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11.08.2016 17:19
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Offizielles "Pokémon Go"-Verbot bei VW & Co.

"Don’t Pokémon and work": Offizielles "Pokémon Go"-Verbot bei VW & Co. | Nachricht | finanzen.net
"Don’t Pokémon and work"
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Gegen Nintendos Handygame "Pokémon Go" gibt es immer mehr Verbote. Jetzt zieht der Autobauer VW nach und erlässt ebenfalls ein Verbot.
Die Meinungen über Nintendos Handyspiel "Pokémon Go" gehen völlig auseinander. Während die eine Hälfte total begeistert ist, erkennt die andere den Sinn des Spiels nicht. Welchen Hype das Spiel auslöst, dürfte sich mittlerweile allerdings herumgesprochen haben.

Um alle virtuellen Wesen fangen zu können, spielen es die Fans auch gerne am Arbeitsplatz. Doch das sehen viele Unternehmen, das überrascht nicht, nicht gerne. Deshalb gibt es nun auch die ersten Verbote für "Pokémon Go" am Arbeitsplatz, zum Beispiel bei Volkswagen. Das berichtete die Tageszeitung "Bild".

Volkswagen verbietet in Rundschreiben "Pokémon Go"-Nutzung

Laut einem Rundschreiben, das VW an alle Mitarbeiter verschickte, sorgt "Pokémon Go" für "fehlende Aufmerksamkeit" und "Ablenkung". Hauptsächlich ging es VW hierbei allerdings um die Konzernsichertheit. Denn durch "Pokémon Go" entstünden Risiken des Datenschutzes. So heißt es in dem Rundschreiben beispielsweise: "Durch die Aktivierung der erforderlichen Geo-Tracking-Funktion kann der aktuelle Standort des Users auch unberechtigten Dritten jederzeit bekannt sein" und auch die "Nutzungsbedingungen von 'Pokémon Go' erlauben es dem App-Hersteller, alle gesammelten Informationen zu teilen oder an Dritte weiterzugeben".

Dies stößt auch bei den Mitarbeitern auf Verständnis. Ein VW-Angestellter berichtete gegenüber "Bild": "Das zocken bei uns fast alle. Ich selbst habe gestern erst drei Pokémon bei uns am Band gefangen. Nach der Nachricht sind schon einige sauer. Die Arbeit hat nicht drunter gelitten, aber die Chefs haben damit insgesamt schon recht."

VW baut Drohkulisse auf und weist auf Gefahren hin

Jedoch baut VW mit dem Rundschreiben auch eine Drohkulisse gegenüber den Mitarbeitern auf, wie diese Textpassage verdeutlicht: "Das Teilen (Sharen) von Foto- und Filmaufnahmen ermöglicht Dritten den Einblick auf die unmittelbare Umgebung und somit ggf. auch auf vertrauliche Informationen und Daten. Dadurch kann, bei Nutzung auf Werks-/ Betriebsgeländen des Konzerns, ein Verstoß gegen die Wahrung der Vertraulichkeit vorliegen". Das könnte als Warnung an die Mitarbeiter verstanden werden, nicht gegen die im Arbeitsvertrag festgelegten Regeln zu verstoßen und möglichwerweise eine Kündigung zu riskieren.

Und VW führt weitere Gründe an, warum das Spielen von "Pokémon Go" auf dem Betriebsgelände nicht gern gesehen wird: "Durch die fehlende Aufmerksamkeit in alltäglichen Situationen bei der Nutzung von 'Pokémon Go' bzw. die Ablenkung, die mit dem Spiel einhergeht, erhöht sich die Unfallgefahr (Arbeitsunfälle, Verkehrsunfälle, Wegeunfälle). Hier kann es zu Verletzungen der Sorgfaltspflicht kommen (Fahrlässigkeit oder gar grobe Fahrlässigkeit)".

Am Ende des Rundschreibens fasst VW sein Verbot noch einmal zusammen, dort heißt es: "Von daher sollte zur Wahrung der eigenen, sowie betrieblichen Interessen gelten: 'Pokémon Go' nicht während der Arbeitszeit und nicht auf den Werks-/ und Betriebsgeländen". Die Mitarbeiter zeigen sich daraufhin versöhnlich, wie ein anderer VW-Mitarbeiter "Bild" berichtet: "Ich habe es auch nebenbei gespielt, aber ein Weltuntergang ist es nicht. Auf dem Werksgelände gab es ohnehin keine tollen Pokémon, nur Taubsis und Raupys - davon hat doch ohnehin jeder genug. Die gibt es überall. Bevor ich Stress habe, lasse ich das lieber auf Arbeit."

BMW, thyssenkrupp und Evonik: Kein "Pokémon Go" auf dem Werksgelände

Doch Volkswagen ist längst nicht das einzige Unternehmen, welches "Pokémon Go" verbietet. Auch thyssenkrupp, Evonik, Kötter-Security, Bosch, Daimler, BASF und BMW verbieten ihren Mitarbeitern auf dem Werksgelände die Jagd auf die süßen Monster. Sie alle befürchten, dass durch "Pokémon Go" vertrauliche Informationen an die Öffentlichkeit geraten könnten oder Arbeitsunfälle geschehen.

Der Stahlkonzern thyssenkrupp griff zu einer ganz besonders kreativen Warnung: Das Unternehmen verschickte eine Rundmail, in der ein Pokémon abgebildet war und folgenden Spruch enthielt: "Don’t Pokémon and work", was so viel heißen soll wie "Spiel nicht Pokémon und arbeite dabei". Außerdem formulierte thyssenkrupp die ab sofort geltenden Regeln für das Unternehmen in dieser Mail: "Kein 'Pokémon Go' auf dem Arbeitsweg oder auf dem Werksgelände", "Keine 'Pokémon Go'-App auf dem dienstlichen Handy!", "Keine Nutzung der Handy-Kamera in Bereichen mit Film- und Fotografierverbot!", "Kein Zutritt für Unbefugte auf der Jagd nach Pokémons im Firmengelände!" Wie ein thyssenkrupp-Sprecher mitteilte, bittet das Unternehmen so seine Mitarbeiter mit einem Augenzwinkern darum, sich an die Regeln zu halten.

Nutzung der "Pokémon Go"-App gefährlich

Das MDAX-Unternehmen Evonik zeigt sich hierbei etwas strenger: Der Arbeitsplatz sei nicht die geeignete Umgebung für den Technik-Trend und verstoße in der Chemie-Branche zudem gegen die allgemeinen Vorschriften. Das Verbot sei demnach eine "reine Vorsichtsmaßnahme", erklärte Evonik-Sprecherin Silke Linneweber gegenüber Medien.

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF sieht das nicht anders: Das Spiel sei nicht mit den bestehenden Regeln zum Daten- und Informationsschutz vereinbar und greife "auf die Kamera und ortsbasierten Daten des Smartphones" zu. Auch für die Mitarbeiter der BASF gilt nun ein "Pokémon Go"-Verbot bei der Arbeit.

Auch das Sicherheitsunternehmen Kötter-Security kommt nicht mehr ohne ein Verbot aus. Wie Sprecher Carsten Gronwald sagte, sei die private Nutzung von Handys in den Dienstanweisungen klar untersagt, was auch für "Pokémon Go" gelte.

Bosch habe, so ein Sprecher des Unternehmens, seine Mitarbeiter noch einmal über die geltenden Sicherheitsbestimmungen informiert und dazu aufgefordert, das "Pokémon Go"-Spielen am Arbeitsplatz zu unterlassen. Da Bosch "auch eine Fürsorgepflicht in Sicherheitsbelangen" habe, sei nun das Spielen von Nintendos Smartphonegame auf dem Betriebsgelände "tabu".

Datenschutz und Firmengeheimnisse bedroht

Selbst in der Automobilbranche macht "Pokémon Go" Probleme. Bei Daimler sei die Nutzung von Handykameras auf dem Werksgelände sowieso nicht erlaubt und ohne Kamera sei "Pokémon Go" nicht nutzbar, so eine Sprecherin von Daimler. Ebenso sprach sie davon, dass der Arbeitsschutz die Arbeitnehmer schon seit Jahren daraufhin weise, sich auf dem Gelände nicht durch Handynutzung ablenken zu lassen.

BMW ging es hierbei nicht besser. Ein Sprecher des bayerischen Autobauers informierte die Angestellten darüber, dass Bildaufnahmen auf dem Unternehmensgelände sowieso nur mit Genehmigung gemacht werden dürften. Gegenüber "Focus Online" sagte ein BMW-Sprecher weiter: "Wir haben 'Pokémon Go' nicht verboten, sondern die Mitarbeiter im Internet darauf hingewiesen, welche Gefahren für den Informations- und Datenschutz mit 'Pokémon Go' verbunden sein können." BMW habe seine Mitarbeiter dahingehend daran erinnert, dass auf den Firmen-Smartphones keine nicht freigegebenen Apps installiert werden dürften.

Rihanna verhängt "Pokémon Go"-Verbot auf Konzerten

Auch vor der Musikbranche machen die kleinen Monster nicht Halt. US-Popstar Rihanna ärgerte sich während eines Konzertes über die Pokémon-Spieler - und verhing ein "Pokémon Go"-Verbot während ihrer Konzerte. Das berichtet das Magazin "E! Online".

Schon seit der Planung von "Pokémon Go" werden dessen Datenschutzbestimmungen kritisiert. Nun hat auch die deutsche Verbraucherzentrale das Spiel analysiert und die Spiel-Bestimmungen in Deutschland für illegal erklärt. Als Konsequenz mahnte der Verband den Hersteller Niantic ab. Niantic müsse eine Unterlassung abgeben und es müsse eine Änderung der Bestimmungen erfolgen. Sollte das nicht geschehen, will die Verbraucherzentrale den Fall vor Gericht bringen.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Doch nicht alle Unternehmen sind "Pokémon Go" gegenüber negativ eingestellt. Der Energiekonzern EnBW erlaubt seinen Mitarbeitern in ihrer Freizeit auf dem Firmengelände zu spielen und hat sogar mobile Stationen entwickelt, an denen die Spieler ihre Handys aufladen können. Als sie den Erfolg der Ladestation bemerkten, haben sie diese als Marketingaktion auch in der Karlsruher Innenstadt eingesetzt.

Auch das Unternehmen Mahle verbietet seinen Beschäftigten das Spielen von "Pokémon Go" auf dem Werksgelände nicht. Laut einem Konzernsprecher dürfe jeder ihrer Mitarbeiter in den Pausen und nach der Arbeit machen, was er wolle. Die sensiblen Bereiche seien sowieso unzugänglich.

Das Pokémon-Unternehmen Niantic hat bereits auf einige Beschwerden reagiert und weist im aktuellsten Update auf mögliche Gefahren beim Spielen von "Pokémon Go" hin: "Spiele nicht beim Autofahren!"

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Wachiwit / Shutterstock.com, Syafiq Adnan / Shutterstock.com
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