25.07.2022 22:25

Ausverkauf am Aktienmarkt: Auch Qualitätsaktien wurden abgestraft - Chance für Anleger, günstig einzusteigen

Langfristig investieren: Ausverkauf am Aktienmarkt: Auch Qualitätsaktien wurden abgestraft - Chance für Anleger, günstig einzusteigen | Nachricht | finanzen.net
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Im Zuge des aktuellen Ausverkaufs am Aktienmarkt wurden teilweise auch die Papiere von erfolgreichen Qualitätsunternehmen abgestraft. Das bietet für langfristig orientierte Anleger eine gute Einstiegschance.
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• Drei Merkmale zeichnen Qualitätsunternehmen aus
• Auch manche Qualitätsaktien wurden während des Ausverkaufs am Aktienmarkt abgestraft
• Einige Aktien bieten nun günstige Einstiegschancen


Viele Anleger am Aktienmarkt tun es Starinvestoren wie Warren Buffett gleich und investieren ihr Geld langfristig. Dafür setzen sie auf Qualitätsunternehmen, die auf lange Sicht eine starke Performance versprechen. Für diese Anleger bietet der aktuelle Ausverkauf am Aktienmarkt nun die Chance, einige Qualitätsaktien zu einem günstigeren Preis zu ergattern.

Hierdurch zeichnen sich Qualitätsaktien aus

Qualitätsaktien sollten einerseits einen soliden Cashflow, aber andererseits auch starke Bilanzen vorweisen können. Dies sei der Schlüssel, da es verhindere, dass ein Unternehmen Banken, Anleiheinvestoren oder der Börse gegenüber verpflichtet sei, das Wachstum fortzusetzen, erklärt Chuck Severson, der den Baird Mid Cap Growth Fund BMDIX verwaltet, laut MarketWatch. Finanzstarke Unternehmen müssten in Zeiten wie diesen nicht auf Forschung und Entwicklung verzichten oder aufhören, Geschäfte zu eröffnen, sondern gingen sogar "gestärkt daraus hervor, weil ihre Konkurrenten vor schwierigen Herausforderungen stehen", so Severson. "Diese Unternehmen partizipieren an diesem Umfeld."
Auch Kirk McDonald, Portfoliomanager von Argent Capital Management, zählt den Cashflow, wie MarketWatch berichtet, zu seiner Liste der Qualitätsmerkmale von Unternehmen und sucht nach Unternehmen, die einen höheren Cashflow generieren als ihre Mitbewerber. Auch überdurchschnittliche Rentabilität, hohe Kapitalrenditen, Dividenden- oder Aktienrückkaufwachstum und Veränderungen, die als Katalysator dienen könnten, seien Dinge, auf die er achte.

Ein weiteres Merkmal für ein Qualitätsunternehmen, von dem auch Berkshire Hathaway-CEO Warren Buffett in Bezug auf Qualitätsaktien immer wieder spricht, sind sogenannte Burggräben, die dem Unternehmen als Schutz vor Angriffen der Konkurrenz dienen sollen. Burggraben-Aktien heben sich durch bedeutende Wettbewerbsvorteile von ihren Konkurrenten ab - zum Beispiel starke Marken, eigene Technologien oder einfach die Größe des Unternehmens - und helfen Unternehmen, langfristig Überrenditen zu erwirtschaften. Solche Schutzgräben seien auch zentraler Bestandteil der Anlageanalyse bei Morningstar. Unternehmen mit Gräben "generieren langfristig Überrenditen und sind am besten in der Lage, wirtschaftlichen Störungen standzuhalten", erklärt David Sekera, US-Stratege bei Morningstar laut MarketWatch. Im aktuellen Ausverkauf finde man ungewöhnlich viele Wide-Moat-Unternehmen mit Vier- und Fünf-Sterne-Bewertungen. Die Liste enthalte mehrere, die "selten jemals mit so großen Abschlägen zu unseren inneren Bewertungen gehandelt wurden", so Sekera.

