10.11.2020 12:43

adidas-Aktie gibt nach: adidas erholt sich - Corona belastet Schlussquartal

Umsatzrückgang: adidas-Aktie gibt nach: adidas erholt sich - Corona belastet Schlussquartal | Nachricht | finanzen.net
Umsatzrückgang
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Der Sportartikelhersteller adidas hat sich im dritten Quartal kräftig erholt.
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Wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie blieben Umsatz und Ergebnis jedoch deutlich hinter dem Vorjahr zurück, wie adidas am Dienstag in Herzogenaurach mitteilte. Für das vierte Quartal zeigte sich Konzern vorsichtig: So dürften die wieder steigenden Infektionszahlen das Geschäft belasten.

"Waren wir zu Beginn des vierten Quartals zunächst wieder auf einem Wachstumspfad, erfordert die aktuelle Verschlimmerung der Pandemie in vielen Regionen der Welt erneut unsere Geduld und Unterstützung", kommentierte Konzernchef Kasper Rorsted. Die Coronavirus-Pandemie hatte sich adidas zufolge zuletzt in wichtigen Märkten verschlimmert, was zum Teil zu neuen Lockdown-Maßnahmen führte. Ende September seien 96 Prozent der Läden geöffnet gewesen, zuletzt nur noch 93 Prozent. Weitere Beschränkungen insbesondere in Europa hätten sich negativ auf das Kundenaufkommen in den Geschäften ausgewirkt. In Europa seien bereits wieder 40 Prozent der Geschäfte geschlossen, sagte Rorsted in einer Telefonkonferenz. Unter anderem hatten Frankreich und Großbritannien die Schließung von Geschäften außerhalb der Lebensmittelbranche verfügt.

adidas erwartet daher für das Schlussquartal einen währungsbereinigten Umsatzrückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich im Vergleich zum Vorjahr. Das Betriebsergebnis sieht der Sportartikelhersteller bei 100 bis 200 Millionen Euro. Dabei gehören die letzten drei Monate des Jahres traditionell zu den ergebnisseitig schwächeren. Der Konzern stellte die Prognose dabei unter den Vorbehalt, dass es zu keinen weiteren umfangreichen Lockdowns kommt.

Im dritten Quartal sanken die Umsätze von adidas im Vergleich zum Vorjahr um 7 Prozent auf knapp 6 Milliarden Euro. Währungsbereinigt habe das Minus 3 Prozent betragen, teilte adidas weiter mit. Von steigender Bedeutung sei das E-Commerce-Geschäft, sagte Rorsted. Dieses stieg im Quartal um 51 Prozent.

Das Betriebsergebnis gab um mehr als 11 Prozent auf 794 Millionen Euro nach, übertraf damit jedoch die Analystenerwartungen. Dank Einsparungen konnte Adidas das Betriebsergebnis im Vergleich zum zweiten Quartal um rund 1,1 Milliarden Euro verbessern. Der Gewinn aus den fortgeführten Geschäftsbereichen sank um gut 10 Prozent auf 578 Millionen Euro.

Zurück hielt sich adidas bei den Spekulationen um einen möglichen Verkauf der Tochter Reebok. Rorsted wollte sich in der Telefonkonferenz nicht dazu äußern. Er erklärte lediglich, dass das Management weiter an einem Strategieplan bis 2025 inklusive Reebok arbeite.

Weiter hieß es von Rorsted, er sei ganz zufrieden mit dem Fortschritt der Restrukturierung von Reebok. Die hohen Erwartungen, die mit der Übernahme 2006 verbunden waren, hatte das Unternehmen nie erfüllen können. Zuletzt hatte adidas die Marke wieder ganz auf Fitness ausgerichtet. Rorsted hatte immer wieder gesagt, Reebok selbst sanieren zu wollen. Jedoch wird seit Jahren immer wieder über einen Verkauf spekuliert. Erste Finanzinvestoren sollen bereits Interesse signalisiert haben.

