11.12.2013 13:00

Coca-Cola: Warum es mit der Marke bergab geht

Folgen
Der Brausekonzern kämpft gegen ein schlechtes Image und Rückschläge in Schwellenländern. Warum die Aktie aber trotzdem Nachholpotenzial hat.
Werbung
€uro am Sonntag
von Tim Schäfer, Euro am Sonntag

Ein weiterer Rückschlag: 13  Jahre in Serie wurde Coca-Cola von der Beratungsfirma Interbrand als die wertvollste Marke der Welt geführt. Jetzt haben Apple und Google den Brausehersteller auf Position 3 verdrängt. Auch an der Börse prickelt Coca-Cola nicht mehr: Die Aktie zählt 2013 zu den schwächsten im Dow-Jones-Index.

Analysten erklären die Kursschwäche mit enttäuschenden Absatzzahlen in Schwellenländern. Auch in der westlichen Welt gibt es Probleme: Das steigende Gesundheitsbewusstsein vieler Konsumenten drückt auf den Absatz der Zuckerbrause. Konzernchef Muhtar Kent kontert die Kritik — die Wachstumsstory von Coca-Cola sei intakt.

Kent hebt hervor, dass Coke in wichtigen Märkten wie Australien und Deutschland wachse. „Es gibt etwas Gegenwind in den Schwellenländern, aber wir glauben, das ist sehr kurzfristig“, sagt der 60-jährige amerikanisch-türkische Manager. Im dritten Quartal stieg der Überschuss um sechs Prozent. Um drei Prozent sank allerdings der Umsatz, was mitunter an Währungs­einflüssen lag. Kent bleibt optimistisch. Bis 2020 rechnet er mit einer Milliarde mehr Menschen in der Mittelschicht — alles potenzielle Kunden.

In den westlichen Industriestaaten haben kalorienfreie Getränke wie Cola Zero die berühmten Kalorienbomben weitgehend abgelöst. Aber auch diese Getränke geraten inzwischen in die Kritik. Amerika-Chef Steve Cahillane gibt unumwunden zu: „Mit Diät-Coke ist es so wie mit allen Diätprodukten in den Vereinigten Staaten, es betrifft nicht nur Getränke, sondern das gesamte Lebensmittelspektrum: Die Leute stellen die Inhaltsstoffe, deren Sicherheit und so weiter infrage.“

Mehr als braune Brause
Eine Studie der Purdue University kommt zu dem Ergebnis, Diätsodas förderten womöglich Diabetes, Herzkrankheiten und Übergewicht genauso wie ihre zuckerhaltigen Gegenstücke. Die Stadt New York warnt in einer Informationskampagne vor dem Konsum der braunen Brause. Gesundheitsexperten machen dem Weltmarktführer den Vorwurf, die Sodas unter Hochdruck in arme Länder zu exportieren, wo Ernährung und Zahnpflege verbesserungswürdig seien.

Mit der epidemieartigen Ausbreitung der Fettleibigkeit geht Coca-­Colas US-Chef Cahillane offensiv um. In Nordamerika richtet er per TV-Kampagne einen sportlichen ­Appell an seine Kunden. Kinder und Jugendliche sollen sich mehr bewegen, um ihre überflüssigen Pfunde abzutrainieren.

Was viele Leute übersehen: Coca-Cola ist mehr als Coke. Der Konzern verkauft inzwischen 54 Marken. Darunter finden sich Säfte, Tees, iso­tonische Durstlöscher und Mineralwässer. Von 16 Verkaufsschlagern, die jeweils mehr als eine Milliarde Dollar umsetzen, basieren vier auf einem Fruchtsaft: Minute Maid, Del Valle, Simply Orange und Minute Maid Pulpy. Mehr noch: In den wichtigsten Märkten hat Coke mit seinen Säften einen doppelt so hohen Marktanteil wie Pepsi. Der Vorsprung auf den Erzrivalen in dieser Kategorie scheint uneinholbar zu sein.

Einer der größten Anhänger ist Warren Buffett. Der US-Starinvestor trinkt privat liebend gern Cherry Coke — das ist die mit Kirschgeschmack versehene Version des Klassikers. Außerdem hält Buffett mit seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway 400 Millionen Coke-Aktien. Die ersten Papiere kaufte er bereits 1988. Inzwischen gehören Berkshire neun Prozent des Grundkapitals. Der Anteil wächst regelmäßig, ohne dass Buffett neue Papiere kaufen muss. Möglich wird das durch das aggressive Aktienrückkaufprogramm des Brausekonzerns: Binnen drei Jahren hat Kent Wertpapiere für 7,2 Milliarden Dollar vom Markt nehmen lassen. Zwischen Januar und September setzte er die Strategie fort, indem er abermals 2,8 Milliarden Dollar in die Aktie investierte. Jeder Anteilseigner profitiert davon, weil sein Stück vom Kuchen größer wird.

Der Rückkauf hat noch zwei weitere Vorteile: Indem die Nachfrage nach Aktien künstlich erhöht wird, stützen die Rückkäufe den Kurs. Da zudem die Zahl der dividenden­berechtigten Anteile sinkt, wird es für Finanzchef Gary Fayard leichter, die Ausschüttung je Aktie zu ­steigern.

