Comeback?

Nach schwachem Jahresstart: Tesla-Aktie legt Erholungsrally hin - mit diesen Fallstricken

12.02.24 22:22 Uhr

Zu früh gefreut: Warum die Erholungsrally der Tesla-Aktie an der NASDAQ als zweischneidiges Schwert zu sehen ist | finanzen.net

Die Tesla-Aktie musste seit Jahresbeginn einige Verluste hinnehmen. In den letzten Tagen schien der Abwärtstrend jedoch gebrochen zu sein. Ist die Erholungsrally nachhaltig?

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• Tesla-Aktie mit mühseligem Jahresstart 2024
• China-Daten machen Hoffnung
• Gewinnmargen im Blick



Konkurrenz macht Tesla zu schaffen

Im vergangenen Jahr hat die Aktie des E-Autobauers Tesla an der NASDAQ um knapp 100 Prozent zugelegt. Im noch jungen Börsenjahr 2024 steht es für das Papier des von Elon Musk geleiteten Konzerns jedoch deutlich weniger gut: Seit Jahresbeginn musste der Tech-Titel bereits um 22,10 Prozent einbüßen. Ein Auslöser des Kursschwunds war die Bilanz für das Geschäftsjahr 2023, die Tesla im Januar vorgelegt hatte. Nicht nur enttäuschte der Konzern mit einem deutlich schwächer als erwarteten Gewinn, mit zunehmender Konkurrenz - vor allem aus China - verzichtete man außerdem auf die Nennung eines Absatzziels für 2024. Bis zum Handelsende am 25. Januar, dem Tag nach der Bilanzvorlage, rauschte die Tesla-Aktie um 12,13 Prozent auf 182,63 US-Dollar ab. Und auch anschließend sah es zunächst nicht so aus, als könnte Tesla das Ruder herumreißen und seine Anleger begeistern.

Tesla-Aktie läutet Erholung ein

In der vergangenen Handelswoche setzte jedoch eine Gegenbewegung ein. An vier von fünf Handelstagen schloss die Tesla-Aktie über ihrem Eröffnungskurs. In der gesamten Woche konnte sich das Papier auf dem New Yorker Börsenparkett immerhin um etwas mehr als 3 Prozent verteuern. Im Montagshandel ging es aber wieder etwas bergab, die Verluste betrugen an der NASDAQ letztlich 2,81 Prozent bei einem Stand von 188,13 US-Dollar.

Doch was steckt hinter der Aufwärtsbewegung der letzten Tage?

Absatzzahlen aus China im Blick

Als Antreiber wurden in der vergangenen Woche Verkaufszahlen aus China gesehen, wie Citigroup-Analyst Jeff Chung laut "Barron’s" erklärte. Im Januar 2024 setzte Tesla insgesamt 71.447 E-Autos aus seiner Gigafactory in Shanghai um. Zwar entsprach dies im Vergleich zum Dezember 2023 einem Rückgang um 24 Prozent, als Tesla noch 94.139 Einheiten auf die Straßen Chinas brachte, wie die US-amerikanische Wochenzeitschrift berichtete, handle es sich beim Januar generell um einen schwächeren Monat für E-Auto-Absätze. Insgesamt wurden im ersten Monat des Jahres in China 682.000 sogenannte New Energy Vehicles (NEVs) umgesetzt, zu denen Plug-in-Hybride und rein batteriebetriebene Elektrofahrzeuge zählen. Laut Chung bedeutet das ein Minus von 38 Prozent zum Dezember. Und auch von reinen E-Autos wurden im Januar mit 404.000 Stück 46 Prozent weniger als im Vormonat verkauft.

Kleines Plus im Jahresvergleich

Anders sieht es bei Tesla jedoch auf Jahressicht aus. Im Vergleich zum Januar 2023 setzte der Musk-Konzern nun 8 Prozent mehr Fahrzeuge aus seiner chinesischen Fabrik um. Dennoch lag Tesla damit hinter dem chinesischen Markt für NEVs und E-Autos. Von reine E-Autos konnten im Jahresvergleich etwa 50 Prozent mehr umgesetzt werden, zusammen mit Plug-in-Hybriden beträgt das Plus sogar 76 Prozent, so die von Chung berichteten Daten.

Warnung vor verfrühtem Optimismus

Für Optimismus sei es unter Tesla-Aktionären aber noch zu früh, warnte Barron’s weiter. Mit dem jüngsten Kursanstieg seien die Titel des E-Autobauers zwar nicht mehr überverkauft, was bedeutet, dass der Kurs der Aktie nach einer langen Abwärtsbewegung nun nicht mehr fällt, für investierte Anleger muss dies aber nicht unbedingt ein gutes Zeichen sein, heißt es weiter. "Eine Rückkehr zur Normalität ist jedoch nicht unbedingt gut für Händler oder Aktionäre. Sie kann bedeuten, dass kein großer Aufschwung bevorsteht", so Barron’s in einem Artikel.

Gewinnmarge bereitet Sorgen

Auch wenn sich Tesla-Aktionäre eine nachhaltige Erholungsrally wünschen, müsste das Unternehmen dazu an seinen Gewinnmargen arbeiten, so das Blatt. Die zahlreichen Preissenkungen, die Tesla in den vergangenen Monaten umgesetzt hat, um der Konkurrenz Herr zu werden, haben jedoch ihre Spuren an der Unternehmensbilanz hinterlassen. So betrug Teslas operative Gewinnmarge im vierten Quartal 2023 ungefähr 8 Prozent, nachdem im Vorjahr noch ein Wert von 16 Prozent in den Büchern stand Ob Tesla seine angeschlagenen Margen wieder stabilisieren und damit den Aktienkurs für längere Zeit im Plus halten kann, wird sich zeigen.

Redaktion finanzen.net

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Bildquellen: betto rodrigues / Shutterstock.com, Scott Olson/Getty Images

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