finanzen.net
24.02.2019 15:00
Bewerten
(3)

Globales Wachstum: Womit Anleger rechnen sollten

Euro am Sonntag-Spezial: Globales Wachstum: Womit Anleger rechnen sollten | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag-Spezial
DRUCKEN
Der Handelsstreit zwischen den USA und China sowie das Ringen um den Brexit bremsen das weltweite Wachstum. Warum die Aktienkurse trotzdem steigen.
€uro am Sonntag
von Christoph Platt, Euro am Sonntag

Die Chefs der mächtigsten Staaten stehen immer im Rampenlicht. Doch zurzeit werden sie besonders kritisch beäugt - von Unternehmen, den Finanzmärkten, den Verbrauchern. Seit Monaten streiten sich die USA und China um den gegenseitigen Handel und belegen sich mit Zöllen. Stets im Vordergrund: US-Präsident Donald Trump, der mit markigen Sprüchen und drastischen Plänen von sich reden macht.


Sein Gegenüber in Asien, Chinas Präsident Xi Jinping, tritt zwar leiser auf, hat aber umso mehr zu tun: Die chinesische Wirtschaft wächst so langsam wie seit fast 30 Jahren nicht mehr, und besondere Maßnahmen sind erforderlich, um sie wieder in den gewünschten Takt zu bringen. In Europa spielt die britische Premierministerin Theresa May eine undankbare Rolle. Sie bemüht sich um einen Vertrag, der den Austritt Großbritanniens aus der EU regeln soll. Doch das Parlament verweigert ihr die Zustimmung.


Der Dreiklang aus Handelsdisput, chinesischen Wachstumssorgen und Brexit-Chaos zehrt an den Nerven von Konzernlenkern, Anlegern und Konsumenten. Die Stimmung in der globalen Wirtschaft hat sich in den vergangenen Monaten deutlich verschlechtert. Nach den neuesten Zahlen des Ifo-Instituts ist das Klima in der Weltwirtschaft so schlecht wie seit dem vierten Quartal 2011 nicht mehr. Der entsprechende Indikator fiel bei der jüngsten Expertenbefragung das vierte Mal in Folge auf nunmehr minus 13,1 Punkte (siehe Investor-Info).

Das Ifo-Weltwirtschaftsklima setzt sich zusammen aus einer Beurteilung der aktuellen Lage und den Konjunkturerwartungen. Auffällig ist die große Diskrepanz zwischen beiden Faktoren. Die Kennzahl zur aktuellen Lage ist zwar ebenfalls zurückgegangen, doch die befragten Experten sehen die Situation noch immer als positiv an. Düster ist dagegen der Blick in die Zukunft: Mit minus 27,7 Punkten sind die Konjunkturerwartungen auf dem niedrigsten Stand seit fast zehn Jahren.


Längst macht angesichts der miesen Stimmung das ungeliebte R-Wort die Runde. In Europa steckt Italien bereits in einer Rezession, Deutschland ist nur knapp daran vorbeigeschrammt. Im dritten Quartal 2018 war die deutsche Wirtschaft um 0,2 Prozent geschrumpft, im vierten Quartal stagnierte sie, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag bekannt gab. Sinkt die Wirtschaftskraft zwei Quartale in Folge, spricht man von einer technischen Rezession, selbst wenn es übers Gesamtjahr gesehen ein Wachstum gab.

Indizes klettern trotzdem

Die Aktienmärkte stimmen zurzeit aber nicht in das Wehklagen ein. Nach dem verheerenden vierten Quartal, als weltweit die Kurse einbrachen, klettern die Indizes im laufenden Jahr kontinuierlich nach oben. Der DAX konnte seit Anfang Januar bereits um sechs Prozent zulegen, der US-amerikanische Leitindex S & P 500 gar um elf Prozent (siehe Investor-Info).

Für die Erholung gibt es mehrere Gründe. Einer davon: die Rückkehr langfristig orientierter Anleger. "Der dramatische Ausverkauf Ende 2018, bei dem zu viel Pessimismus - verschärft durch Spekulationen über eine US-Rezession - eingepreist war, hat die Bewertungen auf ein attraktives Niveau gesenkt", sagt Mickey Levy, Ökonom der Berenberg Bank. Das lockt Investoren an, die viele Aktien nun günstiger einkaufen können.

