KI-Lackmustest steht an

NVIDIA-Aktie schwächelt vor Zahlenvorlage

21.02.24 18:12 Uhr

NASDAQ-Titel NVIDIA-Aktie gerät vor Bilanzvorlage unter Druck | finanzen.net

NVIDIA-Aktionäre bleiben vor der Veröffentlichung wegweisender Geschäftszahlen des KI-Prozessor-Spezialisten nervös.

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Die in den vergangenen Monaten stark gelaufene NVIDIA-Aktie weitete am Mittwoch ihre Verluste der vergangenen Handelstage noch ein wenig aus. "Die heutigen Zahlen des US-Chipherstellers haben das Potenzial, die Stimmung an den Märkten in eine positive oder negative Richtung zu verschieben", bringt Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners die Anspannung auf den Punkt. Nach US-Börsenschluss ist es dann soweit.

Im frühen Handel gab das Papier von NVIDIA als eines der Schlusslichter im NASDAQ 100 um rund 2 Prozent auf 681,00 US-Dollar nach. Seit dem Rekordhoch der Aktie bei etwas über 746 Dollar in der vergangenen Woche hat sie damit inzwischen rund neun Prozent eingebüßt. Allerdings steht damit immer noch ein Plus von rund 38 Prozent allein seit Jahresbeginn zu Buche, womit das Papier immer noch das stärkste im technologiewertelastigen Index ist.

Zudem ist der Anteilschein allein in den vergangenen zwölf Monaten um rund 230 Prozent gestiegen und hat dabei Meta (Meta Platforms (ex Facebook)) und Tesla beim Börsenwert abgehängt. Inzwischen ist NVIDIA nach Microsoft, Apple, Alphabet (Alphabet A (ex Google)) und Amazon mit einem Börsenwert von 1,72 Billionen Dollar der fünftschwerste börsennotierte US-Konzern.

Angesichts einer solch starken Kursentwicklung seien die Erwartungen an NVIDIAs Geschäftszahlen enorm, heißt es. Sollte NVIDIA "nur etwas Wasser in den Wein der erfolgsverwöhnten Aktionäre kippen", seien Turbulenzen an den Märkten zu erwarten, warnt Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar von Robomarkets.

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg rechnen Analysten im Schnitt mit mehr als 20 Milliarden Dollar Umsatz im vierten Geschäftsquartal 2023/24 (Ende Januar). Im Vergleich zum Vorjahr würde das einen Sprung um rund 240 Prozent bedeuten. Beim bereinigten Ergebnis je Aktie wird mit einem Plus von etwas mehr als 420 Prozent auf 4,60 Dollar gerechnet. Die Erwartungen für das erste Quartal 2024/25 liegen beim Erlös bei 21,9 Milliarden Dollar und für beim bereinigten Ergebnis je Aktie bei 4,93 Dollar.

"Mit dem heutigen Zahlenwerk steht der Lackmustest an", und zwar nicht nur für NVIDIA , erwarten auch die Experten von Index-Radar. Es stehe "ein Realitätscheck der KI-Euphorie an", schreiben sie. "Nur wenn NVIDIA optimistisch in die Zukunft blickt, bleibt der wichtigste Kurstreiber im Tech-Segment in Schwung. Erfüllt der Konzern nur die Erwartungen, dürfte die Stimmung bereits drehen."

Ähnliches befürchtet auch Finanzexpertin Susannah Streeter von Hargreaves Lansdown. "Obwohl von NVIDIA erneut starke Wachstumszahlen erwartet werden, muss das Unternehmen alle Register ziehen, um seine enormen Kursgewinne zu rechtfertigen."

Zwar befinde sich der Chipkonzern nach wie vor in einer beneidenswerten Lage, da KI das Potenzial habe, eine Vielzahl von Branchen - vom Gesundheitswesen bis zum Bildungswesen - zu verändern. Dabei bildeten die Produkte von NVIDIA das "Infrastruktur-Rückgrat der Technologie, die hinter dem Kaufrausch stecke. Die leistungsstarken Grafikprozessoren von NVIDIA würden nach wie vor bei Tech-Titanen, die ihre eigene KI-Revolution vorantrieben, weiter stark nachgefragt. Allerdings sei längerfristig betrachtet die Entwicklung der Nachfrage schwer absehbar. NVIDIA profitiere erheblich von seinem "First-Mover-Vorteil", doch kleinere Konkurrenten und zunehmend NVIDIAs Großkunden drängten inzwischen nun ebenfalls in diesen Bereich.

Obendrein müsse sich NVIDIA auch mit regulatorischen Herausforderungen auseinandersetzen, "insbesondere mit dem Verbot des Verkaufs von High-Tech-Chips nach China". Das könnte möglicherweise erhebliche Auswirkungen auf das langfristige Wachstum haben, wenn anderswo die starke Nachfrage nachlasse, warnt Streeter.

Deutlich stärker als NVIDIA ging es am Mittwoch für den Aktienkurs von Super Micro Computer nach unten. Die Aktie des Spezialisten für Hochleistungs-Servertechnologie etwa für Rechenzentren und Cloud Computing profitierte bislang vom KI-Boom noch mehr als NVIDIA.

Nach einer Kursvervielfachung 2023 nahm die Rally von Super Micro Computer 2024 nochmal Fahrt auf und bescherte dem Papier ein Rekordhoch von 1078 Dollar. Trotz des jüngsten Rückgangs auf nun 734 Dollar summieren sich die Gewinne 2024 immer noch auf fast 160 Prozent.

/ck/mis/he

NEW YORK (dpa-AFX)

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