Droht KI-Aktien der nächste Kursrutsch? DeepSeek lässt NVIDIA und AMD außen vor

Für sein neues Flaggschiff-Modell lässt DeepSeek NVIDIA und AMD außen vor - und setzt stattdessen auf heimische Anbieter. Droht KI-Aktien damit der nächste Rückschlag?
Werte in diesem Artikel
• DeepSeek startet V4 - ohne NVIDIA und AMD
• Huawei erhält Optimierungs-Vorsprung
• Neues Risiko für KI-Aktien?
Anfang 2025 sorgte das chinesische KI-Start-up DeepSeek mit einem leistungsstarken und zugleich günstigen Modell für Turbulenzen an den globalen Tech-Börsen. Die Befürchtung: Könnten chinesische Entwickler die Kostenstrukturen der KI-Industrie dauerhaft verändern und damit die Margen westlicher Platzhirsche unter Druck setzen? Nun deutet sich die nächste Belastungsprobe für KI-Aktien an.
Bruch mit der Branchenpraxis: Kein Zugang für NVIDIA und AMD
Wie Reuters am 25. Februar berichtete, hat DeepSeek sein neues Flaggschiffmodell V4 den US-Chipkonzernen NVIDIA und Advanced Micro Devices (AMD) vorab nicht zur Leistungsoptimierung zur Verfügung gestellt. In der Branche ist es üblich, dass führende Hardwarehersteller frühzeitig Einblick in neue KI-Modelle erhalten, um ihre Chips optimal darauf abzustimmen.
Stattdessen sollen chinesische Anbieter - darunter Huawei Technologies - mehrere Wochen Vorsprung bekommen haben. Das verschafft heimischen Chipentwicklern die Möglichkeit, ihre Prozessoren gezielt auf das neue Modell auszurichten. NVIDIA und AMD wollten sich dazu nicht äußern, auch DeepSeek und Huawei reagierten laut Reuters nicht auf entsprechende Anfragen.
Für Investoren ist das ein sensibles Signal. Denn der Ausschluss westlicher Chiphersteller könnte Teil einer strategischen Neuausrichtung sein - weg von US-Hardware, hin zu einer stärkeren technologischen Eigenständigkeit Chinas.
Geopolitischer Zündstoff: Verstoß gegen Exportregeln?
Besonders brisant ist der geopolitische Kontext. Ein hochrangiger US-Beamter erklärte Reuters gegenüber, dass das jüngste DeepSeek-Modell auf NVIDIAs modernstem Blackwell-Chip trainiert worden sei - und zwar auf einem Cluster auf dem chinesischen Festland. Sollte sich das bestätigen, könnte dies gegen bestehende US-Exportkontrollen verstoßen.
Zudem steht der Verdacht im Raum, DeepSeek könne technische Hinweise auf den Einsatz US-amerikanischer Chips entfernen und stattdessen öffentlich erklären, Huawei-Hardware genutzt zu haben. Sollte sich dieser Vorwurf erhärten, hätte das nicht nur wirtschaftliche, sondern auch politische Sprengkraft.
In Washington wird ohnehin wieder intensiver über Chip-Exporte nach China diskutiert. Zwar dürfen bestimmte KI-Inferenzchips inzwischen wieder geliefert werden, Hochleistungsprozessoren bleiben jedoch weitgehend eingeschränkt.
Wirtschaftlicher Rückschlag oder politisches Signal?
Ben Bajarin, CEO des Marktforschungsunternehmens Creative Strategies, relativiert laut Reuters die unmittelbaren Folgen: "Die Auswirkungen auf NVIDIA und AMD im Bereich allgemeiner Datenbeschleuniger sind minimal - die meisten Unternehmen nutzen DeepSeek nicht, das hauptsächlich als Benchmark-Modell dient". Zudem hätten neue KI-Codierungswerkzeuge die Zeit zur Hardware-Optimierung "von Monaten auf Wochen" verkürzt.
Tatsächlich sprechen auch andere Faktoren gegen einen akuten Gewinneinbruch. DeepSeek-Modelle wurden laut Reuters seit Januar 2025 mehr als 75 Millionen Mal auf der Plattform Hugging Face heruntergeladen - ein beachtlicher Wert, der jedoch nicht zwangsläufig in direkte Umsätze für westliche Hardwarehersteller übersetzt wird.
Für Anleger könnte dennoch ein ungutes Gefühl bleiben. Zwar übertraf NVIDIA zuletzt die Markterwartungen deutlich, doch zur Geschäftsentwicklung in China verlor der Konzern kein Wort. Angesichts der politischen Spannungen und der wachsenden technologischen Eigenständigkeit Chinas ist das zumindest bemerkenswert.
Laut Experten dürfte die operative Belastung für NVIDIA und AMD kurzfristig überschaubar bleiben. Strategisch jedoch könnte DeepSeeks Vorgehen ein Warnsignal sein. Sollte China systematisch versuchen, US-Hardware im eigenen KI-Ökosystem zu ersetzen, könnte das mittelfristig Marktanteile kosten - und damit womöglich den nächsten Schock für KI-Aktien auslösen.
Bettina Schneider / Redaktion finanzen.net
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