Zum Quartalsende blickte adidas auf flüssige Mittel von 3,2 Milliarden Euro. Die Nettofinanzverbindlichkeiten bezifferte der Konzern auf knapp 1,1 Milliarden Euro. Den Konsortialkredit der staatseigenen Förderbank KfW über 3 Milliarden Euro hat adidas unterdessen abgelöst. Die 500 Millionen Euro, die das Unternehmen daraus in Anspruch genommen hatte, wurden bereits zurückgezahlt, wie es weiter hieß. Unterdessen sicherte sich adidas einen neuen Konsortialkredit mit mehreren Partnerbanken in einem Volumen von 1,5 Milliarden Euro.

Corona-Unsicherheit belastet adidas-Aktien nach Vortagessprung

Die fortgesetzten Unsicherheiten durch die Corona-Krise haben am Dienstag auf den Aktien von adidas gelastet. Das lag Analysten zufolge jedoch nicht allein an den kräftigen Vortagesgewinnen, als die Papiere im Zuge einer allgemeinen Börseneuphorie über einen Corona-Impfstofferfolg um fast acht Prozent nach oben gesprungen waren. Vielmehr enttäuschten die Aussagen des Sportartikelherstellers zum restlichen Jahresverlauf.

Die Aktie verlor am frühen Mittag mehr als 5 Prozent. Analysten monierten die schwächeren Zielvorgaben für das Schlussquartal. Dagegen kam das dritte Quartal gut an. Die Herzogenauracher hätten sich stark erholt, schrieb Analyst Jörg Frey von Warburg Research. Die Umsatzdynamik sei allerdings schwächer als bei der Konkurrenz. So hatte PUMA jüngst für das dritte Quartal währungsbereinigt mit einem zweistelligen prozentualen Wachstum aufwarten können.

Zugleich hielten sie sich weiter über der erst vor wenigen Tagen zurückeroberten 21-Tage-Linie, die aktuell bei etwa 275,65 Euro verläuft. Diese Durchschnittslinie signalisiert charttechnisch interessierten Anlegern den kurzfristigen Trend der Aktien.

Mit Blick auf 2020 haben die adidas-Papiere ihre Verluste - im März lag das Corona-Crashtief bei rund 162 Euro - nun fast komplett aufgeholt. Das reicht aber nur für einen Platz im Mittelfeld des DAX, der rund eineinhalb Prozent unter dem 2019er-Schluss notiert.

Positiv äußerte sich JPMorgan-Analystin Chiara Battistini zur Zahlenvorlage an diesem Morgen nun vor allem über das "starke operative Ergebnis (Ebit)" im dritten Quartal. Es habe sich besser als zuvor vom Management in Aussicht gestellt entwickelt, schrieb sie.

Auch von RBC-Analyst Piral Dadhania und Jefferies-Experte James Grzinic lobten die Ergebnisseite: Vor allem dank überraschend deutlich gesunkener Betriebskosten habe der Sportartikelhersteller stark abgeschnitten, kommentierte Grzinic. Und Dadhania präzisierte, dass vor allem die Marketingausgaben rückläufig gewesen seien.

Die Aussagen zum angelaufenen Schlussviertel 2020 kamen dagegen bei allen drei Experten nicht gut an. Sie seien "enttäuschend", schrieb etwa Dadhania. Grzinic nannte sie "wenig konstruktiv" und verwies dabei auf die gegenwärtige Nachfrage und wieder steigende Kosten bei adidas.

Chiara Battistini hält die kurzfristigen Prognosen des Managements außerdem für den Auslöser der aktuellen Gewinnmitnahmen: "Nach der jüngsten soliden Aktienkurs-Rally und den optimistischen Erwartungen vor den Zahlen - insbesondere nach soliden Berichten von Wettbewerbern wie PUMA, Under Armour und Asics - dürften die Aussagen nun belasten, und zwar trotz des starken Ebit im dritten Quartal."

Ein Händler verwies als positiven Aspekt noch auf die Ablösung eines KfW-Kredits, der zur Überbrückung der Corona-Krise aufgenommen worden war. "Das ist nützlich für künftige Dividendenzahlungen", sagte er und sah darin eine gewisse Unterstützung für den Aktienkurs.

(dpa-AFX)

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