finanzen.net
06.02.2019 17:51
Bewerten
(7)

Daimler kürzt Dividende nach Gewinneinbruch - Aktie verliert

Deutlicher Ergebnisrückgang: Daimler kürzt Dividende nach Gewinneinbruch - Aktie verliert | Nachricht | finanzen.net
Deutlicher Ergebnisrückgang
DRUCKEN
Der Auto- und Lkw-Bauer Daimler will nach einem schwachen Vorjahr stärker auf die Kosten achten.
Der scheidende Daimler-Chef Dieter Zetsche hat mit seiner letzten Jahresbilanz einen herben Gewinneinbruch präsentieren müssen. Zetsche kündigte bereits Gegenmaßnahmen in der wichtigen Pkw-Sparte an, allerdings ohne Details zu nennen. "Wir sind in der Erarbeitung dieses Programms", sagte der Manager am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz. Solange Umfang und einzelne Bestandteile nicht feststünden, könne er sich dazu nicht weiter äußern. Die Umsetzung liege aber in der Verantwortung des neuen Vorstandsteams. Zetsche übergibt nach 13 Jahren an der Konzernspitze bei der Hauptversammlung im Mai die Führung an Entwicklungschef Ola Källenius.

Das Konzernergebnis war 2018 unter anderem wegen eines schwachen Autogeschäfts um fast ein Drittel eingebrochen, die Dividende soll nun mit 3,25 Euro je Aktie 40 Cent niedriger ausfallen als zuvor.

Die Profitabilität der wichtigen Pkw-Sparte hatte im vergangenen Jahr auch unter dem Handelsstreit zwischen den USA und China und Auslieferungsstopps bei einzelnen Dieselmodellen gelitten. Die Umsatzrendite in dem Geschäftsbereich, die den Anteil vom operativen Gewinn am Umsatz anzeigt, lag 2018 bei 7,8 Prozent (2017: 9,4 Prozent). "Damit können und wollen wir nicht zufrieden sein", sagte Zetsche. In der Regel peilt der Konzern hier einen Wert von acht bis zehn Prozent an. Das sieht der Konzern nun aber erst wieder 2021 im Rahmen des Möglichen - 2019 soll die Rendite zwischen sechs und acht Prozent liegen.

Vor allem im ersten Quartal dürfte der Anlauf des neuen Modells vom Stadtgeländewagen GLE und der Produktionsstart in einem Werk in Mexiko belasten, sagte Zetsche. Währungseffekte und höhere Rohstoffkosten würden zusammengenommen rund 1,5 Milliarden Euro zusätzlich kosten, sagte Finanzchef Bodo Uebber.

Ein Stellenabbau sei bei den Sparmaßnahmen nicht geplant, sagte ein Sprecher. In der Quartalsmitteilung ist vielmehr die Rede von zusätzlichen Arbeitsplätzen. Für die Stammbelegschaft in Deutschland sind betriebsbedingte Kündigungen ohnehin ausgeschlossen. Leiden könnten allerdings die Leiharbeiter, die von Konzernen in der Regel eingesetzt werden, um flexibler produzieren zu können.

Schon 2017 hatte Daimler angekündigt, wegen hoher Entwicklungsinvestitionen in der Pkw-Sparte bis 2021 vier Milliarden Euro an Kosten sparen zu wollen. Hintergrund sind unter anderem die hohen Investitionen in die neuen Elektro-Modelle. In diesem Jahr kommt das erste Auto der neuen Marke EQC auf den Markt. Nach derzeitigem Stand sei Nachfrage so hoch, dass Daimler diese 2019 und auch 2020 nicht bedienen könne, sagte Zetsche.

Neben der anhaltenden Debatte um Diesel und saubere Luft rechnet Zetsche auch weiter mit Belastungen aus dem Handelsstreit zwischen den USA und China. "Wir bereiten uns auf unterschiedliche Szenarien vor", sagt er. Auch ein harter Brexit bliebe nicht ohne Folgen. Großbritannien ist Daimlers viertgrößter Autoabsatzmarkt.

Im vergangenen Jahr brach das auf die Aktionäre entfallende Ergebnis des Konzerns unterm Strich um 29 Prozent auf 7,25 Milliarden Euro ein. Auch beim operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern stand ein überraschend kräftiger Rückgang von 22 Prozent auf 11,1 Milliarden Euro. Die Erlöse konnte Daimler vor allem dank der Lastwagensparte um 2 Prozent auf 167,36 Milliarden Euro steigern.

"Für Daimler war 2018 ein Jahr mit starkem Gegenwind", sagte Zetsche. Daimler exportiert im US-Werk in Tuscaloosa (Alabama) hergestellte Geländesportwagen (SUVs) nach China - 2018 waren es mehr als 30 000 -, die höheren Zölle in China konnte Daimler nicht vollständig an die Kunden weitergeben. Hinzu kamen auch noch Kosten für Dieselrückrufe und für das früher verwendete Kältemittel R134a.

Der neue Abgas- und Verbrauchsstandard WLTP belastete ebenfalls, weil nicht alle Modelle den Kunden angeboten werden konnten. Das führte im vergangenen Jahr zeitweise zu einem Rückgang der Autoverkäufe. Am Ende des Jahres verbuchte Daimler aber ein leichtes Absatzplus auf 2,4 Millionen Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart weltweit.

