Zahlen im Blick

VW-Aktie dennoch höher: Gewinneinbruch 2025 - Jobs fallen weg - Rheinmetall möglicher Interessent für Osnabrück

10.03.26 19:46 Uhr

VW-Aktie legt dennoch zu: Gewinn 2025 eingebrochen - Stellenstreichungen geplant - Interesse von Rheinmetall an Standort Osnabrück? | finanzen.net

Der Volkswagen-Konzern strebt nach einem Gewinneinbruch im vergangenen Jahr wieder mehr Profitabilität an.

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Der Volkswagen-Konzern will nach dem herben Gewinneinbruch im vergangenen Jahr Schritt für Schritt eine Verbesserung der Ertragskraft angehen. Dabei blieben die Wolfsburger mit ihren Zielsetzungen für die operative Marge unter den mittleren Expertenerwartungen. Im eigentlichen Geschäft abseits milliardenteurer Sonderlasten aus US-Zöllen und dem Umbau bei der einstigen Renditeperle Porsche machte der Konzern im Tagesgeschäft Fortschritte bei den Kosten. So soll es nach Vorstellung von Konzernchef Oliver Blume weitergehen - allzu konkret wurde er bei angedachten weiteren Einsparungen aber nicht. Die in den vergangenen Tagen arg gebeutelte Aktie legte trotzdem zu.

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Die operative Gewinnmarge im Konzern vor Zinsen und Steuern dürfte sich in diesem Jahr auf 4,0 bis 5,5 Prozent erholen, teilte der DAX-Konzern am Dienstag in Wolfsburg mit. Vergangenes Jahr war sie deutlicher als gedacht um 3,1 Prozentpunkte auf 2,8 Prozent abgerutscht, weil die Geschäfte in China weiter schwach blieben und die US-Zölle ins Kontor schlugen. Vor allem die einstige Ertragsperle Porsche AG erlitt wegen eines Schwenks bei ihrer Elektroautostrategie einen herben Gewinneinbruch. Analysten hatten für das neue Jahr bisher auf Konzernebene mit 5,3 Prozent gerechnet, befanden sich also fast am oberen Ende der neuen Spanne.

Der Konzern wolle seine Verbrennerfahrzeuge wettbewerbsfähig halten und in Software und Elektroantriebe investieren, sagte Finanzchef Arno Antlitz laut Mitteilung. Das aktuelle Ergebnisniveau reiche dafür mit 4,6 Prozent operativer Marge bereinigt um Umbaukosten vor allem für den Jobabbau nicht aus. "Dies können wir nur leisten, wenn wir weiter konsequent unsere Kosten senken, Konzernsynergien heben, unsere Komplexität reduzieren und so unsere Ertragskraft nachhaltig steigern", sagte der Manager. Darauf wolle sich das Unternehmen in den kommenden Monaten konzentrieren.

Weil das Umfeld schwieriger geworden ist, nahm VW allerdings seine Ambitionen für die Marge 2030 etwas zurück. Statt 9 bis 11 Prozent dürften es wohl nur 8 bis 10 Prozent werden, räumte der Vorstand um Konzernchef Oliver Blume ein.

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Der Gewinn von Europas größtem Autobauer ist im vergangenen Jahr um knapp die Hälfte eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahr sei das Konzernergebnis nach Steuern 2025 um rund 44 Prozent von 12,4 Milliarden Euro auf 6,9 Milliarden Euro gesunken, hieß es vom Konzern. Das operative Ergebnis schmolz um mehr als die Hälfte auf 8,9 Milliarden Euro ab. Die Sonderbelastungen bei Porsche kosteten 4,7 Milliarden Euro, hinzu kamen die US-Zölle mit 2,9 Milliarden. Im Gesamtjahr verwies der Konzern auf Sonderkosten von 8,8 Milliarden Euro. Ohne diese hätte die operative Marge bei 5,5 Prozent gelegen.

Der Umsatz ging um 0,8 Prozent auf knapp 322 Milliarden Euro zurück. Dieses Jahr soll der Erlös bis zu drei Prozent zulegen, mindestens aber stabil bleiben. Die Dividende soll für 2025 mit 5,26 Euro je Vorzugsaktie 17 Prozent unter dem Vorjahreswert liegen. Experten hatten mit einem deutlicheren Einschnitt bei der Ausschüttung gerechnet. Volkswagen will zudem nach den erfolgreichen Einsparbemühungen bei den freien Finanzmitteln (Netto-Cashflow) gegen Jahresende Kurs halten: Die Investitionsquote im Fahrzeuggeschäft soll nach unerwartet niedrigen 11,8 Prozent im vergangenen Jahr auch dieses Jahr zwischen 11 und 12 Prozent liegen. Zu hohe Investitionsausgaben waren jahrelang ein Vorwurf von Investoren an das Management, weil das Geld dann nicht für Ausschüttungen an die Anteilseigner zur Verfügung steht.

Im Schlussquartal schnitt VW wieder besser ab als in den ersten neun Monaten. Im dritten Quartal war der Konzern vor allem wegen Porsche noch tief in die roten Zahlen gerutscht und hatte mehr als eine Milliarde Euro Verlust verbucht.

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Bei den Verkäufen war der Konzern 2025 knapp unter die Marke von neun Millionen Fahrzeugen gefallen, ein halbes Prozent weniger als ein Jahr zuvor. In Europa legte der Konzern zwar sogar zu. Das konnte Rückgänge in China und Nordamerika aber nicht ausgleichen. In China fiel der anteilige operative Gewinn der dortigen Gemeinschaftsunternehmen von gut 1,7 Milliarden Euro auf nur noch 958 Millionen Euro. Dieses Jahr dürfte er weiter auf 0,2 bis 0,6 Milliarden sinken, auch wegen Anlaufkosten für neue Modelle. Ab kommendem Jahr soll es wieder aufwärtsgehen, sagte Antlitz auf der Pressekonferenz. Porsche verdiente weltweit im Autogeschäft 2025 - also ohne Finanzdienstleistungen gerechnet - nur noch 90 Millionen Euro operatives Ergebnis.

Etwas besser sah es bei der Markengruppe mit den Massenmarken (VW Pkw, Skoda, Seat/Cupra, leichte VW Nutzfahrzeuge) aus. Aber auch dort ging der operative Gewinn trotz Umsatzsteigerung vor allem wegen Zöllen leicht zurück. VW Pkw allein, wo der Konzern bis 2030 in Deutschland rund 35.000 Stellen streicht, steigerte die Marge nur leicht von 2,9 auf 3,0 Prozent. Die Batteriesparte sowie die Softwaretochter Cariad fuhren weiter Milliardenverluste ein.

VW-Aktie zieht an

p> Die Hoffnung auf ein kurz bevorstehendes Ende des Iran-Kriegs hat am Dienstag für einen Erholungsschub in der europäischen Autobranche gesorgt. Der Brent-Ölpreis, der tags zuvor zeitweise bis knapp unter 120 US-Dollar gestiegen war, bevor er wieder spürbar nachgegeben hatte, sank weiter. Davon profitierten im DAX auch die Vorzugsaktien von Volkswagen, die am Vortag noch auf ein Tief seit Juni 2025 abgesackt waren. Das Zahlenwerk und der Ausblick des Autobauers fielen Analysten zufolge eher durchwachsen aus.

Schlussendlich legten die VW-Papiere via XETRA mit plus 2,82 Prozent auf 90,30 Euro nur geringfügig stärker zu als die Titel von Mercedes-Benz, BMW oder der Porsche AG. Für die VW-Beteiligungsgesellschaft Porsche SE ging es um 4,01 Prozent auf 37,46 Euro aufwärts.

Analyst Christian Frenes von Goldman Sachs sah in den wichtigsten Kennziffern zum Schlussquartal 2025 von VW Licht und Schatten. Zwar sei das Kerngeschäft, die Entwicklung der Markengruppe, stark gewesen. Doch operativ habe die Konzerngruppe die Erwartungen verfehlt - vor allem wegen der Sparte Financial Services, die von einem Rückstellungseffekt belastet worden sei. Obendrein dürfte nach dem schwächer als erwarteten Ausblick auf 2026 nun die durchschnittliche Analystenschätzung (Konsens) für das Ergebnis je Aktie etwas sinken.

RBC-Analyst Tom Narayan verwies darauf, dass der Mittelpunkt der vom Management ausgegebenen Zielspanne für das operative Ergebnis (Ebit) des Gesamtkonzerns nur 15,5 Milliarden Euro hoch sei, während der Konsens für 2026 bei 17,1 Milliarden Euro liege. Zudem habe VW mit den Aussagen zum freien Barmittelzufluss im Autogeschäft enttäuscht, denn auch hier liege die Mitte der Spanne deutlich unter der Konsensschätzung.

Positiv hielt Narayan jedoch fest, dass die Wolfsburger mit Blick auf die US-Zölle besser als die europäische Konkurrenz aufgestellt seien und sich die Lage für die Kernmarke VW in China zu verbessern scheine.

VW-Chef Blume verdient weniger - Diess weiter vorn

Der Gewinneinbruch bei VW und Porsche AG lässt auch den Verdienst von Konzernchef Oliver Blume schrumpfen. Einschließlich Altersvorsorge und variabler Vergütung für mehrere Jahre erhielt er im vergangenen Jahr 7,4 Millionen Euro, wie auf dem Geschäftsbericht des Konzerns hervorgeht. Im Jahr zuvor waren es noch rund drei Millionen Euro mehr gewesen, die Blume von VW und Porsche zusammen bekommen hatte.

Bestbezahlter VW-Manager war dagegen auch 2025 erneut Blumes Vorgänger Herbert Diess. Einschließlich Altersvorsorge und variabler Vergütung kam er 2025 auf 9 Millionen Euro. Diess musste den Posten zwar 2022 an Blume abgeben und war aus der Konzernspitze ausgeschieden. Er stand aber weiter bei VW auf der Gehaltsliste. Erst im Oktober 2025 ging er in den Ruhestand.

Gründe für den Rückgang bei Blumes Bezügen war vor allem eine Bonuskürzung bei VW und der komplette Ausfall der variablen Vergütung bei Porsche. Blume war bis Ende 2025 Chef beider Unternehmen. Seit 1. Januar ist er nur noch VW-Chef.

VW-Konzern bekräftigt: 50.000 Jobs fallen bis 2030 weg

Der VW-Konzern hat das Ziel bekräftigt, bis 2030 Zehntausende Jobs zu streichen. "In Summe sollen im Volkswagen- Konzern bis 2030 rund 50.000 Stellen in Deutschland wegfallen", heißt es im Geschäftsbericht des Konzerns. Das Ziel hatte der Konzern bereits ab Ende 2024 in Tarifeinigungen bei den einzelnen Marken genannt.

35.000 Stellen fallen allein bei der Kernmarke Volkswagen Pkw weg. Weitere kommen bei Audi und Porsche hinzu: Bei Audi sollen bis 2029 bis zu 7.500 Stellen wegfallen, bei Porsche bisherigen Plänen zufolge 3.900 Stellen inklusive Leiharbeitern. Der Abbau soll vor allem über Altersteilzeit und Abfindungen erfolgen. Betriebsbedingte Kündigungen wurden dabei ausgeschlossen.

JPMorgan belässt Volkswagen (VW) auf 'Neutral' - Ziel 110 Euro

Die US-Bank JPMorgan hat Volkswagen nach Zahlen mit einem Kursziel von 110 Euro auf "Neutral" belassen. Der Autobauer habe dank der Kernmarke VW sowie der Töchter Skoda und Audi ein insgesamt starkes Schlussquartal 2025 hinter sich, schrieb Jose Asumendi am Dienstag in seiner ersten Reaktion. Geholfen hätten auch die Bemühungen für einen guten Barmittelzufluss. Der Dividendenvorschlag liege über dem von Volkswagen zur Verfügung gestellten Konsens.

VW kündigt Entscheidung zu Werk Osnabrück bis Ende 2026 an - Rüstung im Auge

VW will bis Ende 2026 über die Zukunft des Werks Osnabrück entscheiden. "Wir sind in Osnabrück weiterhin dabei, an einer Lösung zu arbeiten, im Moment noch lösungsoffen, haben dort auch Gespräche beispielsweise mit Rüstungsunternehmen", sagte Konzernchef Oliver Blume bei der Bilanzvorlage in Wolfsburg. "Wir werden im Laufe des Jahres bekanntgeben, wie es dort weitergeht."

Als möglicher Interessent für den Standort gilt seit langem der Rüstungskonzern Rheinmetall. Laut "Automobilwoche" will Rheinmetall dort schusssichere Fahrerhäuser für Militärlaster fertigen lassen. Die Produktion der in Osnabrück gebauten Porsche-Modelle läuft in diesem Jahr aus, Mitte 2027 dann auch die Fertigung des VW T-Roc Cabrios. Das Werk hat rund 2.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

WOLFSBURG / NEW YORK (dpa-AFX)

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19.03.2026Rheinmetall OverweightBarclays Capital
17.03.2026Rheinmetall OverweightJP Morgan Chase & Co.
13.03.2026Rheinmetall BuyJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
12.03.2026Rheinmetall HoldWarburg Research
12.03.2026Rheinmetall KaufenDZ BANK
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19.03.2026Rheinmetall OverweightBarclays Capital
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13.03.2026Rheinmetall BuyJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
12.03.2026Rheinmetall KaufenDZ BANK
12.03.2026Rheinmetall BuyJefferies & Company Inc.
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12.03.2026Rheinmetall HoldWarburg Research
11.02.2026Rheinmetall HoldWarburg Research
24.11.2025Rheinmetall Market-PerformBernstein Research
19.11.2025Rheinmetall HoldWarburg Research
19.11.2025Rheinmetall Market-PerformBernstein Research
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14.06.2019Rheinmetall ReduceOddo BHF
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