09.07.2022 22:17

So stark dürfte die hohe Inflation den Amazon Prime Day beeinflussen

Shopping-Event: So stark dürfte die hohe Inflation den Amazon Prime Day beeinflussen | Nachricht | finanzen.net
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Im Juli findet wieder der Prime Day beim Online-Riesen Amazon statt. Doch die hohe Inflationsrate, der Krieg in der Ukraine und die anhaltende Corona-Pandemie dürften nicht spurlos an dem zweitägigen Shopping-Event vorbeigehen, sondern für deutliche Änderungen sorgen.
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• Prime Day bei Amazon am 12. und 13. Juli
• Shopping-Event findet erstmals in Zeiten hoher Inflation statt
• Experten: Eher Güter des täglichen Bedarfs statt Unterhaltung im Fokus


Der Prime Day, ein zweitägiges Shopping-Event für Amazon-Kunden mit einer Prime-Mitgliedschaft, war in denen letzten Jahren ein Umsatzgarant für den Online-Händler. Auch in diesem Jahr findet die Rabattschlacht wieder statt, ihr Termin wurde auf den 12. und 13 Juli gelegt. Allerdings werfen dieses Mal die anhaltende Pandemie, der Ukraine-Krieg, angespannte Lieferketten und die hohe Inflation ihre Schatten auf das Event. Vor allem die Inflationsrate, die in den USA im Mai mit 8,6 Prozent auf den höchsten Stand seit mehr als 40 Jahren gestiegen ist, dürfte das Kaufverhalten der Kunden beeinflussen - aber laut Experten auch die Art der Schnäppchen, die Amazon wohl anbieten wird.

Verbraucher schauen genauer aufs Geld

Wie "GoBankingRates" unter Berufung auf eine Umfrage von JungleScout berichtet, gaben 38 Prozent der befragten US-Verbraucher an, 2022 generell weniger Geld auszugeben. Als Grund dafür nannten 72 Prozent von ihnen die hohe Inflation. Die anhaltende Eskalation der Warenpreise werde die Kunden weiter dazu bringen, nach Wegen zu suchen, um ihre Ausgaben zu senken, schrieb auch NielsenIQ, ein Big-Data-Unternehmen, das sich mit der Abbildung des Verbraucherverhaltens befasst, laut dem Blog "nkmsm.com" im Juni in einem Bericht über globale Online-Shopping-Events. Verbraucher dürften dementsprechend in diesem Jahr im Rahmen des Prime Days wohl weniger Impulskäufe tätigen und sich stattdessen genau überlegen, was sie kaufen und was nicht.

Ganz zurückhalten werden sie sich am Prime Day aber voraussichtlich nicht. Wie BlackFriday.com laut "nkmsm.com" herausgefunden hat, besitzen 65 Prozent der amerikanischen Verbraucher eine Prime-Mitgliedschaft und 88 Prozent dieser Mitglieder wollen am Prime Day auch etwas kaufen. Allerdings würden sie dafür im Schnitt nur 233 US-Dollar einplanen - und damit 93 US-Dollar weniger als noch im Vorjahr. Insgesamt dürfte der Prime Day laut Analysten der US-Investmentbank Jefferies in diesem Jahr 8,1 Milliarden US-Dollar zum Bruttowarenvolumen beitragen, was "mit dem Sommerereignis des letzten Jahres übereinstimmt", wie "CNBC" die Experten zitiert. Ein Umsatzwachstum ist im Vergleich zum Vorjahresevent also wohl nicht zu erwarten - was auch der generellen Geschäftsentwicklung bei Amazon entspricht. Bereits bei Vorlage der jüngsten Quartalszahlen im April musste Amazon das schwächste Umsatzwachstum seit zwei Jahrzehnten ausweisen - und in der Zwischenzeit hat der wirtschaftliche Gegenwind eher noch zugenommen.

Neue Warengruppen rücken beim Prime Day in den Fokus - Noch größere Rabatte möglich?

Aufgrund er hohen Inflationsrate dürfte sich in diesem Jahr auch die Art der Schnäppchen ändern, die Kunden beim Prime Day suchen - und die Amazon anbieten wird. "Menschen, die am Prime Day teilnehmen möchten, werden sich mehr auf praktische Einkäufe als auf unterhaltsame Dinge konzentrieren", sagte etwa Julie Ramhold, Verbraucheranalystin bei DealNews.com, gegenüber "CNBC". Angebote bei Basiskonsumgütern dürften in diesem Jahr jedoch im Gegenzug auch vermehrt zu finden sein. "Amazon möchte unbedingt den Wert des Prime-Abonnements beweisen, also denke ich, dass wir einige wirklich gute Angebote für Güter des täglichen Bedarfs wie Toilettenpapier, Papierhandtücher, Zahnpasta, Deodorant und Waschmittel sehen werden", so Casey Runyan vom Online-Rabattmarktplatz Brad’s Deals laut der Nachrichtenseite.

Ein weiterer Nebeneffekt davon, dass der Prime Day erstmals in einer Zeit mit einer Inflationsrate von mehr als acht Prozent stattfindet, könnte laut "GoBankingRates" aber auch sein, dass Händler noch größere Rabatte anbieten werden, damit sie ihre Produkte überhaupt an den Mann bringen können. "Für Verkäufer könnte es bedeuten, noch größere Angebote, Rabatte und Werbeaktionen anzubieten, um lustlose Verbraucher anzuziehen", so die Internetseite.

Amazon legt wohl mit zweitem Prime Day nach

Auch Amazon scheint bereits zu spüren, dass sich die Verbraucher aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beim anstehenden Prime Day zurückhalten werden - und plant wohl offenbar einen zweiten Prime Day im vierten Quartal. "Das Prime-Herbst-Deal-Event ist ein Prime-exklusives Shopping-Event im vierten Quartal", zitiert "CNBC" aus einer Amazon-Mail an ausgewählte Dritthändler, in der diese aufgefordert werden, Angebote dafür einzureichen. Womöglich hofft Amazon, dass sich bis zum Herbst die Lust der Kunden auf Online-Shopping wieder gebessert hat - oder will durch die Kombination der Events den Prime Day wieder etwas näher an seinen einstigen Status als großer Umsatzbringer heranbringen.

Redaktion finanzen.net

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Oskar

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