Ebenfalls für die Stärke eines Unternehmens spricht, wenn es Preissetzungsmacht besitzt. Wie MarketWatch berichtet, erklärte Bill Ackman von Pershing Square einmal, dass Preissetzungsmacht ein Schlüsselmerkmal sei, das "Qualität" in Unternehmen definiere - denn wenn ein Unternehmen die Preise erhöhen könne, ohne Geschäfte zu verlieren, sei das ein Zeichen dafür, dass den Kunden wirklich gefalle, was das Unternehmen tue.

Abverkauf am Aktienmarkt - auch Qualitätsaktien abgestraft

Während des aktuellen Abverkaufs am Aktienmarkt wurden auch Aktien von Qualitätsunternehmen abgestraft. "Portfoliomanager haben verkauft, was sie können, im Gegensatz zu dem, was sie verkaufen wollen, und hohe Qualität hat mehr Liquidität", zitiert MarketWatch Morningstar-Stratege Sekera. Und so könnte es sich lohnen, nun einige dieser Titel zu kaufen, im Vertrauen darauf, dass sie den Bärenmarkt gut überstehen und vielleicht sogar gestärkt daraus hervorgehen, denn laut Chuck Severson würden hochwertige Mid-Cap-Unternehmen derzeit mit attraktiven Abschlägen gehandelt. Die Gruppe der Unternehmen sei um etwa 30 Prozent zurückgegangen, was dem typischen Gewinnrückgang in den meisten Rezessionen entspreche, doch die mögliche Rezession könnte milder ausfallen, da die Wirtschaft Auftrieb durch den Rückgang des Coronavirus sowie negative Realzinsen und eine starke Beschäftigung erhalte. "Das wäre anders als jede Rezession, die wir je hatten", gibt MarketWatch Severson wieder. "Wir werden sehen, dass die Gewinnschätzungen ziemlich weit nach unten gehen. Aber ich denke nicht so weit, wie es die Aktien sagen. Es gibt viele unserer Unternehmen, die ich gerne mit einem Zeithorizont von einem Jahr kaufe."

Diese Unternehmen könnten einen Blick wert sein

In Chuck Seversons Portfolio befinden sich laut MarketWatch unter anderem die Unternehmen Synopsys, das in den Bereichen Chipdesign, Verifizierung, IP-Integration sowie Softwaresicherheit und Qualitätstests tätig ist, und Cadence Design Systems, das einer der weltweit größten Anbieter von EDA-Software ist. Die Aktien der beiden Unternehmen sind im Einklang mit dem Technologiesektor gesunken. So ging es für die Synopsys-Aktie in diesem Jahr an der NASDAQ um 8,27 Prozent auf zuletzt 338,04 US-Dollar runter, während die Cadence Design Systems-Aktie 10,00 Prozent auf 167,71 US-Dollar verlor (Stand: Schlusskurs vom 22. Juli 2022). Die Geschäftsentwicklung habe sich jedoch gehalten. So hat Synopsys im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2022 ein Umsatzwachstum von rund 25 Prozent auf 1,28 Milliarden US-Dollar verzeichnet, während der operative Cashflow um fast 30 Prozent auf 905,7 Millionen US-Dollar gestiegen ist. Für das Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen ein Umsatzwachstum von 20 Prozent und einen operativen Cashflow von 1,6 Milliarden US-Dollar. Cadence hat im ersten Quartal ein Umsatzwachstum von 22,5 Prozent auf 901,8 Millionen US-Dollar verzeichnen können, während der operative Cashflow um 61,5 Prozent auf 336,6 Millionen US-Dollar gestiegen ist. Das Unternehmen erwartet für das Gesamtjahr 2022 ein Umsatzwachstum von 15 Prozent auf 3,43 Milliarden US-Dollar.

