27.12.2020 17:11

Das sind die größten Anteilseigner des Corona-Impfstoffentwicklers BioNTech

18% in Gründerhand: Das sind die größten Anteilseigner des Corona-Impfstoffentwicklers BioNTech | Nachricht | finanzen.net
18% in Gründerhand
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Die Nachricht von einem zuverlässigen Corona-Impfstoff aus dem Hause BioNTech hat nicht nur die Börse euphorisch gestimmt, sondern sie hat auch den Mitbegründer und CEO des Konzerns, Ugur Sahin, in die globale Rangliste der Superreichen katapultiert.
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• BioNTech-Gründer wird zum Multimilliardär
• Erfahrung mit mRNA-Präparaten bringt den Durchbruch
• Strüngmann-Brüder besitzen rund 50% der Aktien

Das in Mainz beheimatete Biotechnologieunternehmen BioNTech kannten bis vor wenigen Monaten nur die wenigsten. Denn das Unternehmen, welches über 1.300 Mitarbeiter beschäftigt, konnte seit seiner Existenz noch kein einziges Präparat auf den Markt bringen.

Vom Krebsmedikament zum Corona-Impfstoff

Dabei forscht der Konzern seit dem Gründungsjahr 2008 an einer Immuntherapie, die für jeden einzelnen Krebspatienten individualisiert angeboten werden soll. Das Ziel des Unternehmens ist es nämlich, zukunftsweisende Therapien gegen Krebs und andere schwere Erkrankungen zu entwickeln, die sehr individuell auf den jeweiligen Patienten abgestimmt sind.

"Stellen Sie sich vor, Sie könnten die Therapie für jeden einzelnen Krebspatienten individualisieren, basierend auf den genetischen Merkmalen des jeweiligen Tumors. Stellen Sie sich vor, diese individualisierte Krebstherapie wäre reproduzierbar, zeitnah und kostengünstig herzustellen. Wir wollen das Behandlungsparadigma für Krebspatienten weltweit verändern", so die ursprüngliche Vision des BioNTech-CEO Ugur Sahin.

Mit rund 20 möglichen Produktkandidaten in der Pipeline, zehn Produktkandidaten in klinischen Studien und über 440 behandelten Patienten, die insgesamt 17 verschiedenen Tumorarten aufwiesen, hat der Konzern in den vergangen zwölf Jahren zwar viel erreicht, der große Durchbruch blieb auf diesem Fachgebiet dennoch aus.

BioNTech legt seinen Forschungsschwerpunkt bei der Entwicklung einer individualisierten Krebstherapie dabei hauptsächlich auf Medikamente, die eine Anpassung der mRNA vornehmen. Mit einem Präparat auf mRNA-Basis lassen sich jedoch nicht nur Krebstumore behandelt, sondern auch Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten entwickeln. So können mit dem sogenannten Messenger-RNA Teile des Erbmaterials von Tumorzellen oder Viren umbaut werden, die wiederum auf das Immunsystem reagieren. Aufgrund dieser Tatsache haben die BioNTech-Wissenschaftler seit dem Ausbruch der Pandemie nicht mehr nur nach einem Krebsmedikament geforscht, sondern verstärkt nach einem wirkungsvollen COVID-19-Impfstoff.

Projekt Lightspeed - in Rekordzeit zum Impfstoff

Während es dem Mainzer Konzern innerhalb seiner 12-jährigen Firmengeschichte nicht gelang einen großen Durchbruch mit einer individualisierten Krebsimmuntherapie zu feiern, ging es bei einem Impfstoff gegen das Corona-Virus blitzschnell. So entwickelte der Konzern zusammen mit Pfizer innerhalb von nur zehn Monaten den Impfstoff BNT162b2, welcher nun eine über 90-prozentige Wirksamkeit gegen das Corona-Virus verspricht.

"Das sind großartige und vielversprechende Daten. Es ist unglaublich, dass in so kurzer Zeit dieser Fortschritt mit Entwicklung eines Impfstoffes und klinischer Prüfung innerhalb weniger Monate erzielt werden konnte", so die Reaktion von Professor Fätkenheuer, Leiter der Infektiologie an der Universitätsklink Köln, gegenüber der WirtschaftsWoche.

Maßgeblich für die kurze Entwicklungsdauer des neuen Impfstoffs war dabei der Weitblick des BioNTech-CEOs. Denn Prof. Dr. Ugur Sahin erkannte schon im Januar 2020, dass die bis dahin noch relativ unbekannte Lungenkrankheit aus China, von welcher er in einer Medizin-Fachzeitschrift gelesen hat, bald zum globalen Problem werden könnte.

