Bayer-Aktie unter Druck nach weiterem Milliardenverlust - Operativ etwas besser als gedacht

Die Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten in den USA haben den Pharmariesen Bayer 2025 noch tiefer in die Verlustzone gerissen.
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Unter dem Strich wuchs der Nettoverlust um gut eine Milliarde Euro auf knapp 3,6 Milliarden Euro, wie der Pharma- und Agrarchemiekonzern am Mittwoch mitteilte. Damit haben die Glyphosat- und PCB-Klagen in den USA einmal mehr schwer belastet. Um vor allem das Thema Glyphosat-Klagen abhaken zu können, hatte Bayer erst vor wenigen Wochen einen angestrebten Sammelvergleich angekündigt, der viel Geld kosten wird, aber noch nicht in trockenen Tüchern ist. Zudem hoffen die Leverkusener weiterhin auf ein positives Grundsatzurteil des obersten US-Gerichts, was ebenfalls helfen soll, die Klagewelle zu beenden.
Mit Blick auf das Tagesgeschäft sank der Konzernumsatz 2025 um 2,2 Prozent auf 45,58 Milliarden Euro. Dabei belasteten aber erneut Wechselkurseffekte. Diese sowie Portfolioveränderungen herausgerechnet ergibt sich ein Plus von 1,1 Prozent. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank im vergangenen Jahr um 4,5 Prozent auf 9,67 Milliarden Euro. Beide Werte liegen etwas über den mittleren Analystenschätzungen.
Bayer rechnet 2026 mit stabiler Geschäftsentwicklung - Verschuldung steigt
Bayer rechnet 2026 mit einer in etwa stabilen Geschäftsentwicklung. Basierend auf den Wechselkursen Ende 2025 kalkuliert der Pharma- und Agrarchemiekonzern laut Mitteilung vom Mittwoch mit einem Umsatz von 44 bis 46 Milliarden Euro sowie mit einem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereffekten von 9,1 bis 9,6 Milliarden Euro. Damit wäre beim Umsatz bestenfalls ein kleines Plus drin. Das operative Ergebnis würde in jedem Fall leicht sinken, während Analysten bisher im Durchschnitt mit einem kleinen Plus rechnen. In den Prognosen berücksichtigt Bayer aber bereits negative Wechselkursentwicklungen.
Bereinigt um Währungseffekte - also auf Basis der monatlichen Durchschnittskurse des Jahres 2025 - sieht Bayer den Umsatz 2026 bei 45 bis 47 Milliarden Euro sowie das operative Ergebnis bei 9,6 bis 10,1 Milliarden Euro.
Da das Unternehmen - wie angekündigt - für einen Sammelvergleich in den USA zur Beilegung der Glyphosat-Klagen mit hohen Kosten rechnet, dürfte Bayer 2026 Geld verbrennen. So soll sich der freie Finanzmittelfluss (Free Cashflow) auf minus 2,5 bis minus 1,5 Milliarden Euro belaufen. Darin sind Auszahlungen für Rechtsstreitigkeiten von rund 5 Milliarden Euro berücksichtigt. Die Nettofinanzverschuldung dürfte daher bis zum Jahresende auf 32 bis 33 Milliarden Euro steigen, nachdem sie sich 2025 auf gut 29,8 Milliarden Euro verbessert hatte.
Bayer-Aktie unter Druck
Die Bayer-Aktie verliert auf XETRA zeitweise 2,38 Prozent auf 37,40 Euro.
Die Euphorie bei Bayer für eine mögliche Lösung der US-Glyphosat-Klagewelle und neue Medikamente in der Pharmasparte verfliegt weiter. Seitdem die Aktien im Februar wegen eines angestrebten milliardenschweren Sammelvergleichs fast die 50-Euro-Marke erreicht hatten, befindet sich ihr Kurs auf einer stetigen Talfahrt. An diesem Mittwoch nun enttäuschte der Konzern ein Stück weit mit seinem Ausblick auf das laufende Geschäft für 2026.
Die Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten brockten dem Chemie- und Pharmakonzern 2025, wenig überraschend, einen Milliardenverlust ein. Mit Blick auf das Tagesgeschäft rechnet Bayer 2026 mit einem operativen Ergebnis in der Spanne von 9,1 bis 9,6 Milliarden Euro, während die Analysten im Schnitt bisher etwas mehr erwartet hatten. Richard Vosser von JPMorgan und Charles Pitman-King von Barclays sehen daher Korrekturbedarf an den mittleren Analystenerwartungen im Größenbereich von bis zu drei Prozent. Ein großer Teil davon sei aber auf Währungseffekte zurückzuführen, erklärte Vosser.
Seit November hatte Bayer den Anlegern zunächst mit Studiendaten zum Blutgerinnungshemmer Asundexian Wachstumshoffnungen gemacht, die eine Kursrally ausgelöst hatten. Zudem setzten Anleger dann im neuen Jahr auf Fortschritte bei den US-Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten, nachdem das höchste US-Gericht, der US Supreme Court, einen Fall zur Verhandlung angenommen hatte. Bayer hofft hier auf ein positives Grundsatzurteil, dass bereits im Juni gefällt werden könnte.
Seit Februar strebt der Konzern zudem einem Sammelvergleich an, mit dem auch die vielen tausend offenen Glyphosat-Klagen beigelegt werden sollen. Hier muss ein Gericht aber noch zustimmen, und auch genügend Kläger müssen sich für den Vergleich entscheiden, da er sonst hinfällig ist. Es bleiben also Unsicherheiten.
LEVERKUSEN (dpa-AFX)
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