Bessere Profitabilität

Continental-Aktie fällt dennoch: Continental plant Steigerung von Rendite und Ausschüttungsquote

04.12.23 17:28 Uhr

Continental-Aktie fällt dennoch: Continental plant Steigerung von Rendite und Ausschüttungsquote | finanzen.net

Continental lockt potenzielle Investoren mit der Aussicht auf eine bessere Profitabilität und eine höhere Ausschüttungsquote.

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"Wir investieren gezielt in die Bereiche, die zukünftig überproportional zur Wertentwicklung beitragen", sagte CEO Nikolai Setzer anlässlich des Kapitalmarkttages des Autozulieferers. Zudem stellt der DAX-Konzern seinen Anlegern die Verselbstständigung von Geschäftsteilen und eine weitere Überprüfung von Geschäftsteilen in Aussicht.

In den nächsten zwei bis drei Jahren soll der Korridor der mittelfristig erwarteten bereinigten EBIT-Marge von rund 8 bis 11 Prozent auf Konzernebene erreicht werden. Innerhalb dieser Spanne soll dann die Profitabilität verbessert werden. Für das laufende Jahr rechnet Conti weiter mit einer bereinigten operativen Rendite von 5,5 bis 6,5 Prozent.

Der Umsatz soll den weiteren Angaben zufolge in zwei bis drei Jahren bei rund 44 Milliarden bis 48 Milliarden Euro liegen. Mittelfristig, also in maximal fünf Jahren, sollen die Erlöse dann einen Wert von rund 51 Milliarden bis 56 Milliarden Euro erreichen. Für das laufende Jahr werden nach wie vor rund 41 Milliarden bis 43 Milliarden Euro angepeilt.

Ausschüttungsquote soll steigen

Darüber hinaus hebt Conti beim Kapitalmarkttag in Hannover den Korridor für Dividendenausschüttungen an: Künftig sollen zwischen rund 20 bis 40 Prozent vom Nettoergebnis an die Anteilseigner ausgeschüttet werden. Bisher wurden etwa 15 bis 30 Prozent ausgezahlt.

In den vergangenen Jahren haben den Konzern aus Hannover unter anderem rückläufige Märkte, hohe Rohstoffpreise oder gestiegene Ausgaben für Forschung und Entwicklung belastet. Die Rendite sank spürbar ab. "Mit unserer finanziellen Entwicklung sind wir hinter unseren Erwartungen zurückgeblieben", sagte Setzer. "Das Ergebnis entspricht nicht unserem Anspruch." Die vergangenen Jahre hätten Conti aber auch robuster gemacht. "Wir gehen daher gestärkt in die nun folgende Phase einer gesteigerten Wertschaffung", zeigte sich Setzer zuversichtlich.

Conti prüft strategische Optionen für Displaygeschäft

Im Unternehmensbereich Automotive will sich der Konzern stärker auf wachstumsstarke und wertschaffende Geschäftsfelder konzentrieren. Für den Bereich um Displaylösungen (User Experience) werde die organisatorische Unabhängigkeit vorbereitet. "Dieser Schritt eröffnet neue strategische Optionen für das Geschäft mit Anzeige- und Bediengeräten", heißt es zur Begründung. "Keine strategische Option wird ausgeschlossen, möglich ist daher ein Joint Venture, ein Verkauf, eine Partnerschaft oder auch ein IPO", ergänzte Setzer. Einen Zeitplan für mögliche Entscheidungen nannte der Manager nicht.

Zudem überprüfe Conti Maßnahmen für weitere Geschäftsaktivitäten innerhalb von Automotive. Der Umfang umfasse Geschäfte mit einem Umsatz von voraussichtlich rund 1,4 Milliarden Euro dieses Jahr. Für den Bereich um autonomes Fahren sei Conti dagegen der beste Eigentümer. "Aus heutiger Sicht sind wir der beste Owner für diesen Bereich", stellte Setzer klar.

Conti prüft Abspaltung eines Teils seines Automotive-Geschäfts

Continental stellt Teile seines schwächelnden Automobilzuliefer-Geschäfts auf den Prüfstand. Man prüfe, Teile der Automotive-Sparte auszugliedern, kündigte Konzernchef Nikolai Setzer am Montag beim Kapitalmarkttag des DAX-Konzerns in Hannover an. Insgesamt gehe es um rund ein Viertel des Umsatzes der Sparte. Einen Komplettverkauf schloss er aber aus. Die Aktie gab nach.

Konkret geht es bei den Vorhaben zunächst um das Geschäft mit Auto-Cockpits und Displays. Das Geschäft mit erwarteten 3,5 Milliarden Euro Jahresumsatz werde zunächst organisatorisch selbstständig aufgestellt, um dann mögliche Optionen prüfen zu können. Von einem Einstieg eines Investors, einer Gemeinschaftsfirma bis hin zu einem Verkauf oder Börsengang sei alles möglich.

Entschieden sei rund um das Geschäft mit Cockpit-Displays und Bedienelementen noch nichts, einen Zeitplan nannte Setzer auf Nachfrage nicht. Daneben prüfe man dasselbe für weitere, kleine Randbereiche der Sparte mit zusammen 1,4 Milliarden Euro Umsatz. Konkrete Angaben machte Setzer dazu ebenfalls nicht. Das Geschäft mit dem Autonomen Fahren stehe dabei aber nicht auf dem Prüfstand, betonte der Manager.

Mit dem Schritt will sich Continental auf profitable und wachstumsstarke Zukunftsfelder konzentrieren und noch stärker vom reinen Teilelieferanten zum Technologiepartner der Autobranche werden. Im Sommer hatte der Konzern bereits angekündigt, in der Kunststoffsparte Contitech das Automotive-Geschäft abzutrennen und auch hier alle Optionen vom Einstieg eines Partners bis hin zu Verkauf oder Börsengang zu prüfen. Die Konzernsparte stellt unter anderem Schläuche und Leitungen her, beliefert aber auch die Bergbauindustrie etwa mit Förderbändern. Bis 2025 solle der Umbau hier abgeschlossen werden, kündigte Setzer an. Details zu möglichen Gesprächen mit potenziellen Partnern nannte er noch nicht.

Vor zwei Jahren hatte der Konzern schon das Verbrennerantriebs-Geschäft in Vitesco Technologies ausgelagert und an die Börse gebracht. Zuletzt war spekuliert worden, Continental könnte sich auf das profitable Reifengeschäft und den Industriebereich von Contitech etwa mit Förderbändern konzentrieren. Dem erteilte Setzer nun eine Absage. "Automotive bleibt bei uns und ist auch künftig eine starke Säule", sagte er. Man sei zu dem Ergebnis gekommen, dass der Continental-Konzern für diesen Bereich der beste Eigentümer sei. "Und wir sehen hier großes Potenzial." Auch nach der möglichen Abspaltung des Cockpit-Geschäfts und der weiteren Bereiche sei das Segment mit rund 15 Milliarden Euro Umsatz noch ebenso groß wie das eigene Reifengeschäft. "Damit sind wir immer noch ein großer Player."

Insgesamt sei Continental zuletzt hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben, räumte Setzer ein. Die 2020 gesteckten Ziele habe man bisher nicht erreicht. "Insbesondere im Automotive-Bereich dauert es länger als 2020 angenommen. Wir sind mit dem Erreichten nicht zufrieden." Um die Kosten zu senken, will Continental in dem Segment auch seine Ausgaben für Forschung und Entwicklung reduzieren. Im Automotive-Bereich sollen diese Ausgaben von derzeit zwölf Prozent des Umsatzes zunächst auf elf Prozent und mittelfristig - also in drei bis fünf Jahren - auf unter zehn Prozent sinken.

Um das zu erreichen, soll auch die Zahl der weltweit 82 Entwicklungsstandorte reduziert werden. Es gehe vor allem darum, kleine und ineffiziente Standorte mit anderen zusammenzulegen. Daneben soll künftig auch mit 70 Prozent ein größerer Anteil der Forschung und Entwicklung aus Ländern mit niedrigeren Kosten kommen - bis dato sind es 60 Prozent, wie Auto-Spartenchef Philipp von Hirschheydt ausführte. Der Manager hatte bereits angekündigt, in der Verwaltung der Sparte Stellen abzubauen. 400 Millionen Euro sollen so ab 2025 eingespart werden. Berichte zufolge sollen rund 5500 Verwaltungsstellen wegfallen, Conti spricht von einer mittleren vierstelligen Zahl.

Im Reifenbereich kann sich Conti hingegen auch Zukäufe vorstellen. Spartenchef Christian Kötz nannte vor allem die Regionen Asien und Amerika als mögliche Regionen für Neuerwerbe, aber auch den Spezialreifenbereich.

Erhöhen will Continental die Ausschüttungen an seine Aktionäre. Statt der bisher in Aussicht gestellten 15 bis 30 Prozent des Nettogewinns wolle man künftig 20 bis 40 Prozent als Dividende auszahlen, kündigte Finanzvorständin Katja Garcia Vila an.

Mittelfristig will Conti den Gesamtumsatz von den in diesem Jahr angepeilten 41 bis 43 Milliarden auf 51 bis 56 Milliarden Euro steigern. Bereits kurzfristig - das heißt in zwei bis drei Jahren - will der DAX-Konzern die Bandbreite bei der angestrebten bereinigten operativen Marge von 8 bis 11 Prozent erreichen und sich danach weiter innerhalb der Spanne verbessern. Auch die schwächelnde Autozuliefersparte soll die Renditevorgabe von 6 bis 8 Prozent am unteren Ende bereits spätestens 2026 schaffen.

Die Mittelfristziele beinhalten noch keine Veränderungen des Portfolios. Sollte es zu Umbauten kommen, dürfte das aber einen positiven Effekt auf die operativen Margen haben, sagte Finanzchefin Garcia Vila.

So reagiert die Continental-Aktie

Die Aktien von Continental haben am Montag negativ auf mögliche Ausgliederungspläne der Automotive-Sparte des DAX-Konzerns reagiert. Nach zeitweisen Verlusten via XETRA von rund 4 Prozent verloren die Conti-Papiere zuletzt aber nur noch 0,89 Prozent auf 70,82 Euro. Seit Jahresbeginn hat Conti noch immer gut ein Viertel an Börsenwert gewonnen. Von den Rekordhochs Anfang 2018 ist die Aktie nach einem längeren Abwärtstrend aber weit entfernt.

Continental stellte auf seinem Kapitalmarkttag Teile seines schwächelnden Automobilzuliefer-Geschäfts auf den Prüfstand. Von einem Einstieg eines Investors, einer Gemeinschaftsfirma bis hin zu einem Verkauf oder Börsengang sei alles möglich. Außerdem setzte Conti bei den Investitionsausgaben den Rotstift an und stellte höhere Dividenden in Aussicht.

JPMorgan-Analyst Jose Asumendi lobte den langfristigen Restrukturierungsplan, der aus seiner Sicht zu einer Neubewertung der Marge führen dürfte und die Anlagestory in den kommenden Jahren stützen sollte.

FRANKFURT (Dow Jones)/HANNOVER (dpa-AFX)

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