Guter Jahresstart

TUI-Aktie trotz Gewinnsteigerung schwach: Prognose für 2025/26 bestätigt - Umsatz stabil

10.02.26 20:00 Uhr

TUI-Aktie dennoch in Rot: Operatives Ergebnis klettert um Millionenbetrag | finanzen.net

Der Reisekonzern TUI hat im ersten Geschäftsquartal 2025/26 bei einem stabilen Umsatz operativ deutlich mehr verdient als erwartet und die Jahresprognose bestätigt.

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Konzernchef Sebastian Ebel äußerte sich sehr zufrieden mit dem Jahresauftakt. Die Buchungen für die Wintersaison 2025/26 und für den Sommer 2026 entsprächen den Erwartungen, die Nachfrage bleibe robust, sagte er.

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TUI steigert Gewinn deutlich

Im Zeitraum Oktober bis Dezember erzielte der MDAX-Konzern einen Umsatz auf dem Vorjahresniveau von rund 4,9 Milliarden Euro, wechselkursbereinigt ist das ein kleiner Anstieg um 1,3 Prozent. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte dagegen kräftig um 26,3 Millionen Euro auf 77,1 Millionen Euro zu. Hier konnte der Konzern den operativen Verlust im Bereich Märkte und Airlines verringern. Der Bereich Urlaubserlebnisse mit den Segmenten Hotels & Resorts, Kreuzfahrten, a href="/aktien/tui-aktie" target="_blank" rel="noopener">TUI Musement legte dagegen zu.

Was Analysten erwartet hatten

Analysten hatten im Konsens mit einem Umsatz von 4,88 Milliarden Euro und einem bereinigten EBIT von 63 Millionen gerechnet.

Für das Geschäftsjahr 2025/26 erwartet TUI weiterhin einen Umsatzanstieg von 2 bis 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr und einen Anstieg des bereinigten EBIT um 7 bis 10 Prozent.

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TUI-AR-Chef und CFO rühren Trommel für Dividendenvorschlag

Bei der Hauptversammlung des Reisekonzerns TUI haben Aufsichtsratschef Dieter Zetsche und Finanzvorstand Mathias Kiep um Geduld im Hinblick auf die Höhe der Dividende geworben. TUI zahlt für das vergangene Geschäftsjahr erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie wieder eine Dividende, der Vorschlag lautet auf 10 Cent pro Aktie. Ab dem laufenden Jahr will der Konzern dann jährlich 10 bis 20 Prozent des bereinigten Konzerngewinns pro Aktie an seine Anteilseigner ausschütten. Diese Vorschläge müssen von den Aktionären in Hannover abgesegnet werden.

"Mir ist dabei bewusst, dass einige Aktionäre bereits gerne eine höhere Ausschüttung sehen würden" oder künftig eine höhere Ausschüttungsquote, sagte Kiep. "Aber wichtig ist hier, die richtige Balance zu finden" zwischen Investitionen, etwa in das Hotelportfolio und die Erneuerung der Flugzeugflotte, und der Reduzierung des Verschuldungsgrades.

Zuvor hatte bereits Zetsche erklärt, der Dividendenvorschlag wahre Stabilität, lasse Freiraum für Investitionen und unterstütze eine nachhaltige Wertentwicklung. Er sei "genau richtig, für ein Unternehmen, das nach Jahren der Transformation jetzt Kurs auf verlässliches Wachstum nimmt."

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So reagiert die TUI-Aktie

Eine rückläufige Nachfrage nach Pauschalreisen hat am Dienstag die TUI-Aktie schwer belastet. Das Papier, das tags zuvor noch in Richtung 10 Euro auf den höchsten Stand seit seinem heftigen Kurseinbruch im Frühjahr 2023 gestiegen war, sackte zeitweise um fast 8 Prozent ab. zum Handelsschluss gab es im kaum veränderten MDAX noch um 4,88 Prozent auf 8,89 Euro nach.

Die Charttechnik hat sich damit für die Aktie des größten europäischen Reiseveranstalters wieder eingetrübt, denn die 21-Tage-Durchschnittslinie, die den kurzfristigen Trend signalisiert, wurde nach unten durchbrochen. Unterstützung findet das Papier aktuell an der 50-Tage-Linie für den mittelfristigen Trend bei 8,87 Euro.

