22.02.2019 21:48

"Das ist wirklich dumm": Charlie Munger kritisiert New York wegen Amazons Hauptquartier

Kritik an Steuerpolitik: "Das ist wirklich dumm": Charlie Munger kritisiert New York wegen Amazons Hauptquartier | Nachricht | finanzen.net
Kritik an Steuerpolitik
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Der Vizepräsident von Warren Buffetts Investmentholding Berkshire Hathaway, Charlie Munger, hat seine eigene Meinung dazu, dass Amazon seine Pläne für ein Hauptquartier in New York fallen lassen musste.
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Der Internetriese Amazon ist von seinen Plänen abgerückt, einen neuen großen Standort in Long Island City im Stadtteil Queens, New York, zu errichten. Das Unternehmen von Jeff Bezos verwies dabei insbesondere auf Widerstände aus der Lokal-Politik. Für Charlie Munger, seines Zeichens Investor und langjähriger Geschäftspartner von Investmentlegende Warren Buffett, ist der Gegenwind von politischer Seite völlig unverständlich.

"Wer würde keine reichen Leute wollen?"

Dabei verweist Munger insbesondere auf die Steuerpolitik von New York, denn diese gab den Ausschlag, dass Amazon seine Pläne für ein Hauptquartier in der Millionenstadt ad acta gelegt hat. Der US-Gigant hatte am neuen Standort 25.000 Menschen in Lohn und Brot bringen wollen, dafür sollte die Stadt dem Unternehmen Steuervergünstigungen in Höhe von drei Milliarden Dollar gewähren - während Amazon Investitionen in Höhe von 2,5 Milliarden Dollar versprach. Doch offenbar haben insbesondere die hohen Steuerzusagen an Amazon viele Lokalpolitiker dazu veranlasst, sich gegen den Deal auszusprechen. Zudem soll man sich Sorgen um die Mieten und Lebenshaltungskosten in der Region gemacht haben, wenn viele gut bezahlte Arbeitskräfte ihren Lebensmittelpunkt in und um Long Island verlegen.

Eine Haltung, die Charlie Munger gegenüber CNBC als "dumm" bezeichnete. "Die reichen Leute zu vertreiben, ist ziemlich dumm, wenn man ein Staat oder eine Stadt ist", so der Berkshire-Vize im Interview. Dass man freiwillig auf vermögende Bewohner verzichtet, kann der selbst von Forbes auf 1,7 Milliarden Dollar geschätzte Unternehmer nicht verstehen. "Sie sind alt. Sie bringen Arbeit für die Krankenhäuser. Sie belasten nicht die Schulen, die Polizei, die Gefängnisse. Sie geben viel. Wer würde keine reichen Leute wollen?"

Bewunderung für den Mega-Konzern

Für Amazons Entscheidung hat Munger demnach Verständnis, zumal er im Interview darüber hinaus auch lobende Worte für die Geschäftspolitik des Unternehmens fand. Das Unternehmen habe in Sachen Wachstum "Unglaubliches" geleistet, dessen Chef Jeff Bezos sei "brutal schlau". Und auch gegen die Kritik aus Washington, der sich Bezos immer wieder gegenüber sieht, weil er Eigentümer der "Washington Post" ist und weil sein Unternehmen zwischenzeitlich riesige Ausmaße angenommen hat, nimmt Munger den Amazon-Chef in Schutz: "Ich denke, dass er noch einen langen Weg vor sich hat. Nach oben".

Redaktion finanzen.net

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