Ein weiteres Unternehmen, das für Anleger interessant sein könnte, ist Cheniere Energy, das flüssiges Erdgas aus den USA exportiert. Die Cheniere-Aktie konnte seit Jahresbeginn zwar bereits um rund 32 Prozent zulegen auf zuletzt 134,10 US-Dollar (Stand: 22.07.2022), doch mancher Experte sieht wohl trotzdem noch Potenzial. Cheniere habe seinen enormen Cashflow verwendet, um Aktien zurückzukaufen, die Dividenden zu erhöhen und verwende Bargeld, um Schulden zu begleichen, berichtet MarketWatch. Das Unternehmen werde laut Argent Capital Management-Portfoliomanager Kirk McDonald dieses Jahr zwei Milliarden US-Dollar über Rückkäufe an die Aktionäre zurückgeben. Zudem habe das Unternehmen seit 2016 jedes Jahr seine Gesamtkapitalrendite gesteigert. Eine entscheidende Veränderung sei aber vor allem auch die nun gestiegene Nachfrage nach US-LNG in Europa, aufgrund Russlands Angriff auf die Ukraine und Europas Versuch vom russischen Öl und Gas wegzukommen.

Im Hinblick auf bedeutende Wettbewerbsvorteile gegenüber den Konkurrenten sollten Anleger einen Blick auf den Chip-Konzern NVIDIA werfen, dessen Aktie in diesem Jahr um rund 41 Prozent auf zuletzt 173,19 US-Dollar nachgegeben hat (Stand: 22.07.2022). Das Unternehmen leite seinen Burggraben aus der F&E-Fähigkeit ab, die seine GPU-Technologie antreibt. "Dies ist das erste Mal seit November 2012, dass NVIDIA eine Vier-Sterne-Bewertung erhält", gibt MarketWatch Morningstar-Stratege Sekera wieder.
Daneben könnten auch die Ratingagenturen S&P Global und Moody’s aufgrund ihrer Erfolgsbilanz und ihres guten Rufs sowie der regulatorischen Herausforderungen, mit denen potenzielle neue Wettbewerber konfrontiert sind, mit Burggräben punkten.

In Sachen Preissetzungsmacht dürfte sich ein Blick auf eine Position aus Bill Ackmans Portfolio lohnen: Chipotle Mexican Grill. Die US-amerikanische Schnellrestaurantkette erhöhte die Preise im ersten Quartal dieses Jahres um 4 Prozent, was zu einem Umsatzwachstum von 16 Prozent auf 2 Milliarden US-Dollar und einem Gewinnsprung beigetragen habe. Trotz der Preiserhöhungen seien die Verkäufe vergleichbarer Restaurants um nur 9 Prozent gestiegen, was zeige, dass die Kunden von den Erhöhungen nicht beunruhigt gewesen seien. Trotz dieser positiven Entwicklung verlor die Chipotle Mexican Grill-Aktie in diesem Jahr an der NYSE rund 23 Prozent an Wert und kostete zuletzt noch 1.347,33 US-Dollar (Stand: 22.07.2022).
Preissetzungsmacht scheint außerdem auch eine Top-Position von Chuck Severson im Baird Mid Cap Growth Fund zu besitzen: Pool, der weltweit größte Großhändler für Schwimmbadzubehör, hat seine Preise im ersten Quartal um 10 bis 12 Prozent erhöht. Das hat dazu beigetragen, den Umsatz um 33 Prozent auf 1,4 Milliarden US-Dollar zu steigern. Die Betriebsgewinnmarge des Unternehmens ist auf 16,7 Prozent gestiegen, das Betriebsergebnis um 83 Prozent auf 235,7 Millionen US-Dollar. Außerdem hat das Unternehmen die Spanne für sein Gewinnziel je Aktie für das Gesamtjahr von 17,19 - 17,94 US-Dollar auf 18,34 - 19,09 US-Dollar angehoben. Für die Pool-Aktie ging es in diesem Jahr an der NASDAQ dennoch um über 35 Prozent abwärts auf 363,11 US-Dollar.

Redaktion finanzen.net

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