Höhere Dividende geplant

FMC-Aktie knickt ein: Neues Dialysegerät dürfte Bilanz von Fresenius Medical Care 2026 belasten

24.02.26 15:58 Uhr

FMC-Aktie unter Druck: Warum das neue Dialysegerät zum Bremsklotz wird | finanzen.net

Nach einem Gewinnsprung 2025 dürfte sich die Dynamik beim Dialyseanbieter Fresenius Medical Care (FMC) deutlich verlangsamen.

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Konzernchefin Helen Giza schließt für das bereinigte operative Ergebnis 2026 sowohl einen Zuwachs als auch einen Rückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich zu konstanten Wechselkursen nicht aus. Grund ist vor allem die Einführung eines moderneren Dialysegerätes in den USA, die zu Buche schlägt, wie das DAX-Unternehmen am Dienstag in Bad Homburg mitteilte.

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Im vergangenen Jahr war diese Kennziffer noch - auch dank des laufenden Sparprogramms - um 23 Prozent auf 2,21 Milliarden Euro angezogen, währungsbereinigt lag das Plus im Vergleich zum Vorjahr bei 27 Prozent. Damit übertraf der Konzern die Erwartungen von Analysten leicht. Unter dem Strich schnellte das Konzernergebnis nominal um 82 Prozent auf 978 Millionen Euro in die Höhe. Die Aktionäre sollen für 2025 eine leicht auf 1,49 Euro erhöhte Dividende erhalten. Seinen Umsatz hatte FMC im vergangenen Jahr zu konstanten Wechselkursen um 5 Prozent auf gut 19,6 Milliarden Euro steigern können - ungefähr auf diesem Niveau soll auch 2026 der Erlös abseits der Währungseffekte herauskommen.

FMC sieht 2026 wegen HVHDF-Einführung in den USA als Übergangsjahr

Der Dialysedienstleister Fresenius Medical Care (FMC) hat bei seinem verhaltenden Ergebnisausblick für dieses Jahr Gegenwind durch Inflation und regulatorische Effekte sowie strategische Investitionen berücksichtigt. Während der DAX-Konzern den voraussichtlichen Kostendruck mit 200 bis 300 Millionen Euro bezifferte, setzte er für regulatorische Belastungen 150 bis 200 Millionen Euro an. Die geplante Höhe der strategischen Investitionen gab er mit 100 bis 150 Millionen Euro an. Darin enthalten sind neben IT-Ausgaben auch die Kosten für die groß angelegte US-Markteinführung neuer Dialysegeräte für die hochvolumige Hämodiafiltrationstherapie (HVHDF). Wie Vorstandsvorsitzende Helen Giza während der Bilanzpressekonferenz sagte, dürfte von besagten 100 bis 150 Millionen Euro in diesem Jahr grob die Hälfte auf die HVHDF-Einführung in den USA entfallen, was auch Schulungen für Krankenpfleger und Techniker umfasst.

FMC setzt große Hoffnungen in die flächendeckende HVHDF-Einführung, da mit dem neuen Therapiestandard auch eine geringere Patientensterblichkeit einhergehen soll. Das anhaltend hohe Sterblichkeitsniveau und die damit einhergehende größere Anzahl von Behandlungsausfällen lässt FMC seit geraumer Zeit mit mauen Behandlungszahlen auf dem für den Bad Homburger Konzern so wichtigen US-Markt kämpfen. Vor dem Hintergrund dieser groß angelegten Aktion und den damit verbundenen Kosten sieht der Konzern 2026 nach den Worten von CEO Helen Giza denn auch als Übergangsjahr. Die Vorstandsvorsitzende ist nach eigenen Worten sehr zuversichtlich, auf 2 Prozent und mehr Behandlungswachstum in den USA und damit auf das Vor-Corona-Niveau zurückzukommen.

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FMC spart mit "FME25+" 2025 insgesamt 238 Millionen Euro ein

Das Transformationsprogramm "FME25+" von FMC trägt weiterhin Früchte: Wie der DAX-Konzern bei Vorlage seiner Viertquartals- und Gesamtjahreszahlen mitteilte, hat er mit "FME25+" im vergangenen Jahr zusätzliche nachhaltige Einsparungen von 238 Millionen Euro erzielt. Damit übertrafen die Einsparungen das bereits angehobene Ziel für 2025 von etwa 220 Millionen Euro. Die kumulierten Einsparungen des gesamten Programms bezifferte FMC mit 804 Millionen Euro. Die damit verbundenen einmaligen Kosten, die als Sondereffekte verbucht werden, beliefen sich den weiteren Angaben zufolge im vergangenen Jahr auf 194 Millionen Euro und summieren sich seit Beginn des Programms im Jahr 2021 auf 793 Millionen.

