finanzen.net
11.03.2018 20:31

Deutsche Bank stockt Boni für Mitarbeiter auf

Trotz roter Zahlen: Deutsche Bank stockt Boni für Mitarbeiter auf | Nachricht | finanzen.net
Trotz roter Zahlen
Folgen
Die Deutsche Bank stockt trotz erneut roter Zahlen die Boni für ihre Mitarbeiter für das Jahr 2017 deutlich auf.
Werbung
"Wir werden etwas unter der Größenordnung von 2015 liegen: Der Betrag für die variable Vergütung wird für die gesamte Bank etwas oberhalb von zwei Milliarden Euro liegen", sagte Personalvorstand Karl von Rohr am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt.

Von einem Bonustopf in dieser Größenordnung hatte zuvor auch die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtet. Für 2015 waren 2,4 Milliarden Euro variable Vergütung geflossen, 2016 war der Topf dann deutlich auf rund 500 Millionen Euro geschrumpft. Vor allem die traditionell gut bezahlten Investmentbanker, bei denen etwa die Hälfte der Gelder landet, sollen sich für wieder höhere Boni eingesetzt haben. Details zur Vergütung für 2017 gibt es im Geschäftsbericht des DAX-Konzern an diesem Freitag (16.3.).

2017 hatte Deutschlands größtes Geldhaus zwar vor Steuern mit 1,3 Milliarden Euro (Vorjahr: minus 810 Mio Euro) erstmals seit drei Jahren ein positives Ergebnis erzielt. Eine einmalige Belastung von rund 1,4 Milliarden Euro infolge der US-Steuerreform drückte den Dax-Konzern unter dem Strich aber erneut in die roten Zahlen: Knapp eine halbe Milliarde Euro Verlust (minus 497 Mio Euro) stand Ende 2017 in den Büchern. 2015 hatte die Bank ein Rekordminus von rund 6,8 Milliarden Euro verbucht, 2016 lag das Minus bei 1,4 Milliarden Euro.

"Wir hatten unseren Mitarbeitern versichert, dass wir zum regulären Vergütungssystem zurückkehren wollen. Es wäre nicht angemessen, den Mitarbeitern jetzt zu sagen, das wird nun nichts, weil kurz vor Weihnachten in den Vereinigten Staaten eine Steuerreform verkündet wurde", sagte von Rohr. "Es handelt sich ja um einen negativen buchhalterischen Einmaleffekt, in dessen Folge wir nun höhere Gewinne erzielen."

Die neuen Steuergesetze in den USA belasteten auch bei etlichen US-Wettbewerbern die Jahresbilanzen 2017. Unter anderem können Banken US-Steuern nicht mehr so stark durch frühere Verluste drücken. Auf längere Sicht dürften die Institute aber von der Reform profitieren.

Der Vorstand verzichte jedoch erneut auf eine variable Vergütung - "und das nicht, weil wir der Meinung sind, dass wir schlecht gearbeitet hätten", wie von Rohr betonte. "Sondern weil wir es für das Beste halten, dass der Vorstand die Verantwortung übernimmt und sich gleichzeitig vor alle Mitarbeiter stellt."

Den Verzicht des Vorstands hatte zuvor bereits Konzernchef John Cryan auf einer Veranstaltung in Austin (Texas) angekündigt, wie "Zeit online" berichtete. Cryan hatte schon zur Bilanzvorlage klargestellt, üppige Boni seien beim deutschen Branchenprimus kein Automatismus. "Die diesjährige variable Vergütung ist eine einmalige Investition, um der neuen Führung unserer Unternehmens- und Investmentbank die Chance zu geben, unsere Marktposition zu sichern und auf ausgewählten Geschäftsfeldern auszubauen", sagte Cryan Anfang Februar.

Personalchef von Rohr verteidigte die Zahlungen: "Was immer ein bisschen in Vergessenheit gerät ist, dass wir unsere Bank seit drei Jahren aufräumen und grundsätzlich neu ausrichten. Wir sind mitten in einem Mehrjahresprogramm und haben schon eine Menge erreicht."

Einen Bericht der "Welt am Sonntag", wonach bei der Integration der Postbank deutlich mehr Stellen wegfallen sollen, als bisher befürchtet, wollte die Deutsche Bank am Sonntag nicht kommentieren. Vize-Vorstandschef Christian Sewing sagte der Zeitung: "Konkrete Maßnahmen zum Mitarbeiterabbau kommunizieren wir immer dann, wenn wir ein Etappenziel erreicht und es mit den Arbeitnehmervertretern abgestimmt haben." Es sei aber klar, dass Doppelfunktionen abgebaut würden.

