Aktien von Rheinmetall, RENK, HENSOLDT uneins: US-Vorgehen in Venezuela - TKMS-Aktie stark nach Upgrade

In Venezuela wird es nach Einschätzung von US-Präsident Donald Trump in den nächsten 30 Tagen keine Neuwahl geben.
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"Wir müssen das Land zuerst wieder in Ordnung bringen. Man kann keine Wahlen abhalten", sagte er dem US-Sender NBC News.
Venezuelas Regierung betrachtet den von den USA festgenommenen Staatschef Nicolás Maduro weiter als legitimen Präsidenten. Laut Verfassung übernimmt bei einer dauerhaften Abwesenheit des Präsidenten zunächst die Vizepräsidentin die Amtsgeschäfte und setzt innerhalb von 30 Tagen eine Neuwahl an. Ob die neue Staatsführung die aktuelle Lage als eine solche dauerhafte Abwesenheit bewertet, ist allerdings unklar.
Die bisherige Vizepräsidentin Delcy Rodríguez wurde inzwischen als geschäftsführende Präsidentin vereidigt. Der Oberste Gerichtshof hatte sie bereits am Wochenende damit beauftragt, die Aufgaben des Staatschefs vorübergehend wahrzunehmen.
Venezuelas Oppositionsführerin schwärmt von Trump
Venezuelas Oppositionsführerin María Corina Machado hat sich überschwänglich bei US-Präsident Donald Trump für die Festnahme von Staatschef Nicolás Maduro bedankt. "Der 3. Januar wird als der Tag in die Geschichte eingehen, an dem die Gerechtigkeit die Tyrannei besiegt hat", sagte die Friedensnobelpreisträgerin dem US-Sender Fox News. An dem Tag hatten US-Einheiten Ziele in Venezuela angegriffen, Maduro und dessen Frau festgenommen und in die USA gebracht, wo sie sich jetzt vor einem Gericht in New York wegen angeblicher Drogendelikte verantworten müssen. Machado hatte Trump bereits in der Vergangenheit für dessen harten Kurs gegen ihr Land gelobt.
"Das ist ein Meilenstein", sagte Machado über Trumps Vorgehen. "Und das ist nicht nur für das venezolanische Volk und unsere Zukunft von großer Bedeutung. Ich denke, es ist ein großer Schritt für die Menschheit, für die Freiheit und für die Menschenwürde", schwärmte sie in dem auf X verbreiteten Video-Ausschnitt des Gesprächs mit Fox News. In einem anderen Post schrieb sie, Venezuela werde "der wichtigste Verbündete der Vereinigten Staaten in den Bereichen Sicherheit, Energie, Demokratie und Menschenrechte sein".
Nach der Festnahme Maduros hatte sie die Einsetzung des Oppositionspolitikers Edmundo González Urrutia als neuen Staatschef gefordert. Der 76 Jahre alte Ex-Diplomat hatte bei der von Betrugsvorwürfen überschatteten Präsidentenwahl vor eineinhalb Jahren nach Einschätzung der Opposition und internationaler Beobachter eigentlich gegen Maduro gewonnen. Er war bei den Wahlen nur deswegen angetreten, weil die weitaus populärere Machado von der Teilnahme ausgeschlossen worden war.
Für sie hat Trump allerdings keine tragende Rolle in Venezuela vorgesehen. "Für sie wäre es sehr schwer, zu führen. Sie hat nicht die Unterstützung und den Respekt im Land", sagte er kürzlich. Unterdessen wurde Maduros loyale Nachfolgerin Delcy Rodríguez als geschäftsführende Präsidentin vereidigt. Ihre Regierung betrachtet Maduro weiterhin als legitimen Staatschef des Landes.
Top-Demokrat kritisiert US-Vorgehen in Venezuela als Wunschdenken
Der demokratische Minderheitsführer im US-Senat, Chuck Schumer, hat die Pläne der US-Regierung, Venezuela vorübergehend zu führen, als vage und auf Wunschdenken beruhend kritisiert. Er habe keine Zusicherungen erhalten, dass die US-Regierung in anderen Ländern nicht dasselbe versuchen würde, sagte der Senator nach am Montagabend (Ortszeit) nach einem Briefing der Kongressführer. Das Briefing sei zwar sehr umfassend und lang gewesen, habe aber weitaus mehr Fragen als Antworten aufgeworfen.
Am Wochenende hatte das US-Militär in Venezuela Ziele angegriffen und Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores gefangengenommen. Sie wurden am Montag in New York einem Gericht vorgeführt, wo sie sich wegen angeblicher Drogendelikte verantworten müssen.
Rüstungsaktien bleiben im Blick
Nach der US-Intervention in Venezuela blieben Rüstungsaktien auch am Dienstag weiter im Blick der Anleger. Vor allem kleinere Länder dürften verstärkt in ihre Verteidigung investieren. Auf XETRA verbuchten die Aktien von Rheinmetall letztlich ein Minus von 0,74 Prozent auf 1.739,00 Euro, RENK-Aktien verloren 0,7 Prozent auf 59,60 Euro, für HENSOLDT-Papiere ging es derweil um 0,79 Prozent abwärts auf 82,00 Euro und Anteilsscheine von TKMS zogen kräftig um 5,82 Prozent auf 75,50 Euro an.
Bernstein hebt TKMS auf 'Market-Perform' - Ziel 67 Euro
Bei TKMS bewegt dabei auch ein Analysten-Upgrade: Das US-Analysehaus Bernstein Research hat TKMS von "Underperform" auf "Market-Perform" hochgestuft, das Kursziel aber von 74 auf 67 Euro gesenkt. Zwar seien europäische Rüstungsaktien insgesamt stark ins Jahr 2026 gestartet, schrieb Adrien Rabier in einer am Dienstag vorliegenden Branchenstudie. Gleichwohl dürften die Kursentwicklungen in den kommenden Monaten eher heterogen ausfallen. Der Experte zieht "lokale Champions" in großen Märkten und Unternehmen mit besonders starken Produktangeboten vor. Rheinmetall ist in diesem Umfeld sein Favorit, auch weil der Kursrückgang gegen Ende 2025 eine attraktive Möglichkeit eröffne. Für die Rheinmetall-Aktie hat der Analyst das Kursziel von 2.050 auf 2.000 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Outperform" belassen. Die Aktien des Marineschiffbauers TKMS stufte Rabier auf "Market-Perform" hoch, da sie nach dem Rücksetzer mittlerweile fairer bewertet erschienen.
dpa-AFX / Dow Jones Newswires
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