Marc O. Schmidt-Kolumne

KI und Apple-Gerüchte beflügeln Intel

22.01.26 09:31 Uhr

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Der KI-Boom sorgt an den Börsen weiterhin für Euphorie. Zu den Profiteuren gehört selbst Intel (WKN: 855681 / ISIN: US4581401001). Nachdem die einstige unangefochtene Nummer eins im Chip-Bereich Trends wie Smartphones verpasst hatte, bekommt man nun auch ein Stück des enormen KI-Kuchens ab.

Intel bandelt mit Apple an

Intel gehört bei weitem nicht zur Crème de la Crème, wenn von Halbleitern für KI-Rechenzentren die Rede ist. Insbesondere mit NVIDIA kann man sich nicht messen, Anleger scheinen zuletzt jedoch wieder mehr Vertrauen in eine Wende bei Intel gewonnen zu haben. Innerhalb eines Jahres hat die Intel-Aktie rund 125 Prozent an Wert zugelegt. Die finanzielle Lage hat sich unter anderem durch Investments von NVIDIA, SoftBank, aber auch der US-Regierung verbessert. Entsprechend positiv ist die Stimmung im Vorfeld der heute Abend nach US-Börsenschluss anstehenden Bekanntgabe der Ergebnisse zum vierten Quartal 2025.

Besonderes Interesse dürfte auch den Aussagen des Managements gelten, da zuletzt Spekulationen aufgekommen sind, dass Intel weitere Chips für den iPhone-Konzern fertigen könnte. In einem Bericht der Investmentfirma GF Securities, der MacRumors vorliegt, erklärt Analyst Jeff Pu, dass er und seine Kollegen „jetzt davon ausgehen“, dass Intel ab 2028 einen Liefervertrag mit Apple für zumindest einige Nicht-Pro-iPhone-Chips abschließen werde. Den Gerüchten zufolge könnte sich die Partnerschaft auch auf das iPhone ausweiten.

Zufrieden mit Platz zwei

Wenn es um die nackten Zahlen geht, erwarten Analysten für den abgelaufenen Dreimonatszeitraum laut FactSet-Konsens einen bereinigten Verlust je Aktie von 13 Cents, während sich die FactSet-Konsensschätzungen auf der Umsatzseite bei 13,43 Mrd. US-Dollar bewegen. Positive Überraschungen und überzeugende Aussagen des Managements zur Zukunft des Konzerns dürften den Aktienkurs weiter antreiben. Analyst John Vinh von KeyBanc sieht die Intel-Aktie auf 60 US-Dollar ansteigen. Aktuell würde dies einem Kurspotenzial von rund 23 Prozent entsprechen.

Daher wurde das Rating von „Sector Weight“ auf „Overweight“ angehoben. Dazu weist der Experte darauf hin, dass Intel angesichts der überdurchschnittlich hohen Nachfrage im Bereich Rechenzentren seine Server-CPUs für 2026 weitgehend ausverkauft habe. Angesichts dieser starken Nachfrage erwäge das Unternehmen, seinen durchschnittlichen Verkaufspreis um 10 bis 15 Prozent anzuheben. Vinh hebt zudem die Fortschritte im Foundry-Geschäft von Intel hervor und erklärt, dass sich die Ausbeute der neuesten 18A-Prozesstechnologie auf über 60 Prozent verbessert habe.

Das sei zwar nicht die beste Leistung in dieser Klasse, da Taiwan Semiconductor bei der Einführung von 2-Nanometer-Chips bei 70 bis 80 Prozent liege, aber angesichts der Ambitionen von Intel, die Nummer zwei unter den Foundry-Anbietern zu werden, sei eine Ausbeute von über 60 Prozent aus Analystensicht deutlich besser als bei Samsungs SF2-Technologie, die laut Vinh unter 40 Prozent liege. Vinh weist außerdem darauf hin, dass Intel bereits Apple als Kunden für 18A-Prozessoren der Low-End-Serie gewonnen habe, die in MacBooks und iPads zum Einsatz kommen. Darüber hinaus glaubt er, dass Intel und Apple derzeit Gespräche führen, um Intels 14A-Technologie zur Unterstützung von Low-End-Mobilprozessoren für iPhones einzusetzen.

Mein Fazit

Der anhaltende KI-Boom verleiht Intel neuen Rückenwind und nährt die Hoffnung auf eine nachhaltige Trendwende. Trotz weiterhin bestehender Rückstände gegenüber Marktführern wie NVIDIA oder Taiwan Semiconductor gelingt es dem Konzern, wieder stärker das Vertrauen von Investoren zu gewinnen. Der deutlich gestiegene Aktienkurs, verbesserte Finanzbedingungen und Fortschritte im Foundry-Geschäft unterstreichen diese Entwicklung. Besonders die wachsende Nachfrage im Rechenzentrumsbereich sowie mögliche Lieferverträge mit Apple könnten sich als entscheidende Wachstumstreiber erweisen.

Anleger, die nicht nur auf Intel, sondern gleich auf 15 Aktien aus dem Wachstumsbereich Halbleiter und Chip-Industrie setzen wollen, schauen sich das Indexzertifikat auf den Chip Power Index (WKN: DA0ABM / ISIN: DE000DA0ABM7) an.

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