Aktien von Glencore und Rio Tinto uneins: Fusionsverhandlungen wieder gestartet

Glencore und Rio Tinto verhandeln wieder über einen möglichen Zusammenschluss, durch den der weltgrößte Bergbaukonzern entstehen könnte.
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Die Bergbaukonzerne Glencore und Rio Tinto haben ihre vor rund einem Jahr beendeten Fusionsgespräche angesichts der weltweiten Rohstoffknappheit wiederbelebt. Glencore sprach am Donnerstagabend von vorläufigen Gesprächen mit dem Rivalen und bestätigte damit einen Bericht der "Financial Times" ("FT"). Ein Deal könnte den weltgrößten Rohstoffkonzern mit einem Unternehmenswert inklusive Schulden von mehr als 260 Milliarden US-Dollar schaffen.
Die Aktien von Glencore steigen im Londoner Handel zeitweise um 9,96 auf 4,54 Pfund, Rio Tinto geben derweil 2,07 Prozent auf 60,66 Pfund ab. Analyst Derren Nathan von der britischen Investmentfirma Hargreaves Lansdown begründete die Verluste von Rio Tinto mit Bedenken der Anleger. Eine Fusion garantiere keineswegs, für die Aktionäre Wert zu schaffen. Die Struktur eines möglichen Zusammenschlusses sei unklar, wäre aber wahrscheinlich komplex, schrieb Christopher LaFemina vom Analysehaus Jefferies. Er glaube jedoch, dass es einen Weg gäbe, um für beide Rohstoffkonzerne erheblichen Mehrwert zu schaffen.
RBC-Analyst Ben Davis geht ebenfalls von Vorteilen für beide Rohstoffkonzerne aus, da Rio Tinto das benötigte Kupfer erhalten würde. Der Eisenerzbereich werde dagegen im Vergleich weniger groß. Glencore könnte dagegen Werte für seine Aktionäre freisetzen. Der Experte geht davon aus, dass Glencore verkaufsbereit ist. Davis sieht in einem Zusammengehen jedoch auch finanzielle und operative Risiken. Der Bereich Kohle und das Marketing seien die Knackpunkte. Wettbewerber BHP dürfte der Schaffung eines neuen Champions zudem kaum tatenlos zusehen und könnte mit einem eigenen Gebot dazwischen funken.
Weltweit bewegen sich viele Rohstoffpreise, insbesondere diejenigen von Metallen wie Gold, Silber und dem Industriemetall Kupfer, auf Rekordniveau. Vor allem die Jagd auf Kupfer krempelt derzeit die Branche um. In dieser Woche stieg der Kupferpreis bei über 13.300 US-Dollar je Tonne auf ein Rekordhoch. Laut Analysten droht in den kommenden Jahren bis 2040 eine spürbare Knappheit bei dem Metall.
Laut Glencore geht es bei den Gesprächen um einen möglichen Zusammenschluss einiger oder aller Geschäftsteile. Dabei werde auch über eine Fusion über einen reinen Aktientausch gesprochen. Gewissheit über eine Einigung oder Details eines Zusammenschlusses gebe es nicht, hieß es weiter. Der Konzern wolle sich beizeiten weiter äußern.
Beide Firmen hätten die Erwartung, dass bei einer Fusion Rio Tinto das Schweizer Unternehmen Glencore kaufen würde, hieß es. Dies ergebe angesichts der jeweiligen Marktkapitalisierungen durchaus Sinn, wie Analyst Richard Hatch von der Privatbank Berenberg notierte.
Rio Tinto habe nun gemäß den britischen Übernahmeregeln Zeit bis zum 5. Februar, um 17 Uhr, die Absicht für ein Kaufangebot bekannt zu geben, oder anzukündigen, dass Rio Tinto kein Interesse habe.
Laut Beobachtern stieg zuletzt der Druck in der Branche, über Zusammenschlüsse Größenvorteile zu suchen. Rivale Anglo American übernahm im Herbst den Konzern Teck Resources. Zwischenzeitlich hatte zudem Konkurrent BHP Interesse an einer Übernahme von Anglo gezeigt, war damit aber wiederholt abgeblitzt.
LONDON (dpa-AFX)
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Bildquellen: Glencore, Aaron Bunch/Getty Images