Der Dialysedienstleister will das Transformationsprogramm nun beschleunigen und weiter ausbauen: Bis zum Jahresende 2027 sollen sich die Einsparungen nun auf insgesamt 1,2 Milliarden Euro belaufen nach bislang angepeilten 1,05 Milliarden.

Der Bad Homburger Konzern hatte auf seinem Kapitalmarkttag im vergangenen Juni seine neue Strategie "FME Reignite" vorgestellt. Im Zuge dessen ist das zunächst auf drei Jahre angelegte Transformationsprogramm "FME25", mit dem sich FMC von Unternehmensteilen trennt, die nicht zum Kerngeschäft gehören und einen margenverwässernden Effekt haben, in die Verlängerung gegangen, und heißt seither "FME25+". Im vergangenen Jahr kosteten besagte Veräußerungen FMC 244 Millionen Euro Umsatz, entsprechend einem Wachstumsrückgang von 130 Basispunkten. Zu den seit 2023 veräußerten Vermögenswerten zählen 391 Einrichtungen, rund 12.600 Mitarbeiter und 53.600 Dialysepatienten.

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FMC plant 2026 mit stagnierenden US-Behandlungszahlen

Der Dialysedienstleister sieht auch in diesem Jahr noch keine Trendwende auf dem für ihn so wichtigen US-Markt. Wie der DAX-Konzern bei Vorlage seiner Viertquartals- und Gesamtjahreszahlen mitteilte, geht er in diesem Jahr von weitgehend unveränderten Behandlungszahlen in den USA bei einer normal verlaufenden Grippesaison aus. Bereits im vergangenen Jahr stagnierten die organischen Behandlungsmengen in den USA. Die schwere Grippesaison Anfang des vergangenen Jahres hatte ein anhaltend hohes Sterblichkeitsniveau und eine größere Anzahl von Behandlungsausfällen in den USA nach sich gezogen. Im Schlussquartal machte sich die neue Grippesaison im Dezember bemerkbar: Die organischen US-Behandlungsmengen gingen leicht um 0,2 Prozent zurück, nachdem sie im dritten Quartal marginal um 0,1 Prozent zugelegt hatten.

FMC bekräftigt Mittelfristziel

FMC hat sein Ziel bekräftigt, bis 2030 eine operative Ergebnismarge ohne Sondereffekte im mittleren Zehnerprozentbereich anzustreben. Dies gilt sowohl für den Konzern als auch für das Dialysedienstleistungsgeschäft (Care Delivery) und das Geschäft mit Dialyseprodukten (Care Enablement). Value-Based Care - erst seit Mitte vergangenen Jahres ein eigenständiger Unternehmensbereich - soll bis 2030 weiterhin eine Marge im niedrigen einstelligen Prozentbereich erreichen.

Die durchschnittliche Wachstumsrate (CAGR) beim operativen Ergebnis veranschlagt der DAX-Konzern währungsbereinigt und ohne Berücksichtigung von Sondereffekten im Zeitraum 2025 und 2028 mit 3 bis 7 Prozent. Beim Umsatz peilt FMC zwischen 2025 und 2030 eine durchschnittliche Wachstumsrate (CAGR) für Care Delivery im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich und für Care Enablement im mittleren einstelligen Prozentbereich an.

Goldman belässt FMC auf 'Neutral' - Ziel 40 Euro

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat die Einstufung für FMC mit einem Kursziel von 40 Euro auf "Neutral" belassen. Das Ende des Jahres 2025 sei stark gewesen, schrieb Richard Felton am Dienstag nach Geschäftszahlen. Der Ausblick auf 2026 lasse für den Marktkonsens beim operativen Ergebnis Spielraum im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

FMC-Aktie sehr schwach nach Zahlen - Gewinnausblick überzeugt nicht

Die Aktien des Dialysedienstleisters erleben am Dienstag im Zuge ihrer jüngsten Erholung einen herben Rückschlag. Bis zu zehn Prozent war der Abschlag am Vormittag nach der Zahlenvorlage des Dialysekonzerns groß, wobei Analysten vor allem die Gewinnaussichten für 2026 bemängelten. Im Tagesverlauf konnte das Minus via XETRA zwar zeitweise auf 1,6 Prozent verringert werden, dann aber ging es wieder bergab. Der Abschlag von zuletzt sieben Prozent reichte dafür, die Aktien in der Jahresbilanz 2026 wieder mit 5,5 Prozent in die Verlustzone zu drücken.

