20.05.2021 08:48

Brenntag im Fokus: Konzernumbau trägt Früchte

Bessere Profitabilität: Brenntag im Fokus: Konzernumbau trägt Früchte | Nachricht | finanzen.net
Bessere Profitabilität
Folgen

Börsenspiel Trader: Clever handeln und Jaguar I-PACE gewinnen. Jetzt anmelden! -W-

Der vom Brenntag-Chef Christian Kohlpaintner eingeleitete Konzernumbau zahlt sich beim Chemikalienhändler schon aus.
Werbung
Während der Umsatz im Auftaktquartal 2021 leicht zurückging, legte das operative Ergebnis deutlich zu. An der Börse kommt dies gut an. Die Aktie erklomm seit der Ankündigung der Maßnahmen zur Verbesserung der Profitabilität im Oktober 2020 ein Rekordhoch in Serie. Was bei dem Chemikalienhändler los ist, wie Analysten ihn bewerten und was die Aktie macht.

Das ist los bei Brenntag:

Brenntag ist ein international tätiger Händler von Industrie- und Spezialchemikalien sowie Inhaltsstoffen, der seine mehr als 10 000 Produkte bei den Chemiekonzernen in größeren Mengen einkauft, diese lagert und sie dann in kleineren Mengen verkauft. In den vergangenen Jahren ist das Unternehmen über kleinere Übernahmen gewachsen. Konjunkturabschwünge treffen Brenntag in der Regel weniger stark als Chemiekonzerne, weil Kunden dann geringere Mengen an Chemikalien benötigen und diese vermehrt beim Händler statt beim Produzenten kaufen.

Um wieder profitabler zu werden, hatte der seit Anfang 2020 amtierende Unternehmenschef Kohlpaintner vor einiger Zeit dem Unternehmen eine Restrukturierung verordnet. Prozesse, Abläufe und Strukturen sollen verbessert werden. Auch ungefähr 1300 Stellen will das Unternehmen bis Ende 2022 weltweit streichen. Davon seien etwa 350 schon abgebaut, sagte der Brenntag-Chef kürzlich.

Auch wurden von den rund 100 geplanten Standortschließungen schon mehr als 50 vollzogen. Zum Vergleich: Insgesamt beschäftigt Brenntag mehr als 17 000 Menschen und betreibt ein Netzwerk aus mehr als 670 Standorten in 77 Ländern. Größter Konkurrent ist die US-Firma Univar.

Zudem führte der Konzern Anfang 2021 zwei Geschäftsbereiche ein: Essentials und Specialties. Im ersten Bereich vermarktet Brenntag Prozesschemikalien für ein breites Spektrum an Branchen und Anwendungen. Der zweite Bereich konzentriert sich auf den Vertrieb von Inhaltsstoffen für ausgewählte Branchen.

Der Umbau und die Kosteneinsparungen zahlen sich schon aus: Während die Erlöse im ersten Quartal 2021 im Jahresvergleich um 2,5 Prozent fielen, zog das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um gut 14 Prozent an. Mit den Maßnahmen will das Unternehmen diese um Sondereffekte bereinigte Kennziffer ab dem Jahr 2023 um 220 Millionen Euro verbessern.

Für das laufende Jahr peilt Brenntag ein operatives Ebitda von 1,08 bis 1,18 Milliarden Euro an. 2020 standen hier 1,06 Milliarden Euro.

Das sagen die Analysten:

Die Analysten sind recht uneins. Von den fünf im dpa-AFX-Analyser erfassten Analysten, die sich seit den Quartalszahlen im Mai zu Brenntag geäußert haben, raten zwei zum Kauf des Papiers. Die gleiche Anzahl an Experten spricht sich für den Verkauf des Anteilsscheins aus. Einmal lautet die Empfehlung, die Aktie zu halten. Mit 79 Euro liegt das durchschnittliche Ziel um mehr als fünf Prozent über dem aktuellen Kurs.

Im jüngsten Quartalsbericht des Chemikalienhändlers fanden einige Experten Licht und Schatten. Analystin Suhasini Varanasi von der US-Investmentbank Goldman Sachs sprach von gemischt ausgefallenen Resultaten: So hätten zwar der Bruttogewinn und das bereinigte Ebitda zum Jahresauftakt die Markterwartungen übertroffen. Sie störte sich aber vor allem an dem von Einmaleffekten belasteten schwachen Quartalsergebnis je Aktie.

Ähnlich äußerte sich Analyst Markus Mayer von der Baader Bank. Auch er sprach von übertroffenen Markterwartungen beim operativen Ergebnis, der unter dem Strich auf die Aktionäre entfallende Überschuss aber habe enttäuscht. Gleichzeitig bemängelte Mayer, dass das Unternehmen seinen Ausblick für das operative Ergebnis "nur" bestätigt habe, während der Markt bereits auf das obere Ende der Konzernziele schiele.

Mayer selbst geht allerdings davon aus, dass das erste Quartal bereits am Markt eingepreist sein dürfte, weshalb er das Papier bereits Anfang Mai als Verkauf einstufte. Zudem schloss er nicht aus, dass das Jahresviertel den Höhepunkt für Brenntag in 2021 markieren und die Resultate danach schrittweise zurückgehen könnten. Langfristig sieht der Baader-Experte aber weiterhin Aufwärtspotenzial für die Aktie.