In weiser Voraussicht legte Sahin zusammen mit seinen Vorstandskollegen und dem Aufsichtsrat daraufhin eine neue Unternehmensstrategie fest, die sich mit dem neuartigen Virus aus China beschäftigen sollte. Das neue Vorhaben von BioNTech, welches Projekt Lightspeed getauft wurde, fokussierte sich somit schon vor den ersten bekannten Krankheitsfällen in Deutschland auf die Entwicklung eines Impfstoffs.

Der Erfolg von BioNTech macht den Gründer zum Multimilliardär

Der Weitblick und die Intuition von Prof. Dr. Ugur Sahin haben sich nun mehr als ausgezahlt. So konnte die Impfstoff-Nachricht der BioNTech-Aktie, welche sich schon seit ihrem Börsengang in einem Aufwärtstrend befindet, neuen Schwung verleihen. Während der Ausgabekurs der BioNTech-Papiere an der Nasdaq zum Börsengang Mitte Oktober 2019 noch bei 15 US-Dollar lag, notieren die Anteilsscheine nun schon bei rund 125 US-Dollar und somit gut 730 Prozent höher.

Gleichzeitig erhöhte sich natürlich auch die Marktkapitalisierung der Gesellschaft von 3,4 Milliarden US-Dollar auf aktuell rund 28 Milliarden US-Dollar. Sahin, der das Unternehmen zusammen mit seiner Ehefrau Özlem Türeci gegründet hat, wurde so innerhalb weniger Monate zum Multimilliardär, da er einen 18%-Anteil an BioNTech kontrolliert. Da sich der Wert dieses Anteils gegenwärtig auf ca. 5,1 Milliarden US-Dollar beläuft, ist der BioNTech-CEO nun einer der 500 reichsten Menschen der Welt.

Die Strüngmann-Zwillinge gehören zu den wahren Profiteuren

Zu den 500 reichsten Menschen der Welt zählen in diesem Zusammenhang auch die Zwillinge Andreas und Thomas Strüngmann. Im Gegensatz zum BioNTech-Gründer Sahin besitzen die beiden Unternehmer jedoch nicht nur einen Minderheitsanteil von 18 Prozent, sondern rund die Hälfte des Konzerns. Die exorbitante Kursentwicklung der BioNTech-Anteilsscheine hat das Vermögen der Zwillinge dementsprechend auf mindestens 14 Milliarden US-Dollar anwachsen lassen.

Die eineiigen Zwillinge sind die Gründer des Pharmaunternehmens Hexal aus Holzkirchen in Bayern. Der Verkauf des deutschen Generika-Herstellers an Novartis im Frühjahr 2015 brachte den Zwillingen dabei ein Vermögen in Höhe von rund 5,6 Milliarden Euro ein. Mit einem Teil dieses Geldes kaufte sich das Family Office der Brüder dann bei BioNTech und weiteren Biotechnologieunternehmen ein.

Der BioNTech-Konzern befindet sich in festen Händen

Die Strüngmann-Brüder besitzen zusammen mit dem Firmenchef Sahin knapp 60 Prozent des Mainzer Biotechnologiekonzerns. Dementsprechend müssen sich alle weiteren intentionellen und privaten Investoren einen Anteil von rund 40 Prozent teilen.

Mit Aktienpaketen in Höhe von insgesamt 4,48, 4,12, 1,77 und 1,73 Millionen Stück gehören die Vermögensverwalter Fidelity, Primecap Management, Artisan Partners und Invus Public Equities zu den größten institutionellen Investoren von BioNTech.

Weitere Minderheitsanteile liegen darüber hinaus in den Händen bekannter Investmentgesellschaften wie der Redmile Group, T. Rowe Price, Janus Capital, Columbia Management Investment, Invesco Advisers und Wellington Management. Den großen Aktienpaketen entsprechend, die von den Strüngmann-Brüdern, einigen institutionellen Investoren und Prof. Dr. Sahin gehalten werden, steht dem öffentlichen Börsenhandel somit nur eine sehr begrenzte Anzahl an BioNTech-Papieren zur Verfügung.

Pierre Bonnet / Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Pavlo Gonchar/SOPA Images/LightRocket via Getty Images, Thomas Lohnes/Getty Images

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