so Stephens. Walmart habe den Wandel der Zeit nicht wahrgenommen und es verpasst, in das Geschäft des Online-Handels einzusteigen.

Dies könnte auch Amazon passieren, schätzte Stephens 2018 - nur umgekehrt. "Eine Verschwörung des Erfolgs dürfte Amazon mit großer Brutalität und Geschwindigkeit einen Seitenhieb verpassen", heißt es bei BoF. Allerdings dürfte der Handelsriese aufgrund der Schnelllebigkeit im Vergleich zu Walmart mit noch größerer Brutalität und Geschwindigkeit zerstört werden, warnte der Einzelhandelsexperte.

Stephens: Darum wird Amazon untergehen

Kritisiert hat Stephens damals insbesondere die Strategie Amazons. Man müsse häufiger etwas ändern und nicht immer an alten Gewohnheiten festhalten: "[…] was gefährlich ist, ist die Veranlagung zu glauben, dass das, was Amazon in der Vergangenheit erfolgreich gemacht hat, dies auch in der Zukunft tun wird", schrieb Stephens 2018. Wenn ein Unternehmen nicht bereits sei, den Blickwinkel zu ändern, könne es auch lauernde Gefahren oder potenzielle Chancen nicht wahrnehmen.

Darüber hinaus gehe Amazon aufgrund seines Fokus auf Prozessoptimierung und ähnlicher Dinge zu wenig auf die Bedürfnisse und Wünsche der Kunden ein. "Als Einkaufserlebnis ist Amazon in etwa so elegant und angenehm wie eine Kettensäge", kritisierte Stephens in seinem Artikel. Kunden wollten Waren sehen und anfassen, neue Produkte entdecken, ein spannendes Einkaufserlebnis haben, daher spiele auch der stationäre Handel eine wichtige Rolle. "Einkaufen bei Amazon bleibt eine einsame, statische und mürrische Aktivität."

Auch eine positive Außenwirkung sei Amazon relativ gleichgültig. Das Unternehmen behandele seine Mitarbeiter schlecht, ob dies nach außen dringe, kümmere Amazon aber wenig. "Wir sehen einen stetigen Strom von Untersuchungsberichten, die eine toxische Arbeitsumgebung aufdecken, in der Lagerarbeiter keine Toilettenpausen einlegen, aus Angst, dass sie für mangelnde Produktivität bestraft werden", heißt es bei BoF. Dies könnte über kurz oder lang auch Einfluss auf die Kunden nehmen, die sich schließlich von Amazon abwenden würden, warnte Stephens.

Sollte der Handelsriese also an seiner Strategie festhalten, würden all diese Faktoren den Untergang für Amazon bedeuten, so die Meinung des Einzelhandelsexperten. "Amazon, […] ist ein einmaliges Phänomen, das sich mit ziemlicher Sicherheit als eines der größten und mächtigsten Unternehmen in der Geschichte der Welt erweisen wird. Und genau diese Tatsache sollte Amazon am meisten beunruhigen - und jeden, der mit Amazon Geschäfte macht", schrieb Stephens abschließend.

Befürchtungen gerechtfertigt?

Bislang sieht es noch nicht so aus, als seien die Befürchtungen Stephens aus dem Jahr 2018 gerechtfertigt gewesen. Amazon präsentiert sich weiterhin stark und erfreut sich enormer Beliebtheit. Der Handelsgigant baut sein Sortiment stetig aus, für das erste Halbjahr 2020 ist nun sogar der Launch einer eigenen Plattform für Luxusmode geplant.

Zwar steht das Unternehmen immer wieder mal in der Kritik aufgrund seines Umgangs mit Mitarbeitern, die Kunden scheint dies bisher aber nur wenig zu stören. Sie kaufen weiterhin oft und gerne bei Amazon. Insbesondere Produkte, die man bereits kennt und immer wieder benötigt, werden häufig bestellt. Die Bestellung bei Amazon verläuft unkompliziert, schnell und ist effizient. Auch die schnelle und meist kostenlose Lieferung spricht für den Online-Versandhändler.

Wie es bei Amazon in Zukunft aussehen wird, ob das Unternehmen auch weiterhin erfolgreich sein kann oder ob Stephens Befürchtungen doch noch Realität werden, bleibt abzuwarten.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Twin Design / Shutterstock.com, Jonathan Weiss / Shutterstock.com

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