thyssenkrupp-Aktie kräftig unter Druck: Zweifel am Stahl-Deal mit Jindal belasten den Kurs

Die Sorgen über ein mögliches Scheitern des Stahldeals mit der indischen Jindal Steel & Power haben die thyssenkrupp-Aktie am Donnerstag im Laufe des Nachmittags zunehmend unter Druck gebracht.
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Sie sackte via XETRA zuletzt um rund 10 Prozent ab auf 8,11 Euro und erreichten den tiefsten Stand seit Mitte September 2025. Aus den bisherigen Jahresgewinnen, die sich bereits zwischen Anfang Februar bis Anfang März aufgelöst hatten, sind aktuell Verluste von 12,5 Prozent geworden.
Auslöser für den zusätzlichen Druck auf die ohnehin schwache Aktie sind frische Zweifel, dass eine Transaktion zwischen thyssenkrupp Steel Europe (TKSE) und dem familiengeführten indischen Stahlkonzern zustande kommt. "Für thyssenkrupp wäre es sehr schlecht, wenn der Einstieg von Jindal Steel bei TKSE scheitert", kommentierte Aktienexperte Frederik Altmann von Alpha-Wertpapierhandel. "Das Stahlgeschäft ist schon länger ein schwerer Klotz am Bein von thyssen und die Hoffnung am Markt ist groß, dass nach langer Suche endlich eine Lösung gefunden werden könnte."
Mitte September vergangenen Jahres war bekannt gemacht worden, dass Verhandlungen mit Jindal laufen. Auch das Echo der Gewerkschaften war zunächst positiv gewesen, doch Analysten hatten sich damals bereits eher zurückhaltend geäußert. So hatte etwa Dominic O'Kane von der US-Bank JPMorgan zu Bedenken gegeben, dass es bisher keine Belege gebe, dass das Übernahmeangebot von Jindal wertsteigernd sei. Ephrem Ravi von der US-Bank Citigroup hatte auf die hohen Pensionsverpflichtungen aufmerksam gemacht. Ende November dann kam hinzu, dass die IG Metall mitteilte, sie werde einem möglichen Verkauf nur zustimmen, wenn es eine Vereinbarung über die Arbeitnehmerinteressen gibt.
Die Stahlsparte thyssenkrupp Steel ist Deutschlands größter Stahlhersteller. Das Unternehmen war wegen der Konjunkturschwäche und damit einhergehender Überkapazitäten sowie der hohen Energiepreise und Billigimporte aus Asien in die Krise geraten. Die auf den Weg gebrachte Sanierung wird dem Konzern nun im bis Ende September laufenden Geschäftsjahr 2025/26 millionenschwere Verluste einbrocken. Unter anderem geht es um den Abbau und die Auslagerung von Tausenden Stellen.
Jindal soll im Zuge der Übernahmeverhandlungen zudem weitere Kostensenkungen verlangt haben, wie die "Rheinische Post" Mitte Januar berichtet hatte. Anschließend war es dann ruhig geworden um das Vorhaben. Zuletzt hatte sich thyssenkrupp-Chef Miguel López Ende Januar im Rahmen der Hauptversammlung bedeckt gehalten und lediglich von einem "konstruktiven Austausch" mit Jindal gesprochen.
/ck/la/mis
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Bildquellen: thyssenkrupp AG
