Vincorion-Aktie vor Börsengang - Gutes Marktumfeld für Rüstungsunternehmen

Der Börsengang des Rüstungszulieferers Vincorion steht kurz bevor. Der Zeitpunkt scheint gut gewählt. Doch lohnt sich der Einstieg wirklich?
Werte in diesem Artikel
• Vincorion-IPO steht kurz bevor
• Großinvestoren signalisieren Vertrauen
• Deutschlands Waffenbranche boomt seit Ukraine-Krieg
Am Freitag, den 20. März werden die Aktien von Vincorion - der Kunstname setzt sich aus dem lateinischen Wort "vincere" (siegen) und dem Sternbild Orion zusammen - erstmals an der Frankfurter Börse gehandelt. Die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer ist angesichts des derzeitigen Umfelds groß.
Energie- und Mechatroniklösungen
Vincorion ist eigenen Angaben zufolge ein führender Entwickler und Hersteller von Energie- und Mechatroniklösungen für Verteidigungsplattformen und fortschrittliche Luftfahrtsysteme. Zu den Kunden gehören laut Deutsche Presse-Agentur die Panzerbauer Rheinmetall, KNDS und andere große Konzerne. Die Komponenten von Vincorion sind etwa in den Flugabwehrsystemen Patriot und Iris-T verbaut, hierbei geht es um die Stromversorgung.
Daneben hat Vincorion auch noch ein ziviles Geschäft. So sind etwa in Airbus-Passagiermaschinen Heizelemente und in Hubschraubern Rettungswinden des Börsenaspiranten eingebaut.
Ankerinvestoren zeigen Vertrauen
Seit 2022 befindet sich Vincorion im Besitz des britischen Finanzinvestors Star Capital. Nachdem unter anderem wegen des Ukraine-Krieges im Zeitraum 2023 bis 2025 ein jährliches Umsatzwachstum von durchschnittlich 22 Prozent erzielt werden konnte, machen die Briten nun Kasse. Allerdings will Star Capital zunächst Hauptaktionär bleiben. Andere Investoren haben bereits zugesichert, stark zu investieren und zu Ankeraktionären zu werden.
Dies sind positive bzw. vertrauensbildende Signale, zeigen sie doch, dass die Großinvestoren an weiteres Wertsteigerungspotential bei Vincorion glauben. Hierfür spricht auch der hohe Gesamtauftragsbestand, der zum Jahreswechsel bei rund 1,1 Milliarden Euro lag.
Steigende Rüstungsausgaben der NATO-Staaten
Vincorion sieht den Verteidigungsmarkt in einem strukturellen Superzyklus. Laut dem Unternehmen erhöhen vier Megatrends im Verteidigungssektor den Energiebedarf und verschaffen Vincorion damit eine Schlüsselrolle. Diese sind: Elektrifizierung, Digitalisierung, sichere Kommunikation sowie unbemannte Luft- und Bodenfahrzeuge (UAVs & UGVs).
Tatsächlich steigen die Verteidigungsausgaben der NATO-Staaten seit einigen Jahren deutlich an. Hintergrund ist vor allem die veränderte Sicherheitslage in Europa seit dem russischen Angriff auf die Ukraine sowie eine insgesamt angespanntere geopolitische Situation. Besonders Staaten in Ost- und Nordeuropa, etwa Polen oder die baltischen Länder, erhöhen ihre Budgets überdurchschnittlich stark, da sie sich aufgrund ihrer geografischen Lage besonders von Russland bedroht fühlen.
Auf einem NATO-Gipfel wurde 2025 ein neues Ziel beschlossen: Bis 2035 sollen die Mitgliedstaaten insgesamt bis zu 5 Prozent ihres BIP für Verteidigung und sicherheitsrelevante Infrastruktur aufwenden - davon 3,5 Prozent für klassische Militärausgaben und weitere 1,5 Prozent für Bereiche wie Infrastruktur, Cyberabwehr oder militärische Logistik. Zuvor lag das Ziel bei 2 Prozent. Das neue Ziel würde somit eine weitere massive Ausweitung der Verteidigungsinvestitionen in den kommenden Jahren bedeuten.
Deutschland rüstet auf
Neben den Staaten an der östlichen NATO-Flanke investiert auch Deutschland deutlich mehr in die Verteidigung. Kurz nach Beginn des Krieges kündigte der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz eine sicherheitspolitische "Zeitenwende" an. Kern dieser Entscheidung war die Einrichtung eines Sondervermögens in Höhe von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr, das vor allem für die Modernisierung von Ausrüstung, Beschaffung neuer Waffensysteme und den Abbau von Fähigkeitslücken genutzt wird. Damit soll die Bundeswehr nach Jahren vergleichsweiser geringer Investitionen wieder besser ausgerüstet und einsatzfähiger werden. Zudem sind in Deutschland inzwischen seit einer Reform Verteidigungs- und bestimmte Sicherheitsausgaben teilweise von der Schuldenbremse entkoppelt.
Das kommt den deutschen Rüstungsfirmen zugute. In einer schwächelnden Gesamtkonjunktur ist die Rüstungsbranche somit für Anleger besonders attraktiv geworden.
Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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