Shared R&D belastet

EVOTEC-Aktie volatil: Quartalsgewinn deutlich gesunken

22.05.24 17:49 Uhr

EVOTEC-Aktie wechselt häufiger das Vorzeichen: Deutlicher Gewinnrückgang im ersten Quartal | finanzen.net

EVOTEC hat im ersten Quartal auch wegen der Schwäche im Development-Bereich seines Shared R&D-Geschäfts weniger verdient und umgesetzt als im Vorjahr.

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Wie bereits vor einigen Monaten angekündigt, leitet EVOTEC nun eine Neuausrichtung ein und gibt sich auch neue Berichtssegmente. Damit soll die Berichtsstruktur vereinfacht und gestrafft werden. Für das laufende Jahr stellte EVOTEC ein Wachstum beim Umsatz und bereinigten EBITDA in Aussicht. Zudem hat EVOTEC jetzt auch seinen neuen CEO berufen und Mario Polywka übernimmt als Interim CEO ab dem 3. Januar 2024.

Im ersten Quartal ist der Konzernumsatz um 2 Prozent (ohne Wechselkurseffekte) auf 208,7 Millionen Euro gesunken. Die Umsatzerlöse von Shared R&D rutschten um 23 Prozent auf 155,2 Millionen Euro ab, während die Umsatzerlöse von Just - EVOTEC Biologics um 383 Prozent auf 53,5 Millionen Euro kletterten. Das bereinigte Konzern-EBITDA fiel auf 7,8 Millionen Euro von 34,3 Millionen Euro, bedingt unter anderem durch steigende Herstellungs-, Vertriebs- und Verwaltungskosten sowie einen geringeren Beitrag der sonstigen betrieblichen Erträge. Analysten hatten mit einem Umsatz von 195 Millionen Euro bei einem bereinigten EBITDA von 15 Millionen Euro gerechnet.

Zur strategischen Neuausrichtung erklärte EVOTEC, es werde Anpassungen bei Größe und Standorten geben, um einen jährlichen positiven EBITDA-Beitrag von mehr als 40 Millionen Euro zu erreichen, mit erstem erwartetem Beitrag in der zweiten Jahreshälfte. Aus der Gentherapie will EVOTEC aussteigen und den Standort im österreichischen Orth schließen. Das Programm zur Optimierung des Einkaufs soll voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte zu ersten Einsparungen führen.

Für 2024 stellt EVOTEC ein Wachstum des Konzernumsatzes im zweistelligen Prozentbereich (2023: 781,4 Millionen Euro) in Aussicht. Beim bereinigten Konzern-EBITDA sieht EVOTEC ein Plus im mittleren zweistelligen Prozentbereich (2023: 66,4 Millionen Euro). Die konkretisierte Prognose werde man gemeinsam mit dem neuen CEO evaluieren und im Rahmen der Veröffentlichung des Halbjahresberichts aktualisieren.

So reagiert die EVOTEC-Aktie

Der Pharmawirkstoffforscher und -entwickler EVOTEC verzeichnete einen schwächeren Jahresauftakt, vor allem aber sorgt die künftige Strategie für Unsicherheit am Markt.

Analysten empfehlen das Papier weiter zum Kauf, die Anleger griffen daraufhin vorsichtig zu. Ab Mittag rutscht die Aktie zunächst ins Minus, schafft es dann aber letztlich doch noch, mit einem leichten Gewinn von 0,21 Prozent bei 9,56 Euro zu schließen.

Den drastischen Kursverlusten der Vergangenheit kann die im MDAX notierte Aktie der Hamburger damit weiterhin nichts entgegensetzen: Erst Ende April war es mit 8,52 Euro auf den tiefsten Stand seit 2017 abgesackt. Seit Jahresbeginn hat das Unternehmen mit 55 Prozent über die Hälfte seines Börsenwerts verloren.

Dennoch - oder gerade deshalb - raten 13 von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragte Experten zum Kauf der Aktie, kein einziger zum Verkauf. Die kanadische Bank RBC etwa beließ die Einstufung mit einem Kursziel von 16 Euro auf "Outperform". Dank des Bereichs Just EVOTEC Biologics habe der Wirkstoffforscher im ersten Quartal besser abgeschnitten als gedacht, schrieb Analyst Charles Weston.

Auch das Analysehaus Jefferies beließ die Einstufung mit einem Kursziel von 16 Euro auf "Buy". Der Umsatz habe die Erwartungen übertroffen, das Ergebnis sie aber verfehlt, schrieb Analyst Benjamin Jackson. Der Fokus liege auf dem Ausblick des Wirkstoffforschers Mitte August, wenn der neue Konzernchef Christian Wojczewski an Bord ist. EVOTEC hatte Wojczewski zum 1. Juli als neuen Firmenlenker ernannt.

Ebenso beließ das Analysehaus Warburg Research die Einstufung für EVOTEC mit einem Kursziel von 18 Euro auf "Buy". Das erste Quartal sei erwartungsgemäß kein Kurstreiber, schrieb Analyst Christian Ehmann. Etwas über den Erwartungen liegende Umsätze seien aber immerhin ein Lichtblick. Im Rest des Jahres müsse die Profitabilität des Wirkstoffforschers aber noch anziehen, um die Ergebniserwartungen zu erfüllen. Mit Blick auf gut gefüllte Auftragsbücher und erste Restrukturierungsmaßnahmen sei aber die Bühne bereitet.

Bei EVOTEC sanken im ersten Quartal sowohl der Umsatz als auch das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda). Die Prognose bestätigte das Unternehmen jedoch und sieht für 2024 ein Wachstum von Konzernumsatz und bereinigtem Ebitda im zweistelligen Prozentbereich.

EVOTEC kündigte eine umfassende Neuausrichtung an, unter anderem Anpassungen in der Größe und bei den Standorten. Die damit verbundenen Unwägbarkeiten verhindern derzeit aber offenbar einen Befreiungsschlag für den Aktienkurs. So bekräftigte das Management zwar den Ausblick auf das laufende Jahr, dieser soll aber noch einmal neu bewertet werden, wenn Wojczewski als neuer Konzernchef an Bord ist. Ein Händler sagte am Morgen, es gebe nach wie vor zu viele Fragezeichen.

FRANKFURT (Dow Jones) / (dpa-AFX)

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Bildquellen: REMY GABALDA/AFP/Getty Images

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