Auch Analyst Chetan Udeshi von der US-Bank JPMorgan zeigte sich enttäuscht, dass der Chemikalienhändler seine Jahresziele trotz gutem ersten Quartal nicht erhöht habe. Er hält den Ausblick wiederum für konservativ - mit viel Spielraum für Aufstockungen im weiteren Jahresverlauf. Die zurückhaltende Prognose dürfte Analyst Thomas Maul von der DZ Bank zufolge aber zum einen den konjunkturellen Unwägbarkeiten geschuldet sein. Zum anderen sei nur bedingt absehbar, wie lange das für die Preisgestaltung günstige Marktumfeld noch anhalte, mahnte er.

Nach Ansicht von Analyst Sven Diermeier von Independent Research dürfte das Unternehmen das Restrukturierungs- und Effizienzsteigerungsprogramm erfolgreich umsetzen. Zudem sieht er in der Brenntag-Aktie nach wie vor einen aussichtsreicher Aufnahmekandidat für den künftigen Dax 40.

Das macht die Aktie:

Seit der Vorstellung des Konzernumbaus auf dem Kapitalmarkttag Anfang November 2020 erklomm die Aktie des Chemikalienhändlers Rekordhochs in Serie. Zuletzt kostete das Papier rund 75 Euro. Seit dem Corona-Crash im März, als die Aktien bis auf 28,68 Euro abgerutscht waren, ist der Wert des Papiers um mehr als das Zweieinhalbfache gestiegen.

Seit Jahresbeginn erhöhte sich der Wert der Anteilsscheine von Brenntag um knapp 19 Prozent. Auch Anleger, die die Brenntag-Aktie schon länger im Depot haben, können sich über eine Wertsteigerung freuen. In den vergangenen drei Jahren steht ein Plus um fast die Hälfte zu Buche und in den vergangenen fünf Jahren ein Kurszuwachs von rund 60 Prozent.

Viel Freude hat das Papier des Chemikalienhändlers Anlegern der ersten Stunde bereitet: Seit dem Börsengang 2010 hat sich die Aktie auf mehr als das Vierfache verteuert. Derzeit kommt Brenntag auf einen Börsenwert von knapp 12 Milliarden Euro.

ESSEN (dpa-AFX)

Bildquellen: Brenntag

Nachrichten zu Brenntag SE

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Brenntag SE

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
16.09.2021Brenntag SE HoldDeutsche Bank AG
15.09.2021Brenntag SE BuyGoldman Sachs Group Inc.
15.09.2021Brenntag SE HoldWarburg Research
15.09.2021Brenntag SE ReduceBaader Bank
14.09.2021Brenntag SE BuyJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
15.09.2021Brenntag SE BuyGoldman Sachs Group Inc.
14.09.2021Brenntag SE BuyJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
08.09.2021Brenntag SE OverweightJP Morgan Chase & Co.
12.08.2021Brenntag SE OutperformCredit Suisse Group
11.08.2021Brenntag SE BuyGoldman Sachs Group Inc.
16.09.2021Brenntag SE HoldDeutsche Bank AG
15.09.2021Brenntag SE HoldWarburg Research
18.08.2021Brenntag SE HaltenDZ BANK
13.08.2021Brenntag SE HaltenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
12.08.2021Brenntag SE HoldWarburg Research
15.09.2021Brenntag SE ReduceBaader Bank
10.08.2021Brenntag SE ReduceBaader Bank
26.07.2021Brenntag SE ReduceBaader Bank
23.06.2021Brenntag SE ReduceBaader Bank
18.06.2021Brenntag SE ReduceBaader Bank

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Brenntag SE nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

DAX geht unter 15.500 Punkten ins Wochenende -- US-Börsen schließen schwächer -- Cerberus: Interesse an Commerzbank-Staatsanteil -- Vonovia, Deutsche Wohnen, Biotest im Fokus

Drägerwerk: Aussicht auf höhere Dividende. Weiter verschärft: Daimler Truck leidet unter Halbleiter-Engpässen. Tesla-Chef Musk kommt zum Tag der offenen Tür nach Deutschland. Deutsche Bank-Aktie: Sewing entschuldigt sich für scharfe Kritik in Analysten-Studie. HOCHTIEF-Tochter CIMIC erhält Auftrag für Western Sydney Airport. Stimmung der US-Verbraucher hellt sich im September auf. E.ON-Chef setzt auf Netze als Treiber der Energiewende.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Diese Jobs werden künftig Roboter übernehmen
Billiger als der Mensch.
Bei diesen Unternehmen gibt es in Deutschland das höchste Gehalt
Bei diesen Unternehmen gibt es in Deutschland das höchste Gehalt
Rohstoffe: Die Gewinner und Verlierer im August 2021
Welcher Rohstoff macht das Rennen?
Die 30 weltgrößten Unternehmen
Es gibt hunderte milliardenschwere Unternehmen. Die Top 30.
Jobs mit Zukunft und hohem Gehalt
Hier wird man auch künftig noch gut bezahlt
mehr Top Rankings

Umfrage

Wenn morgen Bundestagswahl wäre, wen würden Sie wählen?

finanzen.net zero
finanzen.net zero

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln