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31.08.2020 20:52

Vom Erfinder zum Automobilriesen: Der Aufstieg der Daimler AG - eine Konzerngeschichte

Autobauer mit Tradition: Vom Erfinder zum Automobilriesen: Der Aufstieg der Daimler AG - eine Konzerngeschichte | Nachricht | finanzen.net
Autobauer mit Tradition
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Im kommenden Januar 2021 feiert die Daimler AG 135-jähriges Firmenbestehen. 1886, als die beiden Erfinder Carl Benz und Gottfried Daimler unabhängig voneinander ihre Firma gründeten, waren die Umsatzdimensionen des heutigen Automobilriesen noch unvorstellbar. 173 Milliarden Euro setzte die Daimler AG im vergangenen Jahr 2019 mit über drei Millionen verkauften Autos um, fast 300.000 Menschen beschäftigte der Konzern in dem Jahr. Doch der Reihe nach.
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• Carl Benz und Gottlieb Daimler als Erfinder des Automobils
• Von Daimler-Benz AG über DaimlerChrysler AG zu Daimler AG
• Erfolgreiche Bewältigung der Weltwirtschaftskrise 2008

Erfindung des Automobils 1886

Im Jahr 1886 erfanden Carl Benz und Gottlieb Daimler unabhängig voneinander das Automobil. Während Daimler in Stuttgart die Daimler-Motorkutsche baute, baute Benz rund 100 Kilometer entfernt in Mannheim den Patent-Motorwagen. Die beiden noch in Konkurrenz stehenden Unternehmen Benz & Cie. und Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) wurden ins Leben gerufen und gehörten schnell zu den international führenden Automobilherstellern. Im Juni 1926 folgte dann der Zusammenschluss der beiden Firmen: die Daimler-Benz-AG wurde geboren und die Automobilmarke Mercedes Benz gegründet.

Wirtschaftswunder als Sprungbrett bringt Daimler hoch hinaus

Die wirtschaftlichen und politischen Folgen des Zweiten Weltkriegs zwangen auch die Daimler-Benz-AG in die Knie. Einerseits ließen die Alliierten in Westdeutschland zwar die Produktionsbänder schon frühzeitig wieder anlaufen, um den wirtschaftlichen Wiederaufbau des Landes mit anzukurbeln. Schließlich war der Bedarf an Nutzfahrzeugen für den Wiederaufbau enorm. Andererseits wurden die Fahrzeuge dem Abnehmer mit Bezugsschein unter festgelegten Preisen zugeteilt, das Geschäft war also alles andere als rentabel.

Doch die Daimler-Benz-AG schaffte es, sich zu konsolidieren und zu expandieren. Produktionsstätten in Indien, Argentinien und Brasilien wurden eröffnet. Bereits 1954 knackte das Unternehmen die Umsatzmilliarde, die Absatzzahlen gingen immer weiter nach oben. Die Nachfrage nach Mercedes-Benz PKW überstieg die Produktionsmöglichkeiten. Der ausländische Absatzmarkt, allen voran der amerikanische Absatzmarkt, wurde zunehmend wichtiger als der inländische. Auch in den Folgejahrzehnten wurde der Aufwärtstrend fortgesetzt. Selbst die Ölkrise 1973, mit der viele internationale Automobilhersteller zu kämpfen hat, konnte die Entwicklung Daimlers nicht aufhalten. p>

Die Daimler-Benz-AG wird zur DaimlerChrysler AG - dann zur Daimler AG

Mitte der 1980 plante der damalige Vorstandsvorsitzende Edzard Reuter, aus dem Automobilhersteller einen integrierten Technologiekonzern zu machen. Unternehmen aus der Elektronik- und Luftfahrtindustrie wurden in den Konzern eingegliedert. Die 1989 neu gegründete Mercedes-Benz AG kümmerte sich fortan um das Automobilgeschäft. Nur kurze Zeit später, 1995, folgte eine Restrukturierung und Portfoliobereinigung des integrierten Technologiekonzerns, weil ein Großteil der Geschäftsbereiche keine günstige Wettbewerbsposition innehatte.

Getrieben von der Vision einer Welt AG und dem Ziel, zum weltweit führenden Automobilkonzern aufzusteigen, wollte die Daimler-Benz-AG sich von nun an wieder auf das Fahrzeuggeschäft konzentrieren. Deshalb erwarb die AG 37 Prozent an dem asiatischen Autohersteller Mitsubishi Motors und zehn Prozent an der Hyundai Motor Company. Anschließend folgte 1998 die Fusion mit dem amerikanischen Automobilhersteller Chrysler, der zu dieser Zeit noch auf sehr ertragsstarken Beinen stand, zur DaimlerChrysler AG.

Die Aktien der Daimler-Benz-AG konnten bis dato auf eine lange Tradition zurückblicken. Bereits in den 1950er Jahren wurden die damals noch farbigen Scheine an den Börsenplätzen gehandelt. Diese wurden dann durch den Zusammenschluss von den Aktien der neuen Gesellschaft abgelöst. Die Aktien der neuen AG wurden erstmals am 17. November 1998 an den Börsen gehandelt. Die Daimler-Benz-Aktionäre erhielten für jede eigene Aktie 1,005 Aktien der neuen DaimlerChrysler AG. Die Chrysler-Aktionäre bekamen für jede eigene Aktie 0,6235 Aktien der neuen Gesellschaft. Unter dem selbstauferlegten Titel der "Welt-Aktie" wurde die Aktie weltweit in acht Ländern an 21 Börsen gehandelt. In Frankfurt startete die Aktie zu einem Kurs von 139,30 DM (umgerechnet 71,20 Euro) und in New York zu einem Kurs von 83 US-Dollar.

Doch die US-Tochter brach nach und nach ein, geriet immer weiter in die roten Zahlen. 2002 sind es bereits fünf Milliarden Euro Verlust bei Chrysler. 2007 wurde die Mehrheitsbeteiligung wieder abgeben, ebenso wie die Beteiligungen an Mitsubishi und Hyundai nach und nach aufgelöst wurden. Die außerordentliche Hauptversammlung billigte mit 99 Prozent der Stimmen die Umfirmierung der DaimlerChrysler AG in die Daimler AG. Nach neun gemeinsamen Jahren und über 40 Milliarden Euro an verursachten Kosten wurde das Kapitel mit Chrysler ein für alle Mal beendet.

Emporkömmling aus der Wirtschaftskrise

Auch die Daimler AG kämpfte während der Krise 2008-2009 mit herben Verlusten. Eine Reihe an Pkw-Märkten waren zeitweise um 20 bis 40 Prozent eingebrochen. Doch trotz den Einbrüchen der Wirtschaftskrise gelang der Daimler AG ein beachtliches Comeback und konnte wenig später, im Jahr 2010, in allen Geschäftsfeldern zweistellige Wachstumsraten verzeichnen. Viele der Produktionsstätten arbeiteten an der Kapazitätsgrenze.

Heute gehört Daimler zu den größten Anbietern von Premium-Pkw und ist der größte weltweit aufgestellte Nutzfahrzeug-Hersteller. Die Fahrzeuge werden in nahezu allen Ländern der Welt vertrieben. Neben Mercedes-Benz gehören unter anderem die Marken Mercedes-AMG, Mercedes-Maybach und Smart zum Konzern. Darüber hinaus bietet der Konzern Finanzierungen, Leasing, Flottenmanagement, Versicherungen und innovative Mobilitätsdienstleistungen an. Vorstandsvorsitzender ist seit 2019 Ola Källenius, der das Amt von Dr. Dieter Zetsche nach über 13-jähriger Amtszeit übernahm. Der Umsatz betrug im vergangenen Geschäftsjahr 2019 über 170 Milliarden Euro.

Wohin geht die Reise?

Doch auch die COVID-19-Krise hinterlässt spürbare Auswirkungen auf die Daimler AG. Der Nachfragerückgang bei Pkw, Transporten, Lkw und Bussen schlägt sich deutlich auf die Kennzahlen nieder. Im Vergleich zum zweiten Quartal 2019 ging im zweiten Quartal 2020 der Konzernabsatz um ein Drittel zurück, der Umsatz brach um rund 25 Prozent ein. Ebenso machen sich gesellschaftliche Entwicklungen wie umweltpolitische Maßnahmen auf EU-Ebene oder die gestiegene Nachfrage nach Elektroautos in der langfristigen Konzernstrategie bemerkbar. Die Nachfrage an Elektroautos übersteigt momentan das Angebot vieler Hersteller darunter auch jenes der Daimler AG. Daher plant Daimler-CEO Källenius, in den nächsten fünf bis zehn Jahren alle Autos von Daimler zu elektrifizieren, sowie bis zum Jahr 2039 die gesamte Produktion und alle Produkte klimaneutral zu gestalten.

Philipp Beißwanger / Redaktion finanzen.net

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