Nach "Welt"-Informationen sollen in den kommenden vier Jahren jeweils 1500 Mitarbeiter über freiwillige Abfindungsprogramme und natürliche Fluktuation das Unternehmen verlassen. Damit würde im Privat- und Firmenkundengeschäft beider Häuser mit derzeit rund 30 000 Beschäftigten jede fünfte Stelle wegfallen. Betriebsbedingte Kündigungen sind bis Mitte 2021 ausgeschlossen.

Ab dem zweiten Quartal 2018 soll das Privat- und Firmenkundengeschäft der Deutschen Bank und der Bonner Tochter unter einem rechtlichen Dach arbeiten. Die Zusammenlegung ist Teil eines größeren Umbaus der Deutschen Bank, mit dem Deutschlands größtes Geldhaus den Anschluss an die internationale Konkurrenz wiederfinden will./ben/sl/DP/he

FRANKFURT (dpa-AFX)

Werbung

Aktuelle Zertifikate von

NameTypWKNHebel
Mini Future Long auf Deutsche BankJC7R5U
Mini Future Short auf Deutsche BankJC6WHG
Den Basisprospekt sowie die endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie hier: JC7R5U, JC6WHG. Beachten Sie auch die weiteren Hinweise** zu dieser Werbung.
Bildquellen: 360b / Shutterstock.com

Nachrichten zu Deutsche Bank AG

  • Relevant
    4
  • Alle
    9
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Deutsche Bank AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
28.09.2020Deutsche Bank UnderperformRBC Capital Markets
23.09.2020Deutsche Bank NeutralUBS AG
23.09.2020Deutsche Bank NeutralJP Morgan Chase & Co.
22.09.2020Deutsche Bank HaltenDZ BANK
09.09.2020Deutsche Bank ReduceKepler Cheuvreux
08.04.2020Deutsche Bank kaufenDZ BANK
28.06.2019Deutsche Bank kaufenDZ BANK
24.10.2018Deutsche Bank buyequinet AG
30.08.2018Deutsche Bank buyequinet AG
24.05.2018Deutsche Bank kaufenDZ BANK
23.09.2020Deutsche Bank NeutralUBS AG
23.09.2020Deutsche Bank NeutralJP Morgan Chase & Co.
22.09.2020Deutsche Bank HaltenDZ BANK
04.09.2020Deutsche Bank NeutralUBS AG
02.09.2020Deutsche Bank NeutralGoldman Sachs Group Inc.
28.09.2020Deutsche Bank UnderperformRBC Capital Markets
09.09.2020Deutsche Bank ReduceKepler Cheuvreux
04.09.2020Deutsche Bank UnderperformRBC Capital Markets
12.08.2020Deutsche Bank SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
04.08.2020Deutsche Bank SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Deutsche Bank AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen

Jetzt kostenlos anmelden!

Investieren wie Warren Buffet? Wie das funktioniert, erfahren Sie im im Online-Seminar heute um 18 Uhr!

Jetzt kostenlos anmelden!
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

DAX leichter -- Siemens-Aktien kurz auf Mehrjahreshoch -- HORNBACH optimistischer -- BaFin startet mit Sonderprüfung bei GRENKE -- Allianz, HELLA, Walmart, Koenig & Bauer im Fokus

KKR-Aktie: Bund prüft strategische Beteiligung an Rüstungskonzern Hensoldt. thyssenkrupp teilt Auto-Anlagenbau - 800 Stellen fallen weg. E.ON-Tochter Westenergie AG soll "Amazon für Stadtwerke" werden. Richter sieht rechtliche Probleme bei Trumps Vorgehen gegen TikTok. Munich Re-Aktie schwächster DAX-Titel. TOTAL übernimmt Londons größten Stromtankstellenanbieter. Nestlé-Chef: Pflanzliche Lebensmittel in der Pandemie gefragt. McAfee will zurück an die Börse.

Umfrage

Wo sehen Sie den DAX Ende 2020?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Siemens Energy AGENER6Y
NEL ASAA0B733
BioNTechA2PSR2
TeslaA1CX3T
Apple Inc.865985
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Amazon906866
Siemens AG723610
BayerBAY001
BYD Co. Ltd.A0M4W9
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Deutsche Telekom AG555750
Allianz840400
Lufthansa AG823212