Geschäftsentwicklung

BioNTech überrascht mit Gewinn - Umsatz bricht ein

06.11.23 22:13 Uhr

BioNTech überrascht mit Gewinn - Umsatz bricht ein | finanzen.net

Der Impfstoffhersteller BioNTech hat seine Zahlen für das abgelaufene Jahresviertel vorgelegt.

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Bei BioNTech ist das dritte Geschäftsquartal 2023 mit einem Gewinn zu Ende gegangen. Im dritten Quartal stand unter dem Strich ein Nettogewinn von 160,6 Millionen Euro und damit wieder ein Plus nach einem Verlust von 190,4 Millionen im Vorquartal. Das Ergebnis je Aktie lag bei 0,67 Euro, nachdem vor Jahresfrist noch ein Gewinn von 6,98 Euro je Aktie in den Büchern gestanden hatte. Analysten hatten zuvor ein EPS von -0,590 Euro in Aussicht gestellt, damit hielt sich BioNTech auf Ergebnisseite deutlich besser als erwartet.

Der Umsatz lag mit 895,3 Millionen Euro deutlich unter dem Vorjahreswert von 3,46 Milliarden Euro. Hier hatten die Analystenschätzungen im Vorfeld bei 850,5 Millionen Euro gelegen.

Ähnlich die Entwicklung der Neun-Monatszahlen: Zwischen Januar bis September 2023 beläuft sich der Gewinn auf 472,4 Millionen (2022: 7,16 Mrd) und der Umsatz auf 2,34 Milliarden (13,03 Mrd) Euro.

Das Biotechnologieunternehmen BioNTech hat wie andere Hersteller mit dem schrumpfenden Absatz von Covid-19-Impfstoffen zu kämpfen. Die Prognose für die Erlöse mit Covid-19-Präparaten hat das Unternehmen nun gesenkt. Anders als etwa bei dem US-Partner Pfizer oder dem US-Konkurrenten Moderna steht bei den Mainzern am Ende des dritten Quartals aber ein Gewinn zu Buche.

Für das Gesamtjahr 2023 erwartet BioNTech nun Umsätze von rund vier Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Zuvor war es von etwa fünf Milliarden ausgegangen.

BioNTech sprach von einem positiven Ergebnis für das dritte Quartal. Es sei gelungen, dem Trend im Covid-19-Arzneimittelmarkt zu trotzen. Der US-Partner Pfizer war wegen der weggebrochenen Nachfrage im vergangenen Quartal in die roten Zahlen gerutscht und hatte Milliarden auf seine Lagerbestände abschreiben müssen. Auch Moderna hatte für das dritte Quartal einen Milliardenverlust gemeldet.

Finanzvorstand Jens Holstein sagte, ein wesentlicher Grund für das BioNTech -Ergebnis sei das Partnerschaftsmodell mit Pfizer und anderen Unternehmen, bei dem Gewinne und Kosten geteilt würden. "Unser strategisches Kollaborationsmodell mit großen Pharmaunternehmen hilft uns bei der Entwicklung und breiten Vermarktung von Medikamenten und bietet uns gleichzeitig zusätzliche finanzielle Flexibilität."

So könne auf das globale Netzwerk von Partnern für klinische Studien, ihr Vertriebsnetzwerk und ihre internen Ressourcen zurückgegriffen werden. Zudem seien die bei BioNTech entstandenen Abwertungen zu großen Teilen schon in den Ergebnissen zum Geschäftsjahr 2022 enthalten gewesen.

Abseits des Covid-Geschäfts treibt BioNTech die Entwicklung individualisierter Krebstherapien voran. Inzwischen seien elf Studien in der Phase 2 oder der finalen Phase 3. Drei der elf Studien seien im dritten Quartal gestartet worden. Vergleichsweise weit ist BioNTech den Angaben nach bei Therapien für Patienten mit Bauspeicheldrüsen- und Lungenkrebs. Seit Juni läuft eine Studie der Phase 3 für einen Wirkstoffkandidaten namens BNT316 gegen Lungenkrebs.

BioNTech setzt nach eigenen Angaben außerdem auf sogenannte Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADC). Man sehe in dieser Technologie das Potenzial, Chemotherapien zu ersetzen. Ein ADC-Kandidat sei in einer Phase-3-Studie. Mittels ADCs sollen grob gesagt Tumorzellen für die Immunzellen zugänglich gemacht werden, damit das Immunsystem einen Tumor attackieren kann. Die Pipeline an neuen Produkten sei im vergangenen Quartal um ADC-Kandidaten ergänzt worden, sagte BioNTech-Chef Ugur Sahin. "Wir konzentrieren uns mit unserer Strategie darauf, ein breitgefächertes Spektrum an sich ergänzenden Technologien zusammenzustellen."

Für die BioNTech-Aktie ging es im Handel an der NASDAQ 4,10 Prozent rauf auf 99,71 US-Dollar.

Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX

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