Jefferies-Analyst James Vane-Tempest schrieb, der Ausblick sei "weitgehend stabil" und wertete dies als Enttäuschung. Die Prognose für das diesjährige operative Ergebnis deute auf zunehmenden Gegenwind hin, wenn man bedenke, dass die Sparziele angehoben worden seien. Auch bemängelte er, dass das Margenziel für 2030 trotz der forcierten Sparbemühungen nicht angetastet worden sei.

2026 steht das Unternehmen wegen zunehmenden Gegenwinds vor einem Übergangsjahr, weshalb Konzernchefin Helen Giza einen Ergebnisrückgang nicht ausschließt. Wie David Adlington von der US-Bank JPMorgan schrieb, ist im neuen Jahr auch deshalb keine Gewinnsteigerung zu erwarten, weil ein starkes viertes Quartal die Messlatte vorerst hoch lege.

Neben den beiden Experten von Jefferies und JPMorgan blieb auch Graham Doyle von der Bank UBS bei seiner negativen Einstufung für FMC. Er geht davon aus, dass die Markterwartungen angesichts der Zielsetzungen für 2026 um drei Prozent sinken werden. Kaufempfehlungen sucht man unter den ersten Analystenstimmen vom Dienstag vergebens.

Die Nachrichten sorgten dafür, dass die seit November immer wieder umkämpfte 40-Euro-Marke bei den FMC-Aktien ein Dreh- und Angelpunkt blieb. Am Nachmittag standen sie mit 38,52 Euro klar darunter. Das Chartbild gilt als vorerst eingetrübt, denn auch der Rutsch unter die kurz- bis mittelfristig bedeutenden Linien der 21- und 50-Tage-Durchschnitte hatte Bestand. Eine im Januar eingeleitete Erholung war in den vergangenen Tagen schon ins Stocken geraten.

dpa-AFX / Dow Jones Newswires

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Bildquellen: Fresenius Medical Care

Nachrichten zu Fresenius Medical Care (FMC) St.

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Analysen zu Fresenius Medical Care (FMC) St.

DatumRatingAnalyst
13.03.2026Fresenius Medical Care (FMC) St UnderweightJP Morgan Chase & Co.
13.03.2026Fresenius Medical Care (FMC) St KaufenDZ BANK
12.03.2026Fresenius Medical Care (FMC) St Equal WeightBarclays Capital
10.03.2026Fresenius Medical Care (FMC) St SellUBS AG
02.03.2026Fresenius Medical Care (FMC) St HoldDeutsche Bank AG
DatumRatingAnalyst
13.03.2026Fresenius Medical Care (FMC) St KaufenDZ BANK
03.12.2025Fresenius Medical Care (FMC) St BuyJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
07.11.2025Fresenius Medical Care (FMC) St BuyGoldman Sachs Group Inc.
05.11.2025Fresenius Medical Care (FMC) St KaufenDZ BANK
15.08.2025Fresenius Medical Care (FMC) St KaufenDZ BANK
DatumRatingAnalyst
12.03.2026Fresenius Medical Care (FMC) St Equal WeightBarclays Capital
02.03.2026Fresenius Medical Care (FMC) St HoldDeutsche Bank AG
27.02.2026Fresenius Medical Care (FMC) St Equal WeightBarclays Capital
25.02.2026Fresenius Medical Care (FMC) St HoldDeutsche Bank AG
24.02.2026Fresenius Medical Care (FMC) St Equal WeightBarclays Capital
DatumRatingAnalyst
13.03.2026Fresenius Medical Care (FMC) St UnderweightJP Morgan Chase & Co.
10.03.2026Fresenius Medical Care (FMC) St SellUBS AG
02.03.2026Fresenius Medical Care (FMC) St UnderperformJefferies & Company Inc.
25.02.2026Fresenius Medical Care (FMC) St UnderweightJP Morgan Chase & Co.
24.02.2026Fresenius Medical Care (FMC) St SellUBS AG

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