Hinzu kommen Chinas Pläne, der Wirtschaft mit neuen Maßnahmen unter die Arme greifen zu wollen. Angekündigt sind Investitionen in die Infrastruktur, Steuersenkungen für Haushalte und Konzerne sowie Erleichterungen bei der Vergabe von Krediten an Privatunternehmen. Dritter Grund für die Rally: die wachsende Hoffnung der Anleger auf eine Einigung im Zollstreit zwischen den USA und China. Genährt wird sie dieser Tage von einem Treffen in Peking. US-Finanzminister Steven Mnuchin und der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer sprachen am Donnerstag und Freitag mit Chinas Vize-Premierminister Liu He, dem führenden Wirtschaftsberater von Präsident Xi.

Noch während des Treffens ließ Trump durchblicken, dass er den "Waffenstillstand" im Handelsstreit verlängern wolle. Die USA und China hatten vereinbart, bis zum 1. März keine weiteren Zölle einzuführen. Vierter bedeutender Faktor für die Erholung der Aktienmärkte ist die Ankündigung der US-Notenbank, mit künftigen Zinserhöhungen zurückhaltender sein zu wollen. "Im Januar hat die Fed eine ausdrücklich taubenhafte Nachricht gesendet, indem sie signalisiert hat, geduldig zu agieren", sagt Ökonom Levy. Die Hoffnung auf weniger Zinsschritte als gedacht beruhigte die Anleger weltweit.

Wenn nun noch das Gespenst des ungeregelten Brexit vom Tisch wäre. Am Donnerstag stimmte das britische Parlament erneut über das weitere Vorgehen ab - Lösungen wurden nicht präsentiert. Der Austrittstermin am 29. März rückt näher, ein Verlassen der EU ohne Regeln würde Chaos im Handel und an den Finanzmärkten auslösen. Bis es so weit kommt, lebt die Hoffnung.

Strategen sehen Besserung

Möglicherweise nehmen die Aktienmärkte zurzeit - wie so oft - auch nur vorweg, was viele Ökonomen erwarten: dass sich das wirtschaftliche Wachstum zwar zunächst abschwächt, im Lauf des Jahres aber stabilisiert. "Obwohl die veröffentlichten Wirtschaftsstatistiken eine Verlangsamung der globalen Konjunktur bestätigen, scheint eine Rezession in den meisten Ländern dennoch nicht unmittelbar bevorzustehen", meint Guy Wagner, Chefstratege von BLI Banque de Luxembourg Investments.

Wenn das stimmt, ist es noch nicht an der Zeit, Aktien den Rücken zu kehren. Die Fondsgesellschaft Robeco verweist auf ein historisches Muster beim US-Index S & P 500. "Die Aktienmärkte erreichen ihren Höchststand tendenziell erst lange, nachdem anerkannte Indikatoren eine Rezession angekündigt haben", sagt Jeroen Blokland, Senior-Portfoliomanager bei Robeco Investment Solutions. Wer zu früh aussteige, versäume weitere Kursgewinne.

An der Börse Vollgas zu geben, raten aber nur wenige. "Es gilt, die Risiken genau im Blick zu behalten, aber nicht in Panik zu verfallen", sagt Uwe Burkert, Chefvolkswirt der Landesbank Baden-Württemberg. Empfehlenswert ist daher, Kursrücksetzer, die es 2019 wohl häufiger geben wird, zum Nachkaufen zu nutzen. Bevorzugen sollten Anleger Unternehmen wie Roche und Allianz, die wenig konjunktursensibel sind.

Investor-Info

Weltwirtschaftsklima
Anhaltende Schwäche

Das Klima der Weltwirtschaft verschlechtert sich seit zwölf Monaten, der Indikator des Ifo-Instituts steht so tief wie seit gut sieben Jahren nicht mehr. Niedrig sind aber nur die Konjunkturerwartungen. Die aktuelle Lage wird im historischen Vergleich noch gut beurteilt.