Analysten äußerten sich zwar allgemein positiv über die "soliden Quartalszahlen" sowie die bestätigten Geschäftsjahresziele für 2025/26, doch mehrere wiesen auf negative Trends hin.

"Die Bären unter den Marktteilnehmern werden sich auf die Wettbewerbsfähigkeit des Reiseveranstalters stürzen", hatte Analyst Andrew Lobbenberg von der Barclays Bank bereits erwartet. Er selbst bleibt unterdessen positiv eingestellt für die Aktie und hob neben den beibehaltenen Prognosen das starke Kreuzfahrtgeschäft sowie die Gewinnverbesserung in einem schwierigen, von Verkäufen und Übernahmen geprägten Marktumfeld hervor.

"Die Nachfrage ist erheblich gesunken", betonte unterdessen Bernstein-Analyst Richard Clarke. So sei der gebuchte Umsatz für den Winter 2025/26 im Dezember noch mit plus 1 Prozent angegeben worden. Inzwischen werde er mit minus 1 Prozent beziffert. Für die Sommerbuchungen 2026 sehe es auch nicht besser aus. Während TUI im Dezember noch einen gebuchten Umsatz "deutlich über Vorjahreswert" angegeben habe, werde nun von minus 2 Prozent gesprochen.

Dass der Reisekonzern dennoch an den Jahreszielen festhält, sieht Clark zwar als "Zeichen für die Widerstandsfähigkeit des Geschäftsmodells", die aktuellen Nachrichten aber seien negativ. "Eine Übererfüllung der Prognose für das Geschäftsjahr erscheint weniger wahrscheinlich", schrieb der Bernstein-Experte und rechnet damit, dass die Erwartungen für das Geschäftsjahr um 1 bis 2 Prozent nach unten korrigiert werden.

Analyst Karan Puri von JPMorgan hob auch das Festhalten an den mittelfristigen Zielen positiv hervor, monierte aber ebenfalls, dass das Geschäft aktuell nicht ganz so gut laufe. Ihm zufolge sollte die Schwäche bei den gebuchten Umsätzen aber im Zusammenhang mit dem herausfordernderem Umfeld gesehen werden. So nehme der Wettbewerb zu und die Buchungskurve verlagere sich aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Unsicherheiten in Großbritannien und Deutschland nach hinten. Außerdem fokussiere sich der Reisekonzern nach wie vor auf die Reduzierung seiner Risiken.

TUI hat seit der Corona-Pandemie eine schwere Zeit und erholt sich nur mühsam. Wegen der weltweiten Reisebeschränkungen ab dem Jahr 2020 war das Geschäft zeitweise vollständig zum Erliegen gekommen. Nur dank immenser staatlicher Hilfen entgingen TUI sowie andere Reiseunternehmen und Fluggesellschaften der Pleite.

Die Mittel aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds hat TUI inzwischen vollständig zurückgezahlt. Zwischen Ende März und Anfang April 2023 wurde dafür eine 1,8 Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung mit Bezugsrechten durchgeführt. Die Aktie geriet daher schwer unter Druck und büßte rund die Hälfte ihres damaligen Wertes ein.

Bis zum heutigen Tag hat sie sich nur geringfügig erholt. Seit dem jüngsten Zwischentief Anfang November bei knapp unter 7 Euro bis zu diesem Montag war es für das Papier aber immerhin wieder auf knapp 9,56 Euro gegangen auf den höchsten Stand seit der Kapitalerhöhung. Kurz vor dieser jedoch waren noch zwischen 16 und 18 Euro gezahlt worden.

DOW JONES / (dpa-AFX Broker)

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Bildquellen: Dafinchi / Shutterstock.com, TUI

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DatumRatingAnalyst
11:06TUI Market-PerformBernstein Research
16.03.2026TUI BuyDeutsche Bank AG
09.03.2026TUI OverweightBarclays Capital
03.03.2026TUI OverweightJP Morgan Chase & Co.
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11.02.2025TUI UnderweightBarclays Capital
02.08.2024TUI UnderweightBarclays Capital
13.03.2024TUI UnderweightBarclays Capital
13.02.2024TUI UnderweightBarclays Capital
06.12.2023TUI UnderweightBarclays Capital

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