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05.07.2018 19:33
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Morgan Stanley revidiert Kursziel für den Ölpreis - nach oben

Öl im zweiten Halbjahr: Morgan Stanley revidiert Kursziel für den Ölpreis - nach oben | Nachricht | finanzen.net
Öl im zweiten Halbjahr
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Die US-Großbank Morgan Stanley hat ihre Einschätzung für den Brent-Ölpreis zum Jahresende 2018 erhöht. Insbesondere politische Unsicherheiten lassen die Kurse steigen.
Ursprünglich erwartete Morgan Stanley bis zum Ende des laufenden Jahres den Brent-Kurs bei 77,50 US-Dollar. Nun revidierten die Experten jedoch ihre Meinung und hoben den Ausblick für Nordsee-Rohöl auf 85 US-Dollar bis Jahresende an. Insbesondere politische Entwicklungen stehen bei den Experten im Fokus.
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Iran vs. USA

Erst vor kurzem machte der US-amerikanische Präsident Donald Trump mit einer Aussage zu Öl Schlagzeilen. So forderte er ein Total-Embargo auf iranische Öl-Exporte. Bis zum vierten November sollen also alle Länder auf Öl-Importe aus dem Iran verzichten. Hintergrund ist der Austritt der USA aus dem Atomabkommen. Mit dem Embargo wollen die USA den wirtschaftlichen Druck auf den Iran immens erhöhen, obwohl sich einige Länder - darunter Deutschland - dagegen ausgesprochen haben, den Iran zu sanktionieren. Es gebe keine Hinweise darauf, dass sich das Land nicht an den Atomdeal halte, gab die Internationale Atomenergiebehörde IAEO gegenüber dpa an.

Für den Ölpreis würde ein tatsächlicher Export-Stopp aus dem Iran eine deutliche Verknappung bedeuten. Der Iran ist der drittgrößte Produzent innerhalb der OPEC. Wie Morgan Stanley berichtet, würde die iranische Produktion auf 1,1 Millionen Barrel pro Tag zurückgehen, während sich zeitgleich die Nachfrage auf hohem Level befindet. In der vergangenen Woche bilanzierte ein Offizieller des iranischen Ölministeriums gegenüber der Nachrichtenagentur Tasnim die tägliche Produktion des Landes auf 2,8 Millionen Barrel am Tag. "Im Laufe der vergangenen Woche hat das Abwärtsrisiko für die künftige iranische Ölversorgung deutlich zugenommen", sagte Morgan Stanley-Stratege Martijn Rats gegenüber CNBC. Hinzu komme, dass die Großbank ihre Einschätzung der Ölproduktion aus Libyen und Angola ebenfalls reduziert hat. Mit rund 600.000 Barrel pro Tag aus diesen Staaten könnte der Markt in eine Unterversorgung geraten.

Andere Staaten können nicht abfedern

Doch nicht nur, dass sich das Angebot aus dem Iran verknappt, auch wenn andere Staaten wie Saudi-Arabien, Russland, die Vereinigten Arabischen Emirate und Kuwait ihre Produktion deutlich ausweiten, dürfte die Nachfrage weiterhin höher ausfallen als das Angebot, so Morgan Stanley weiter.

Saudi-Arabien erhöhe aktuell zwar die Produktion von durchschnittlich 10,1 Millionen Barrel pro Tag auf 10,8 Millionen Barrel und auch andere Öl-Förderstaaten wie Kuwait, Russland und die Vereinigten Arabischen Emirate dürften nach Einschätzung der Großbank mehr Öl in den Markt pumpen. Diese Produktionserhöhungen dürften das Loch, das ein Iran-Embargo hervorrufen würde, jedoch nicht stopfen. "Die Nachfrage ist weiterhin stabil und wird sich saisonbedingt beschleunigen", so Rats. Auch die Lagerbestände dürften nicht unterstützend wirken, da diese laut Morgan Stanley recht mager ausfallen und im Jahresverlauf noch weiter sinken dürften.

Aktuell bewegt sich der Ölpreis noch unter der Marke von 80,00 US-Dollar. Doch im Mai erreichte die Nordseesorte bei 79,80 US-Dollar ein neues Hoch seit 2014. Auch bei WTI geht die Tendenz während der vergangenen zwölf Monate mit einem Plus von 64,3 Prozent deutlich nach oben.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Visual3Dfocus / Shutterstock.com, Anton Watman / Shutterstock.com, chungking / Shutterstock.com

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