E-Autos belasten

BMW-Aktie unter Druck: BMW mit Gewinnrückgang und überraschend niedriger Marge

08.05.24 17:52 Uhr

BMW-Aktie unter Druck: BMW verkauft mehr Autos, macht aber weniger Gewinn | finanzen.net

Der Autobauer BMW hat im ersten Quartal trotz des guten Laufs bei teuren Modellen und einem Verkaufsplus weniger Gewinn eingefahren.

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Gegenüber dem sehr starken Vorjahresquartal wirtschaftete der DAX-Konzern in seiner wichtigsten Sparte mit Pkw spürbar weniger profitabel. Trotz des gestiegenen Anteils noch nicht so lukrativer Elektroautos und des belastenden Modellwechsels beim wichtigen 5er-BMW sieht Konzernchef Oliver Zipse das Unternehmen auf Kurs für das Jahr und bestätigte die Prognosen. Die Aktie gab allerdings am Mittwoch nach, denn Analysten und Investoren hatten sich noch etwas mehr erhofft.

Die etwas schwächer als erwartet ausgefallene Marge im Autosegment könnte die Aktien etwas belasten, schrieb Analyst Tom Narayan von der kanadischen Bank RBC. Außer der Automarge seien alle anderen Resultate solide, meinte Jefferies-Fachmann Philippe Houchois. Der Finanzmittelzufluss sei im ersten Quartal stark ausgefallen, merkte JPMorgan-Experte Jose Asumendi an.

"Wie geplant bauen wir den Anteil elektrischer Fahrzeuge dynamisch aus und halten gleichzeitig unser hohes Level an Profitabilität", verwies Zipse auf die vergangenen neun Quartale, in denen BMW jeweils sein Renditeziel geschafft oder übertroffen hatte. Bei der am Kapitalmarkt wichtigsten Kennzahl, der Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern im Autogeschäft, büßte BMW im ersten Quartal mit 8,8 Prozent vom Umsatz 3,3 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahreswerte ein. Analysten hatten im Schnitt mit mehr als 9 Prozent Umsatzrendite in der Pkw-Sparte gerechnet.

Ein Jahr zuvor hatten niedrigere Herstellungskosten BMW Rückenwind geliefert, die noch dem niedrigeren Einkaufspreisniveau aus dem Jahr 2022 zu verdanken waren. Seit dem zweiten Quartal 2023 wirkten sich dann laut BMW inflationsbedingt gestiegene Herstellungskosten beim Verkauf der produzierten Fahrzeuge aus, was bis ins vergangene Quartal anhielt.

Zudem hat das Unternehmen weiter Aufwind bei den vollelektrischen Autos, deren Anteil an den gesamten Auslieferungen von 11,0 auf 13,9 Prozent stieg. Die Autos sind noch nicht so margenstark wie Verbrenner oder Plugin-Hybride, weil die teuren Batteriekosten nicht vollständig auf den Verkaufspreis aufgeschlagen werden können.

BMW verspricht sich im Lauf des Jahres vom neuen 5er-Modell einen Schub bei den Ergebnissen. Ein Modellwechsel sorgt in aller Regel für Belastung, weil neue Autos erst nach und nach in die Märkte eingeführt werden und der Verkauf des alten Modells früher ausläuft. Finanzchef Walter Mertl verwies in einer Telefonkonferenz darauf, dass der neue 5er in China erst seit ein paar Wochen in den Showrooms der Autohäuser stehe.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern im Konzern ging im Jahresvergleich im ersten Quartal um rund ein Viertel auf 4,05 Milliarden Euro zurück, wie der Dax-Konzern am Mittwoch in München mitteilte. Neben der weniger profitablen Autosparte ging auch das operative Ergebnis bei den Finanzdienstleistungen spürbar zurück. Im Zuge hoher Gebrauchtwagenpreise hatte BMW lange von der Wiedervermarktung bei Leasingrückläufern profitiert, mit dem sinkenden Preisniveau bei Gebrauchten bleibt dieser Rückenwind aus.

Der Konzernumsatz blieb mit 36,6 Milliarden Euro nahezu stabil. BWM hat mit 594 533 Fahrzeugen in den ersten drei Monaten 1,1 Prozent mehr Autos verkauft. Hätten Wechselkurseffekte vor allem beim US-Dollar und dem chinesischen Renminbi nicht belastet, wäre der Erlös in der Autosparte gestiegen. Unter dem Strich machte BMW 2,95 Milliarden Euro Konzernüberschuss. Das war fast ein Fünftel weniger als ein Jahr zuvor.

Schwächelnde Marge setzt BMW unter Druck - Branche leidet mit

Anleger haben die Quartalszahlen am Mittwoch negativ aufgenommen. Vor allem die überraschend schwache Profitabilität des Autobauers drückte auf die Stimmung. Allerdings konnten die Aktien die anfangs deutlichen Verluste sichtbar eindämmen. Sie seien bereits jüngst nach der Zahlenvorlage von Konkurrenten unter Druck geraten, was nun die Verluste begrenze, erklärte UBS-Analyst Patrick Hummel.

Nach dem frühen Kursrutsch um 5,4 Prozent auf ein Dreimonatstief stand zuletzt noch ein Minus von 2,93 Prozent auf 101,15 Euro zu Buche. Damit blieben die BMW-Titel aber einer der größten Tagesverlierer im DAX. Auch die Branche insgesamt wurde in Mitleidenschaft gezogen: Im deutschen Leitindex büßten die Papiere des Sportwagenbauers Porsche AG (Porsche) 3,3 Prozent ein. Besser hielten sich Volkswagen und Mercedes-Benz mit Abschlägen von 0,7 beziehungsweise 0,5 Prozent.

Der europäische Autoindex zählte mit minus einem Prozent zu den schwächsten Subindizes im marktbreiten Stoxx Europe 600. Ihn belasteten zudem negativ aufgenommene endgültige Zahlen des Autozulieferers und Reifenherstellers Continental, dessen Aktien um 1,5 Prozent nachgaben.

Trotz des guten Laufs teurer Modelle und gestiegener Absatzzahlen ging bei BMW die Profitabilität im Autosegment zu Jahresbeginn stärker als erwartet zurück. Neben inflationsbedingt höheren Herstellungskosten belastete der weiter gestiegene Anteil der noch nicht so margenstarken vollelektrischen Modelle. Den Umsatz hielt BMW nahezu stabil. Die Jahresziele wurden bestätigt.

Analysten betonten, dass die Marge im Autosegment nur etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben sei. Diese dürfte sich im weiteren Jahresverlauf zudem sukzessive verbessern, sodass die jüngste Entwicklung "kein Drama" sei, schrieb Bernstein-Experte Stephen Reitman.

Abgesehen von dieser Kennziffer habe BMW im ersten Quartal solide abgeschnitten, sekundierte sein Kollege Philipp Houchois vom Analysehaus Jefferies. Auch Jose Asumendi von der US-Bank JPMorgan attestierte dem Unternehmen einen ordentlichen Jahresauftakt.

Mit Blick auf den bestätigten Ausblick betonte UBS-Experte Hummel, dass BMW 2024 nicht mit einer Saisonalität wie im Vorjahr mit einer starken ersten und schwachen zweiten Hälfte rechne. Dies sei angesichts des schwachen ersten Quartals wichtig. BMW sei vielmehr zuversichtlich und rechne in den kommenden Quartalen mit relativ stabilen Geschäftstrends.

MÜNCHEN / FRANKFURT (dpa-AFX)

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