EZB im Blick

Aus diesem Grund dämmt der Eurokurs seine Verluste ein

12.03.20 20:18 Uhr

Aus diesem Grund dämmt der Eurokurs seine Verluste ein | finanzen.net

Der Eurokurs hat am Donnerstag im späten US-Devisenhandel die Verluste eingegrenzt.

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Devisen

0,1237 EUR 0,0000 EUR 0,03%

8,0814 CNY -0,0022 CNY -0,03%

0,8672 GBP 0,0000 GBP 0,00%

9,0417 HKD -0,0103 HKD -0,11%

183,4035 JPY -0,7465 JPY -0,41%

1,1595 USD 0,0000 USD 0,00%

1,1540 EUR 0,0030 EUR 0,26%

0,0055 EUR 0,0000 EUR -0,03%

0,8625 EUR 0,0004 EUR 0,05%

Zuletzt notierte die Gemeinschaftswährung mit 1,1196 US-Dollar. Im späten europäischen Währungsgeschäft war der Euro im Tief bis auf 1,1055 Dollar gefallen. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank den Referenzkurs auf 1,1240 (Mittwoch: 1,1336) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8897 (0,8822) Euro gekostet.

Die Maßnahmen der EZB im Kampf gegen die Auswirkungen der Coronakrise hatten die Talfahrt des Euro noch beschleunigt. Die EZB hat eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Viruskrise abzumildern. Es wurde unter anderem eine zeitweilige Ausweitung der Wertpapierkäufe beschlossen. Die von vielen Beobachtern erwartete Senkung des Einlagezinses gab es jedoch nicht. EZB-Präsidentin Christine Lagarde forderte von den EU-Institutionen und den Mitgliedsländern ein entschlossenes und koordiniertes Handeln.

"Beim Coronavirus handelt es sich um einen Angebots- und Nachfrageschock, den die Notenbanken nicht wirklich beeinflussen können", verteidigte Otmar Lang, Chefvolkswirt der Targobank, die EZB. "Es wäre grob vermessen, darauf zu setzen, dass Notenbanken aktuell mit ihrer Geldpolitik eine stabilisierende Wirkung auf Finanzmärkte und Wirtschaftsräume ausüben können." Dies habe auch die Zinssenkung der US-Notenbank in der vergangenen Woche gezeigt, die an den Finanzmärkten die gewünschte Wirkung verfehlt habe.

Der Euro war schon am Vormittag unter Druck geraten. Die Ankündigung von US-Präsidenten Donald Trump, wegen der Ausbreitung des Coronavirus die US-Grenzen für EU-Bürger für zunächst 30 Tage zu schließen, führte zu einem erneuten Ausverkauf an den Aktienmärkten. Belastet wurde der Euro auch durch die Lage in Italien. Seit Donnerstagmorgen bleiben die meisten Geschäfte im ganzen Land geschlossen. Nur Supermärkte und Apotheken bleiben geöffnet. Die Maßnahmen dürften die ohnehin schon schwächelnde italienische Wirtschaft stark belasten.

/bek/fba

NEW YORK(dpa-AFX)

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