Das 125 Jahre alte Unternehmen aus Atlanta hat in nahezu allen Ecken der Erde mit seinem Distributionsnetz Fuß gefasst. 23 Millionen Einzelhändler sind angebunden. Jede Woche kommt der Lieferant in die Läden, um die Regale selbstständig aufzufüllen. Ein Service, den es nur in der Getränkebranche gibt.

Besonders begehrt ist Coca-Cola in Mexiko. Auch Chile, Panama, die USA und Argentinien sind — basierend auf dem Pro-Kopf-Verbrauch — Topmärkte für den Konzern. In führenden Absatzmärkten trinkt jeder Konsument im Schnitt 480-mal jährlich Coca-Cola. Im weltweiten Vergleich liegt der Verbrauch bei 94 Flaschen pro Kopf. Aufholpotenzial sieht Konzernchef Kent in einstmals abgeschotteten Ländern wie China oder Nigeria. Die ersten Getränke nach Myanmar lieferte Kent in diesem Jahr höchstpersönlich aus.

„Unser breit gestreutes Produktportfolio, der disziplinierte Ansatz, Einsparungen zu erzielen und zu reinvestieren, und unsere globale Ausrichtung haben es ermöglicht, effektiv durch das unsichere wirtschaftliche Umfeld zu navigieren“, bekräftigt der Chef. Auf Facebook zeigt sich die wachsende Beliebtheit: Coca-Cola hat 76 Millionen Fans. Apple und Google kommen dagegen nur auf zehn beziehungsweise 15 Millionen Freunde.

Ausgewählte Hebelprodukte auf Coca-Cola Co.
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf Coca-Cola Co.
Long
Short
Hebel wählen:
5x
10x
Name
Hebel
KO
Emittent

Nachrichten zu Coca-Cola Co.

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Coca-Cola Co.

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
13.05.2022Coca-Cola OutperformCredit Suisse Group
27.04.2022Coca-Cola OverweightBarclays Capital
21.04.2022Coca-Cola OutperformCredit Suisse Group
12.04.2022Coca-Cola OutperformCredit Suisse Group
30.03.2022Coca-Cola OverweightJP Morgan Chase & Co.
13.05.2022Coca-Cola OutperformCredit Suisse Group
27.04.2022Coca-Cola OverweightBarclays Capital
21.04.2022Coca-Cola OutperformCredit Suisse Group
12.04.2022Coca-Cola OutperformCredit Suisse Group
30.03.2022Coca-Cola OverweightJP Morgan Chase & Co.
12.02.2022Coca-Cola NeutralGoldman Sachs Group Inc.
10.02.2022Coca-Cola NeutralGoldman Sachs Group Inc.
09.12.2021Coca-Cola NeutralGoldman Sachs Group Inc.
28.10.2021Coca-Cola NeutralJP Morgan Chase & Co.
10.02.2021Coca-Cola Sector PerformRBC Capital Markets
16.02.2018Coca-Cola SellGoldman Sachs Group Inc.
10.01.2018Coca-Cola SellGoldman Sachs Group Inc.
17.11.2017Coca-Cola SellGoldman Sachs Group Inc.
16.11.2017Coca-Cola SellGoldman Sachs Group Inc.
26.10.2017Coca-Cola SellGoldman Sachs Group Inc.

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Coca-Cola Co. nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen

Jetzt noch kostenlos anmelden!

Inflation, Leitzinserhöhung und Bärenmärkte - aber wie sieht es eigentlich am Immobilienmarkt aus? Wenn auch Sie sich den Traum einer eigenen Immobilie erfüllen möchten, erfahren Sie im Online-Seminar am Montag um 18 Uhr wie Sie Schritt für Schritt das passende Objekt finden und welche Finanzierungsmöglichkeiten es gibt!

Werbung
Werbung
Werbung
Neue Funktionen als Erstes nutzen
Sie nutzen finanzen.net regelmäßig? Dann nutzen Sie jetzt neue Funktionen als Erstes!
Hier informieren!
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

Ukraine-Krieg im Ticker: DAX schließt Freitagshandel über 13.100 Punkten -- US-Börsen legen markant zu -- Zalando kassiert Jahresprognose -- GAZPROM, TUI, Porsche-IPO, Amazon, Deutsche Bank im Fokus

IMMOFINANZ will Objekte in Milliardenwert verkaufen. Streik des Kabinen-Personals führt zu Flug-Ausfällen bei Ryanair. Henkel macht laut CEO Knobel Fortschritte beim Rückzug aus Russland. RWE plant Wasserstoff-Produktionsanlage in Rostock. Stellantis steigt bei Lithium-Unternehmen Vulcan Energy ein. Stifel startet Vonovia mit "Hold". Zurich trennt sich von deutschen Lebensversicherungs-Altbeständen.

Umfrage

Sollte das 9-Euro-Ticket über den August hinaus verlängert werden?

finanzen.net zero
finanzen.net zero

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln