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09.01.2019 16:18
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Wertvollstes Börsenunternehmen - Aus diesen Gründen ist Amazon so erfolgreich

Erfolgsrezepte enthüllt: Wertvollstes Börsenunternehmen - Aus diesen Gründen ist Amazon so erfolgreich | Nachricht | finanzen.net
Erfolgsrezepte enthüllt
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Jüngst machte der E-Commerce-Gigant Amazon Schlagzeilen damit, zum wertvollsten Börsenunternehmen der Welt aufgestiegen zu sein. Der einstige Internet-Buchhandel schreibt bis heute eine unglaubliche Erfolgsgeschichte. Zeit, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und herauszufinden, was den US-Riesen so erfolgreich macht.
Über 20 Jahre ist es her, dass Jeff Bezos mit seinem digitalen Buchversand startete. Das Internet steckte damals noch in den Kinderschuhen, als Webseitenverzeichnisse noch alphabetisch geordnet wurden. Wahrscheinlich wählte Bezos deshalb aus verschiedenen Namen schließlich den, unter dem das Unternehmen heute weltweit bekannt ist: Amazon. Seit der Gründung 1997 konnte das Unternehmen viele Erfolge verzeichnen. Erst kürzlich machte der Konzern von sich Reden, als er den Tech-Giganten Microsoft als wertvollstes Börsenunternehmen entthronte. Die Amazon-Aktie stieg im vergangenen Montagshandel um 3,44 Prozent auf 1.629,51 US-Dollar. Somit war das Unternehmen 797 Milliarden US-Dollar wert. Was ist es also, das Amazon kontinuierlich zu so viel Erfolg verhilft? Im Folgenden soll versucht werden, dem E-Handel-Giganten seine Erfolgsgeheimnisse zu entlocken.

Der Kunde ist König

Eins der Erfolgsrezepte Amazons, das sich seit jeher bewährt, ist die Kundenorientiertheit des Unternehmens. Dies wird Bezos nicht müde zu betonen: "Die Nummer 1 der Gründe, die uns mit Abstand erfolgreich gemacht hat, ist der zwanghafte Fokus auf den Kunden", so der Amazon-CEO bei einem Podiumsgespräch im Rahmen des Economic Club of Washington. Und nicht nur der Gründer des E-Commerce-Riesen vertritt diese Ansicht. Auch andere Führungskräfte des Konzerns bekräftigen die oberste Devise des Unternehmens: "Der hundertprozentige Fokus auf unsere Kunden ist unsere DNA bei Amazon, der jeden einzelnen Tag bestimmt", so Ralf Kleber, Amazon-Deutschland-Chef, im konzerneigenen Blog. So werden alle Innovationen und neuen Praktiken von vorn bis hinten aus Kundensicht konzipiert. Die Neuerung soll dabei stets den Kundenwunsch bestmöglich erfüllen. Britain Ladd, einem ehemaligen leitenden Amazon-Mitarbeiter, zufolge sei so zum Beispiel Amazon Prime entstanden: Innerhalb von Amazon wurde erkannt, dass die Kunden qualitativ hochwertige Produkte zu niedrigen Preisen bei kürzester Lieferzeit kaufen wollen. Amazon Prime war laut Ladd die Antwort auf diesen Wunsch und wurde auch gleich umgesetzt. Dies ist nur eines der vielen Beispiele mit denen Amazon erfolgreich auf Kundenwünsche eingegangen ist und das hat sich ausgezahlt.

Schnelle Entscheidungen

Ein weiterer Vorteil Amazons besteht in der Entscheidungsfreudigkeit des CEOs Bezos. Diese thematisierte er vor einigen Jahren in einem Brief an Amazon-Aktionäre. Demnach gebe es zwei Arten von Entscheidungen. Die erste Art sind Entscheidungen, die unumkehrbar und aus diesem Grund nur mit Vorsicht zu treffen sind. Die zweite Art seien umkehrbare Entscheidungen, die deshalb auch schnell getroffen werden sollten. Gerade wenn es um den zweiten Entscheidungstypen geht, zeigt sich Bezos durchaus gewillt diese zu treffen. Stellt sich heraus, dass sich eine Investition auszahlt, wird diese weiter gefördert. Bringt ein Projekt nicht das gewünschte Ergebnis, wie beispielsweise das Amazon-Smartphone Fire Phone, wird es gestrichen und es bleibt mehr Geld übrig für andere, vielversprechende Innovationen.

Reinvestition von Gewinnen

Hierin besteht noch eine wichtige Strategie des E-Handel-Unternehmens: Statt hohe Gewinne durch Dividenden an die Aktionäre auszuschütten oder für Aktienrückkäufe zu verwenden, fließen diese zurück ins Unternehmen. Damit stellt Amazon eine große Ausnahme dar. Denn in dem Zeitraum von 2013 bis 2017 haben der New York Times zufolge die im S&P 500 vertretenen Unternehmen 98 Prozent ihres Gewinns an ihre Aktionäre weitergegeben, davon 56 Prozent als Aktienrückkäufe. Bei Amazon hingegen werden die Gewinne unter anderem für Forschung und Entwicklung genutzt und reinvestiert. Auch in die eigenen Mitarbeiter steckt der Konzern Teile seines Gewinns. So erhöhte das Unternehmen Ende letzten Jahres den Stundenlohn seiner US- Niedriglohnarbeiter auf 15 Dollar. Des Weiteren erhöhte Amazon von 2014 bis 2016 die Anzahl seiner Facharbeiter wie Software Engineers auf 30.433 Personen.

Amazon Web Service

Diese Fachkräfte werden auch benötigt. Denn obwohl Amazon den meisten Umsatz durch den Verkauf von günstigen Produkten erwirtschaftet, stammen die größten Gewinne des Konzernes aus seinem Cloud-Computing, dem Amazon Web Service, kurz AWS. Dieser hat Amazon zu einem extrem profitablen Global Player gemacht, der CNBC zufolge 40 Prozent des öffentlichen Cloud-Markts kontrolliert, und einen Jahresumsatz von über 23 Milliarden US-Dollar ausmacht. Der AWS wächst auch kontinuierlich weiter, nicht nur, was den Jahresumsatz angeht, sondern auch geografisch. Unter anderem in Italien, Südafrika und Hong Kong sind laut CNBC neue Cloud Facilities geplant. Des Weiteren hofft Amazon auch, größere öffentliche Ausschreibungen - wie einen Vertrag mit dem US-Verteidigungsministerium - zu gewinnen und das Standbein AWS so weiter auszubauen.

Große Diversifizierung

Jedoch wäre Amazon nicht das, was es heute ist, wenn sich das Unternehmen nur auf das Cloud-Computing konzentrieren würde. Seit jeher ist eine Stärke des Konzerns dessen große Diversifizierung. Das hat Gründer Bezos schon früh erkannt: "Ich habe eine E-Mail an unseren Kundenstamm geschickt, an tausend zufällig ausgesuchte Kunden, und habe gefragt, was sie neben Büchern, Musik und Videos noch gern von uns angeboten bekommen würden? Und die Liste kam unglaublich lang zurück", zitiert Web Analytics World den Amazon-CEO. Seitdem hat sich ein Online-Handelsplatz entwickelt, dessen Angebote keine Grenzen gesetzt zu sein scheinen und dessen eigene Produkte ebenfalls kontinuierlich weiterentwickelt werden. Zuletzt baute das Unternehmen vor allem die Bereiche Medizin und Medien weiter aus.

Gut aufgestelltes Management

Ein weiterer Faktor, der zum Erfolg des E-Commerce-Unternehmens beiträgt, ist das loyale Team um Amazon-Gründer Bezos. Viele seiner engsten Mitarbeiter sind schon seit Jahren, manche gar seit Jahrzehnten im Unternehmen. Das Team umfasst weniger als 20 Mitarbeiter und zeugt vor allem von Stabilität. Bezos habe sich in einer firmeninternen Mitarbeiterversammlung CNBC zufolge einmal folgendermaßen geäußert: "Ich bin sehr froh, dass wir nicht viel Fluktuation im S-Team haben. Ich habe nicht vor, das zu ändern - ich mag euch alle sehr." Der Zusammenhalt innerhalb des Teams, sowie die gemeinsame Kundenorientiertheit dürften so zum Erfolg des gemeinsamen Unternehmens beitragen.

Ein Scheitern ist dennoch nicht vermeidbar

Trotz des immensen Erfolgs von Amazon, geht Bezos nicht davon aus, dass es für immer so weitergehen wird. Im Gegenteil, er ist sich der Verwundbarkeit seines Unternehmens durchaus bewusst: "Tatsächlich gehe ich davon aus, dass Amazon eines Tages scheitern wird. Wir werden Pleite gehen. Wenn Sie große Unternehmen betrachten, dann beträgt deren Lebenserwartung zwischen 30 und 100 Jahren", so der CEO bei einem Treffen mit Führungskräften, laut CNBC. Bezos ist sich dabei auch sicher, was zum Untergang des Unternehmens führen wird: "Wenn wir anfangen, uns auf uns selbst und nicht auf unsere Kunden zu konzentrieren, dann ist das der Anfang vom Ende". Solange sich der Amazon-Chef der Schwächen und Stärken seines Unternehmens bewusst ist und seine Erfolgsrezepte auch weiterhin anwendet, dürfte das Ende von Amazon jedoch noch in weiter Ferne liegen.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Hadrian / Shutterstock.com, Sundry Photography / Shutterstock.com, BobNoah / Shutterstock.com, Jonathan Weiss / Shutterstock.com

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