Aktien versus Wirtschaft
Gegenläufige Entwicklung

Die aktuell veröffentlichten Wirtschaftsdaten unterbieten die vorherigen Schätzungen immer stärker (das heißt, der Index für ökonomische Überraschungen fällt). Die Aktienmärkte schert das im laufenden Jahr nicht: Sie haben sich von den schwachen Konjunkturdaten abgekoppelt und erholen sich rasch.

Comgest Monde
Verlässliches Wachstum

Die jüngsten Konjunktursorgen sollten Anleger nicht völlig aus Aktien vertreiben. Eine defensivere Ausrichtung ist aber sinnvoll. Die gelingt mit dem Comgest Monde, der weltweit investiert. Nur qualitativ hochwertige Unternehmen, bei denen ein kontinuierliches Wachstum erkennbar ist, kommen ins Portfolio. Aktuell sind das viele Titel aus den Sektoren nicht zyklischer Konsum und Gesundheit, die nur wenig konjunkturabhängig sind.






_____________________________

Bildquellen: Lightspring / Shutterstock.com, Thomas Northcut/Getty Images
Anzeige

Nachrichten zu Allianz

  • Relevant
    3
  • Alle
    3
  • vom Unternehmen
    2
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Allianz

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
11.06.2019Allianz overweightJP Morgan Chase & Co.
03.06.2019Allianz buyHSBC
03.06.2019Allianz buyUBS AG
31.05.2019Allianz kaufenDZ BANK
31.05.2019Allianz overweightJP Morgan Chase & Co.
11.06.2019Allianz overweightJP Morgan Chase & Co.
03.06.2019Allianz buyHSBC
03.06.2019Allianz buyUBS AG
31.05.2019Allianz kaufenDZ BANK
31.05.2019Allianz overweightJP Morgan Chase & Co.
14.05.2019Allianz NeutralGoldman Sachs Group Inc.
25.04.2019Allianz NeutralGoldman Sachs Group Inc.
15.02.2019Allianz NeutralGoldman Sachs Group Inc.
15.02.2019Allianz Equal-WeightMorgan Stanley
08.02.2019Allianz HoldJefferies & Company Inc.
14.05.2019Allianz UnderperformRBC Capital Markets
13.12.2017Allianz UnderperformMerrill Lynch & Co., Inc.
13.11.2017Allianz UnderweightBarclays Capital
06.11.2017Allianz UnderweightBarclays Capital
25.10.2017Allianz UnderweightBarclays Capital

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Allianz nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen

Technische Marktanalyse

Wie geht's an der Börse weiter? Setzt sich der Zick-Zack-Kurs fort oder geht es demnächst kräftig nach unten? Heute ab 18 Uhr analysiert Achim Matzke die Situation bei Dax, Dow und Co. Jetzt kostenlos anmelden!
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX schließt mit kleinem Minus -- Lufthansa mit Gewinnwarnung für 2019 -- Deutsche Bank plant wohl milliardenschwere Bad Bank -- BASF, Bitcoin, 1&1, United Internet im Fokus

Chanel-Aktie als Börsenkandidat? Fusion von Sprint und T-Mobile dürfte wohl genehmigt werden. US-Sanktionen: Huawei erwartet kräftiges Umsatzminus. H&M steigert Umsatz im zweiten Quartal. Boeing erhält Milliardenauftrag von US Air Force. Kurzfristiges Darlehen für TOM TAILOR.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Das hat sich geändert
Diese Aktien hat George Soros im Depot
Big-Mac-Index
In welchen Ländern kostet der Big Mac wie viel?
Das verdienen Aufsichtsratschefs in DAX-Konzernen
Deutlich unter Vorstandsgehältern
Die Länder mit den größten Goldreserven 2019
Wer lagert das meiste Gold?
Die zehn größten Kapitalvernichter
Hier wurde am meisten Anlegergeld verbrannt
mehr Top Rankings

Umfrage

Glauben Sie die Anschuldigung der USA, dass der Iran für die Angriffe gegen Tanker im Golf von Oman verantwortlich ist?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Wirecard AG747206
Lufthansa AG823212
NEL ASAA0B733
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
BASFBASF11
Beyond MeatA2N7XQ
Microsoft Corp.870747
Amazon906866
TeslaA1CX3T
Infineon AG623100
BayerBAY001
Apple Inc.865985
CommerzbankCBK100
Allianz840400