In diesem Jahr soll neben Absatz und Umsatz auch der operative Gewinn leicht steigen. Gleichzeitig plant der Konzern weiterhin mit hohen Investitionen. 2019 sollen nicht nur die Flugtaxis des Start-ups Volocopter, an dem Daimler beteiligt ist, einen Testlauf starten. Außerdem testet der Autobauer zusammen mit Bosch im kalifornischen San José fahrerlose Shuttles.

Das laufende Jahr wird für den Konzern ein Jahr des Umbruchs. Auf der Hauptversammlung im Mai sollen die Aktionäre über die neue Struktur entscheiden. Autosparte, Lkw-Geschäft und Mobilitätsdienstleistungen sollen dann unter dem Dach einer Holding als rechtlich eigenständige Einheiten gesteuert werden. Das kostet Daimler in diesem Jahr zusätzlich einen mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag./ang/men/fba

Daimler-Aktie gibt nach

Nach der kleiner als erwartet ausgefallenen Dividende für das vergangene Geschäftsjahr haben die Aktien von Daimler am Mittwoch im XETRA-Handel nachgegeben. Der Ausblick sei vorsichtig, konstatierte JPMorgan-Analyst Jose Asumendi. Die Daimler-Aktie lag zu Handelsschluss am DAX-Ende mit 1,81 Prozent im Minus bei 51,95 Euro. Mit 3,25 Euro je Anteilschein blieb die Dividende unter der Konsensprognose von 3,46 Euro.

Ein Händler merkte an, dass nach den jüngsten Gewinnwarnungen und dem zunehmenden Gegenwind für den Automobilsektor etliche Marktakteure zwar mit einer Rückkehr zum niedrigeren Dividendenniveau von 2015 und 2016 gerechnet hätten. Gleichzeitig seien die Papiere jedoch mit einer Dividendenrendite von mehr als 6 Prozent ein "attraktiver Dividendenwert", so dass die Optimisten am Markt enttäuscht sein könnten.

Analyst Jose Asumendi von der US Bank JPMorgan sprach in einer ersten Reaktion zudem von einem verhaltenen Ausblick für 2019.

/men/stk

STUTTGART (dpa-AFX)

Bildquellen: ben bryant / Shutterstock.com, Taina Sohlman / Shutterstock.com
Anzeige

Nachrichten zu Daimler AG

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Daimler AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
13.03.2019Daimler overweightJP Morgan Chase & Co.
27.02.2019Daimler market-performBernstein Research
25.02.2019Daimler overweightJP Morgan Chase & Co.
20.02.2019Daimler HaltenIndependent Research GmbH
19.02.2019Daimler buyDeutsche Bank AG
13.03.2019Daimler overweightJP Morgan Chase & Co.
25.02.2019Daimler overweightJP Morgan Chase & Co.
19.02.2019Daimler buyDeutsche Bank AG
18.02.2019Daimler buyDeutsche Bank AG
14.02.2019Daimler buyDeutsche Bank AG
27.02.2019Daimler market-performBernstein Research
20.02.2019Daimler HaltenIndependent Research GmbH
11.02.2019Daimler NeutralCredit Suisse Group
11.02.2019Daimler HoldWarburg Research
08.02.2019Daimler HaltenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
18.02.2019Daimler SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
15.01.2019Daimler UnderweightBarclays Capital
07.12.2018Daimler VerkaufenDZ BANK
30.11.2018Daimler ReduceHSBC
15.11.2018Daimler SellCitigroup Corp.

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Daimler AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX schließt schwächer -- Dow beendet Handel zurückhaltend -- Deutsche Bank und Commerzbank loten offiziell Fusion aus -- Boeing, Daimler, Talanx, LEONI im Fokus

VW-Konzernchef Diess kauft in großem Stil Volkswagen-Aktien. Uber-Konkurrent Parlamentspräsident macht Regierung Strich durch die Rechnung. Lyft strebt Milliarden-Erlös bei Börsengang an. Italiens Aufseher verbieten ING Neukundengeschäft wegen Kontrollmängeln. Nordex-Aktien kratzen an 200-Wochen-Linie - Citi nicht mehr negativ.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

In diesen Ländern ist Netflix am teuersten
Hier müssen Abonnenten tief in die Tasche greifen
Die korruptesten Länder der Welt
In diesen Staaten ist die Korruption am höchsten
Abschlüsse der DAX-Chefs
Diese Studiengänge haben die DAX-Chefs absolviert
Erster Job
Wo Absolventen am meisten Geld verdienen
Das Schwarzbuch 2018/2019
Wo 2018 sinnlos Steuern verbrannt wurden
mehr Top Rankings

Umfrage

Nun ist es bestätigt: Deutsche Bank und Commerzbank loten offiziell eine Fusion aus. Glauben Sie, dass es tatsächlich dazu kommen wird?

finanzen.net Brokerage

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Wirecard AG747206
CommerzbankCBK100
Deutsche Bank AG514000
Aurora Cannabis IncA12GS7
Daimler AG710000
Boeing Co.850471
Deutsche Telekom AG555750
LEONI AG540888
Amazon906866
SteinhoffA14XB9
Infineon AG623100
Apple Inc.865985
BASFBASF11
Allianz840400
TeslaA1CX3T