Neu: Nutzen Sie neue Funktionen auf finanzen.net als Erstes - hier informieren!
16.05.2022 17:57

Deutsche-Bank-Aktie leichter: Aufsichtsratschef Achleitner gibt Amt auf

Leiser Abschied: Deutsche-Bank-Aktie leichter: Aufsichtsratschef Achleitner gibt Amt auf | Nachricht | finanzen.net
Leiser Abschied
Folgen
Nach zehn Jahren im Amt ist Schluss: Paul Achleitner räumt seinen Posten als Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bank.
Werbung
Ein letztes Mal wird der inzwischen 65-jährige Österreicher an diesem Donnerstag (19.5.) die Hauptversammlung des Frankfurter DAX-Konzerns leiten, die erneut online ausgerichtet wird.

Auf einen Nachfolger hat sich die Bank bereits festgelegt: Der Niederländer Alexander (Alex) Wynaendts (61) stellt sich als neuer Chefkontrolleur des größten deutschen Geldhauses zur Wahl. Wynaendts begann seine berufliche Laufbahn bei der ABN Amro, wo er 13 Jahre im Geschäft mit vermögenden Privatkunden und im Investmentbanking in Amsterdam und London tätig war. Von 2008 bis 2020 war er Chef des niederländischen Versicherungskonzerns AEGON.

Der Zeitpunkt für Achleitners Abtritt scheint günstig: Nach einer langen Durststrecke und einem Konzernumbau inklusive des Abbaus Tausender Stellen liefen die Geschäfte der Deutschen Bank zuletzt wieder besser. Im vergangenen Jahr erzielte der Konzern den höchsten Jahresgewinn seit 2011, das laufende Jahr begann mit einem Milliardengewinn im ersten Quartal.

Der Aktienkurs hat das Rekordtief von knapp 4,45 Euro ein gutes Stück hinter sich gelassen. Nach zwei Nullrunden winkt den Aktionären für das Geschäftsjahr 2021 wieder eine Dividende von 20 Cent je Anteilsschein. Die Hauptversammlung wird über eine Ausschüttung von rund 400 Millionen Euro entscheiden.

Immerhin scheint Achleitner der fast schon traditionelle Misstrauensantrag zum Auftakt der Hauptversammlung bei seiner Abschiedsvorstellung erspart zu bleiben. "Herr Dr. Achleitner scheidet ohnehin aus dem Aufsichtsrat aus, seine fehlende Zuverlässigkeit ist für die Zukunft nicht mehr relevant", schreibt der Aktionär Karl-Walter Freitag, der sich seit Jahren immer wieder mit Kritik zu Wort gemeldet hat, in seinem fast 50-seitigen Ergänzungsantrag zur diesjährigen Hauptversammlung.

Konzernchef Christian Sewing dagegen will der Aktionär das Vertrauen entziehen. Freitag wirft Sewing in seinem umfangreichen Ergänzungsantrag zur Tagesordnung unter anderem Pflichtverletzungen, Interessenkonflikte und fehlende Unvoreingenommenheit vor. Die Deutsche Bank teilte dazu mit, der unter dem Namen der Riebeck-Brauerei von 1862 AG gestellte Antrag sei "gespickt (...) mit Halbwahrheiten und Verschwörungstheorien". Die Bank sehe dem Antrag wie in den vergangenen Jahren auch "gelassen entgegen".

Achleitner hat sich bemerkenswert lange auf einem der wichtigsten Posten der deutschen Wirtschaft gehalten. Noch 2019 schien Achleitner ein Chefkontrolleur auf Bewährung, Aktionäre forderten die "Abwahl des Systems Achleitner". Immer klarer wurde seit seinem Amtsantritt Mitte 2012: Das Haus war mitnichten "besenrein", wie Josef Ackermann es zu seinem Abschied nach einer Dekade als Deutsche-Bank-Chef im Frühjahr 2012 versprochen hatte.

In der vorab veröffentlichten Rede von Achleitner zur diesjährigen Hauptversammlung äußert sich der scheidende Chefkontrolleur selbstkritisch: "Auch ich habe die Startvoraussetzungen 2012 anders eingeschätzt, als sie sich heute in der Rückschau darstellen", heißt es in dem Redetext. "Die vermeintliche Stärke, mit der die Deutsche Bank aus der Finanzmarktkrise herausgekommen war, erwies sich letztlich eher als Hindernis. Das überhöhte Selbstbild stand dem so dringend erforderlichen Wandel im Weg."

Während die US-Konkurrenz direkt nach der Finanzkrise Bilanzen und Geschäfte entrümpelte, wurschtelte sich die Deutsche Bank durch. Und Achleitner musste sich die Frage gefallen lassen, ob das Geldhaus nicht längst besser dastünde, wenn der Aufsichtsrat nicht zu lange an den falschen Managern festgehalten hätte. Sewing ist der vierte Konzernchef in Achleitners Amtszeit.

Lange sah es so aus, als habe den einst als Deal-Maker gefeierten Achleitner bei der Mammutaufgabe, die Deutsche Bank neu auszurichten, das Glück verlassen. Sewings bisherige Bilanz beschert Achleitner einen versöhnlichen Abschied: Deutschlands größtes Geldhaus schüttet erstmals seit dem Geschäftsjahr 2018 wieder Gewinn aus. Achleitners Fazit laut Redetext: Es sei gelungen, die Deutsche Bank "in diesen zehn Jahren wieder aufs richtige Gleis" zu setzen. "Die Deutsche Bank ist wieder in der richtigen Spur. Das ist, was für mich zählt."

Die Aktie der Deutschen Bank gab im XETRA-Handel am Montag letztlich 1,37 Prozent auf 9,22 Euro nach.

/ben/DP/zb

FRANKFURT (dpa-AFX)

Ausgewählte Hebelprodukte auf ABN Amro
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf ABN Amro
Long
Short
Hebel wählen:
5x
10x
Name
Hebel
KO
Emittent
Bildquellen: r.classen / Shutterstock.com, Nessluop / Shutterstock.com

Nachrichten zu Deutsche Bank AG

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Deutsche Bank AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
01.07.2022Deutsche Bank Sector PerformRBC Capital Markets
01.07.2022Deutsche Bank UnderperformCredit Suisse Group
15.06.2022Deutsche Bank BuyGoldman Sachs Group Inc.
13.06.2022Deutsche Bank OverweightJP Morgan Chase & Co.
09.06.2022Deutsche Bank BuyGoldman Sachs Group Inc.
15.06.2022Deutsche Bank BuyGoldman Sachs Group Inc.
13.06.2022Deutsche Bank OverweightJP Morgan Chase & Co.
09.06.2022Deutsche Bank BuyGoldman Sachs Group Inc.
09.06.2022Deutsche Bank BuyUBS AG
19.05.2022Deutsche Bank OverweightJP Morgan Chase & Co.
01.07.2022Deutsche Bank Sector PerformRBC Capital Markets
28.04.2022Deutsche Bank Sector PerformRBC Capital Markets
28.04.2022Deutsche Bank Equal WeightBarclays Capital
27.04.2022Deutsche Bank Equal WeightBarclays Capital
27.04.2022Deutsche Bank Sector PerformRBC Capital Markets
01.07.2022Deutsche Bank UnderperformCredit Suisse Group
28.04.2022Deutsche Bank UnderperformCredit Suisse Group
25.04.2022Deutsche Bank UnderperformCredit Suisse Group
01.04.2022Deutsche Bank UnderperformCredit Suisse Group
11.03.2022Deutsche Bank UnderperformCredit Suisse Group

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Deutsche Bank AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Werbung
Werbung
Werbung
Neue Funktionen als Erstes nutzen
Sie nutzen finanzen.net regelmäßig? Dann nutzen Sie jetzt neue Funktionen als Erstes!
Hier informieren!
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

Ukraine-Krieg im Ticker: DAX geht etwas fester ins Wochenende -- US-Börsen schließen stark-- Siemens nimmt Milliarden-Abschreibung auf Siemens Energy vor -- Commerzbank, TUI, JENOPTIK, BMW im Fokus

BMW: Empfindlicher Dämpfer bei US-Verkäufen. USA bestellt erneut Affenpocken-Impfstoff bei Bavarian Nordic. Porsche setzt in den USA im zweiten Quartal mehr Autos ab. Salmonellen-Schokolade von Barry Callebaut ist nicht in Läden gelangt. BASF und MAN wollen gemeinsam riesige Wärmepumpe in Ludwigshafen bauen.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

mehr Top Rankings

Umfrage

Goldpreis im Fokus der Anleger: Sind Sie in Gold investiert?

finanzen.net zero
finanzen.net zero

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln