MÄRKTE USA/Trump sorgt mit Grönland-Einigung für Kauflaune
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DOW JONES--US-Präsident Donald Trump hat am Mittwoch an der Wall Street für Kauflaune im späten Handel gesorgt und die Kurse befeuert. Nur Stunden nach seiner mit Spannung erwarteten Rede auf dem Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos kündigte er an, die angedrohten Zölle gegen acht europäische Staaten vom Tisch zu nehmen. Auf seiner Plattform Truth Social erklärte Trump, man habe sich nach einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte auf einen Rahmen für ein mögliches zukünftiges Abkommen zu Grönland und der gesamten Arktis, von dem alle Nato-Staaten profitieren dürften, geeinigt. In die weiteren Verhandlungen sind laut Trump Vizepräsident JD Vance, Außenminister Marco Rubio und der Sondergesandte Steve Witkoff eingebunden. Am Wochenende hatte Trump angekündigt, er werde ab Februar Zölle im Umfang von 10 Prozent auf Waren aus der Bundesrepublik, Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Finnland, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich erheben, weil sich diese Länder seiner Forderung nach einer Einverleibung Grönlands entgegenstellen.
Alle drei großen Börsenindizes bauten daraufhin ihre Gewinne erheblich aus und schlossen deutlich im Plus. Auch die Anleihemärkte bekamen einen Hauch von der bullischen Begeisterung ab, wobei die Rendite der 10-jährigen Anleihe auf 4,258 Prozent sank. Die Reaktion war allerdings bei weitem nicht so stark wie bei den Aktienkursen und Marktteilnehmer erinnerten daran, dass an den Anleihemärkten "kühlere Köpfe" vorherrschen. Der Dow-Jones-Index, S&P-500 und Nasdaq-Composite erhöhte sich jeweils um rund 1,2 Prozent. Dabei wurden an der Nyse 2.176 (Dienstag: 611) Kursgewinner und 584 (2.168) - verlierer gesehen. Unverändert schlossen 76 (65) Titel.
Die Rede von Trump in Davos hatte bereits vor der Grönland-Ankündigung für etwas Beruhigung gesorgt, nachdem es am Dienstag zu deutlichen Verlusten gekommen war. Trump hatte in Davos den Anspruch der Vereinigten Staaten zwar auf Grönland bekräftigt, allerdings für die angestrebte Übernahme der Arktisinsel Gewalt ausgeschlossen. "Ich muss keine Gewalt anwenden. Ich will keine Gewalt anwenden und ich werde keine Gewalt anwenden. Alles, worum die Vereinigten Staaten bitten, ist ein Ort namens Grönland", sagte er und forderte unterdessen unverzügliche Verhandlungen.
Zudem könnte die Entscheidung über die Nachfolge von Jerome Powell bald anstehen, denn Trump sagte in Davos, er werde "in nicht allzu ferner Zukunft" den Nominierten für den Fed-Vorsitz bekannt geben und fügte an: "Er wird eine sehr gute Arbeit leisten." Zu den heißen Kandidaten sollen Trumps Wirtschaftsberater Kevin Hassett, Fed-Direktor Christopher Waller und der Blackrock-Manager Rick Rieder zählen.
Weiterhin großen Zulauf verzeichnete angesichts der politischen Unsicherheit Gold und gewann 1,2 Prozent. Die Ölpreise tendierten nach der Trump-Ankündigung zu Grönland mit stärkeren Gewinnen. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im März stieg um 0,6 Prozent und der Preis für US-Öl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) legte um 0,5 Prozent zu. Neben den nachlassenden Spannungen zwischen den USA und Europa wegen Grönland habe auch die steigende Nachfrage nach Winterbrennstoffen gestützt, sagte ein Händler.
Die Renditen von US-Staatsanleihen haben einen volatilen Handelstag mit Verlusten beendet und Händler verwiesen auf einen "Taco-Effekt" nachdem Trump von seiner Zoll-Androhung abgerückt ist. Wegen seines Zickzack-Kurses in der Handelspolitik hatte ein Journalist die Abkürzung "Taco" geprägt für "Trump always chicken out", übersetzt: Trump kneift immer. Die Rendite der zehnjährigen Anleihe fiel 5 Basispunkte auf 4,248 Prozent.
Der Dollar-Index zeigte sich zur Schlussglocke mit 0,2 Prozent im Plus nach der Trump-Ankündigung zur Grönöand-Einigung.
Daneben ging die Bilanzsaison in eine neue Runde. Die Aktien von Netflix fielen um 2,2 Prozent. Die Zahlen des Streaminganbieters hatten nicht in allen Punkten überzeugt. Zudem gebe es am Markt Befürchtungen, dass Netflix im Bieterwettkampf mit Paramount zu viel für Warner Bros. zahlen könnte. Leicht negativ wurden auch die Geschäftszahlen von Johnson & Johnson aufgenommen, obwohl das Unternehmen für das laufende Jahr einen Umsatz und ein Ergebnis über den Konsensschätzungen der Analysten in Aussicht stellte. Die Aktie gab 0,1 Prozent nach. Travelers gewannen 1,1 Prozent. Der Versicherer hatte im vierten Quartal besser abgeschnitten als erwartet und seine Aktienrückkäufe aufgestockt. Kraft Heinz fielen um 5,2 Prozent. Einer Mitteilung des Lebensmittelkonzerns an die US-Börsenaufsicht zufolge könnte Berkshire Hathaway ihre Beteilung an Kraft Heinz verringern. Das Aktienpaket ist derzeit etwa 7,8 Milliarden Dollar wert.
INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
·DJIA 49.077,23 +1,2% 588,64 +0,9%
·S&P-500 6.875,62 +1,2% 78,76 -0,7%
·
·DEVISEN zuletzt +/- % 0:00 Di, 17:15 Uhr % YTD
·EUR/USD 1,1689 -0,3% 1,1721 1,1733 -0,2%
·EUR/JPY 185,01 -0,2% 185,38 185,31 +0,7%
·EUR/CHF 0,9295 +0,4% 0,9259 0,9268 -0,5%
·EUR/GBP 0,8703 -0,2% 0,8719 0,8717 -0,0%
·USD/JPY 158,27 +0,1% 158,17 157,94 +0,9%
·GBP/USD 1,3432 -0,1% 1,3444 1,3460 -0,2%
·USD/CNY 6,9990 +0,0% 6,9966 6,9959 -0,4%
·USD/CNH 6,9599 +0,1% 6,9558 6,9553 -0,3%
·AUS/USD 0,6763 +0,4% 0,6734 0,6743 +0,9%
·Bitcoin/USD 90.172,80 +2,1% 88.340,40 90.682,50 +1,0%
·
·ROHOEL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD
·WTI/Nymex 60,68 60,36 +0,5% 0,32 +4,6%
·Brent/ICE 65,27 64,92 +0,5% 0,35 +5,9%
·
·
·METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
·Gold 4.836,90 4.763,50 +1,5% 73,40 +10,3%
·Silber 93,27 94,60 -1,4% -1,33 +32,7%
·Platin 2.133,32 2.105,12 +1,3% 28,20 +20,1%
·Kupfer 5,84 5,81 +0,6% 0,03 +1,8%
·YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags
·(Angaben ohne Gewaehr)
Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com
DJG/cbr
(END) Dow Jones Newswires
January 21, 2026 16:48 ET (21:48 GMT)
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