Infineon, STMicro und NXP verkünden Kooperation mit NVIDIA - So reagieren die Aktien

Infineon, STMicroelectronics und NXP kooperieren mit NVIDIA, um mit Hardware und KI-Prozessoren den Markt für humanoide Roboter zu erobern.
Werte in diesem Artikel
• Infineon, STMicroelectronics & NXP verkünden Partnerschaft mit NVIDIA
• Fokus auf Hardware + KI-Prozessoren
• NVIDIA-CEO rechnet mit gigantischer KI-Nachfrage
Die europäische Halbleiterbranche setzt auf Kooperationen mit dem US-Technologieriesen NVIDIA, um im wachsenden Markt für humanoide Roboter Fuß zu fassen. Infineon, STMicroelectronics und NXP Semiconductors gaben am Montag bekannt, dass sie künftig eng mit NVIDIA zusammenarbeiten werden. Während NVIDIA mit seinen Prozessoren quasi das Gehirn der Roboter liefern soll, wollen die europäischen Chipkonzerne die restliche Hardware beisteuern.
Europäische Chips für Sensorik und Steuerung
Die drei Partner werden laut eigenen Angaben Chips für Sensoren, Bewegungssteuerung, Stromverwaltung und die interne Kommunikation der Roboter bereitstellen. NXP fokussiere sich auf eine schnelle Datenübertragung innerhalb der Maschinen, während STMicro die Kameras und Bewegungssensoren anschließe. Laut der Infineon-Pressemitteilung rechnet der Konzern mit einem potenziellen Umsatz von rund 500 US-Dollar pro Roboter. Finanzielle Details zu den Kooperationen wurden bislang nicht veröffentlicht.
Zukunftsperspektiven für humanoide Roboter
Die Zusammenarbeit wurde vor dem Hintergrund von NVIDIAs jährlicher Entwicklerkonferenz GTC in Kalifornien angekündigt. Experten gehen davon aus, dass die Kombination aus NVIDIAs leistungsfähigen KI-Prozessoren und europäischer Hardware die Robotertechnologie entscheidend vorantreiben könnte. Für die drei europäischen Unternehmen bietet sich damit nicht nur ein lukrativer Markt, sondern auch die Möglichkeit, ihre Expertise im Bereich fortschrittlicher Chips weiter unter Beweis zu stellen.
NVIDIA rechnet mit gigantischer KI-Nachfrage
Laut dpa-AFX rechnet Jensen Huang, Chef von NVIDIA, mit Bestellungen im Wert von mindestens einer Billion US-Dollar für aktuelle KI-Chipsysteme bis Ende 2027. Gleichzeitig zeigte er sich auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz GTC überzeugt, dass die Nachfrage nach Rechenkapazität sogar noch deutlich höher ausfallen könnte. Noch vor einem Jahr hatte Huang laut dpa-AFX Aufträge von bis zu 500 Milliarden US-Dollar bis Ende 2026 für die Chipgenerationen "Blackwell" und "Rubin" in Aussicht gestellt - die Erwartungen haben sich damit massiv nach oben verschoben.
Zugleich bleiben Zweifel: Einige Experten stellen infrage, ob sich diese gewaltigen Investitionen langfristig amortisieren. Huang widerspricht laut dpa-AFX solchen Bedenken regelmäßig und betonte erneut, dass nicht Überkapazitäten, sondern vielmehr ein Mangel an Rechenleistung das zentrale Problem darstelle. Jeder Monat Verzögerung beim Ausbau koste Unternehmen Milliarden an entgangenen Umsätzen. Die Aufträge selbst arbeitet NVIDIA typischerweise über mehrere Jahre ab.
Uber und NVIDIA wollen ihre Kooperation ausbauen
NVIDIA und Uber weiten ihre Partnerschaft massiv aus und planen, bis 2028 eine globale Flotte von Level-4-Robotaxis in 28 Städten einzuführen, wie Uber in einer Pressemitteilung bekanntgab. Der Startschuss fällt im ersten Halbjahr 2027 in Los Angeles und San Francisco, wobei NVIDIA erstmals als Full-Stack-Softwareanbieter auftritt. Herzstück der Kooperation ist das neue, KI-basierte Modell "NVIDIA Alpamayo", das dank komplexer Logik-Strukturen selbst unvorhersehbare Verkehrssituationen sicher meistern soll. Die schrittweise Skalierung erfolgt über Nordamerika, Europa, Australien und Asien, um autonome Mobilität durch die Kombination von NVIDIAs Technologie-Ökosystem und Ubers globalem Netzwerk massentauglich zu machen.
Entwicklerkonferenz GTC
Daneben gab es die Nachlese von Aussagen des Konzernchefs Jensen Huang auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz GTC. Konzernchef Jensen Huang sieht bis Ende 2027 genug Nachfrage für ein Billionen-Geschäft mit aktuellen KI-Chipsystemen.
Analysten äußerten durchaus ermutigend zu den Aussagen auf der firmeneigenen Entwicklerkonferenz GTC. Allerdings hieß es auch, dass die Erwartungen bei NVIDIA bereits hochgesteckt sind. Der Chipkonzern stehe neuerdings skeptischen Investoren gegenüber, die mehr Beweise dafür fordern, dass NVIDIAs starkes Umsatzwachstum anhalten wird. Außerdem gab es Stimmen, dass der Ausblick angesichts zurückliegender Wachstumsraten keine deutliche Beschleunigung mehr bedeute. Im Vergleich dazu peilt NVIDIA zum Jahresende die 500-Milliarden-US-Dollar-Hürde an.
Laut dem Experten Atif Malik von der Citigroup liegen Bestellungen im Wert von einer Billion Dollar bis Ende 2027 im Rahmen seinen eigenen Erwartungen, aber über dem Marktkonsens. Er schrieb von einem "beruhigenden Gefühl", dass der Chipkonzern bei Innovationen im Konkurrenzkampf weiter den Takt angebe.
Srini Pajjuri von RBC zeigte sich auch "beeindruckt von der umfassenden Dominanz" des KI-Chipkonzerns, die sich in den vergangenen Jahren aber schon im Kurs widergespiegelt hat. Wurden die Aktien im Oktober 2022 noch unter 11 Dollar gehandelt, konnten Anleger ihr Geld drei Jahre später bis zum Rekord fast verzwanzigfachen.
So reagieren die Aktien
An der Börse lösten die Kooperationen und Huangs Aussagen ein wenig Begeisterung aus: Nach einem zwischenzeitlichen Kurssprung von rund fünf Prozent schloss die NVIDIA-Aktie am Montag an der NASDAQ letztlich mit einem Plus von 1,65 Prozent bei 183,22 US-Dollar. Am Dienstag zeigte sich das Papier zum Handelsende 0,70 Prozent tiefer bei 181,93 US-Dollar. Für Uber ging es an der NYSE letztlich um 4,22 Prozent auf 77,81 US-Dollar nach oben. Die NXP-Aktie klettert ebendort um 1,11 Prozent auf 194,02 US-Dollar. Die STMicro-Aktie verzeichnete an der Euronext letztlich einen Verlust von 0,48 Prozent auf 29,24 Euro. Die Infineon-Aktie stieg auf XETRA am Dienstag letztlich um 0,51 Prozent auf 39,64 Euro.
Dennoch gilt Huangs Billionen-Prognose als starkes Signal für das anhaltende Vertrauen in den KI-Boom. Große Technologieunternehmen investieren derzeit hunderte Milliarden US-Dollar in den Ausbau von Rechenzentren - ein erheblicher Teil davon fließt in NVIDIA-Hardware.
Bettina Schneider, Alexandra Hesse, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX
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