WACKER CHEMIE-Aktie dennoch deutlich höher: Dividende gestrichen - Keine Besserung am Markt in Sicht

Das schwache Wirtschaftsummfeld, hohe Energiekosten und die schwierige Lage im Bereich Polysilizium, dem Grundstoff für die Solarindustrie, haben WACKER CHEMIE 2025 schwer belastet.
Werte in diesem Artikel
Die Aktionäre sollen für 2025 keine Dividende gekommen, nachdem im Vorjahr noch 2,50 Euro je Aktie gezahlt wurden. Der Ausblick für das neue Jahr ist verhalten.
Für das erste Quartal rechnet das Unternehmen laut Mitteilung mit einem Umsatz von rund 1,35 Milliarden Euro und somit weniger als im Vorjahr. Als Grund führte WACKER CHEMIE vor allem negative Währungseffekten an. Das EBITDA wird dagegen voraussichtlich bei 140 bis 160 Millionen Euro liegen und damit dank Kosteneinsparungen über dem Niveau des Vorjahres. Für das Gesamtjahr rechnet der MDAX-Konzern mit einem Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich und einem EBITDA in der Spanne von 550 bis 700 Millionen Euro. Die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten sind allerdings nicht in der Prognose nicht enthalten.
"Wir sehen weiterhin keine Trendwende im Markt. Umso wichtiger sind die Hebel, die wir selbst beeinflussen können. An ihnen werden wir auch 2026 mit Hochdruck arbeiten", sagte Wacker-Chef Christian Hartel. Mittel- und langfristig soll WACKER wieder profitabel wachsen.
WACKER CHEMIE hatte im vergangenen Jahr einen Umsatzrückgang und einen herben Einbruch des operativen Ergebnisses verbucht und unter dem Strich nach hohen Wertberichtigungen einen dreistelliger Verlust gemeldet. Der Spezialchemiekonzern verwies auf eine geringere Auslastung der Produktionsanlagen in allen Geschäftsbereichen, zum Teil niedrigere Absatzmengen und Preise sowie negative Währungseffekte und monierte hohe Energiekosten in Deutschland.
"Die chemische Industrie ist 2025 unter enormen Druck geraten. Die Nachfrage war in vielen Abnehmerbranchen weiterhin schwach. Handelskonflikte und geopolitische Krisen haben die Unsicherheiten am Markt befeuert. Das hat dazu geführt, dass Bestellungen zurückgehalten wurden. Viele Unternehmen haben Investitionen verschoben", erklärte Hartel. WACKER CHEMIE erzielte im Jahr 2025, wie bereits Ende Januar vorab gemeldet, einen Umsatz von rund 5,49 Milliarden Euro, das waren rund 4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
Das berichtete Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sank um 43 Prozent auf rund 427 Millionen Euro, die entsprechende Marge schrumpfte von 13,0 auf 7,8 Prozent. Das war allerdings einer Rückstellung in Höhe von rund 103 Millionen Euro geschuldet, die WACKER CHEMIE im Rahmen des laufenden Sparprogramms im vierten Quartal gebildet hatte, und die sich nicht auf das operative Geschäft auswirkte. Vor dieser Sonderaufwendungen lag das EBITDA bei rund 529 Millionen Euro und damit zwar 29 Prozent unter dem Vorjahreswert. Das Ergebnis nach Steuern lag bei minus 804,9 Millionen Euro nach einem Gewinn von 260,7 Millionen Euro im Vorjahr.
WACKER CHEMIE-Aktie weiter erholt - Ausblick beruhigt
Das Chartbild der Aktien von WACKER CHEMIE hellt sich am Mittwoch nach vorgelegten Resultaten weiter auf. Die Erholung, die am Vortag eingeleitet wurde, erhielt weiteren Schwung von einem Ausblick, dem beruhigender Charakter beigemessen wurde. Von ihrem Tief seit September, das am Montag erreicht wurde, haben sich die Titel des Spezialchemiekonzerns in der Spitze um mehr als 20 Prozent erholt.
Bis zu zehn Prozent gewannen die Aktien zuletzt am Mittwoch nochmals an Wert, was sie nach der 200-Tage-Linie am Vortag nun auch über die 100-Tage-Linie beförderte. An der noch etwas höher liegenden 50-Tage-Linie jedoch tat sich der Kurs zunächst schwer, denn mit dem Spitzenanstieg auf 75,65 Euro wurde diese Hürde nur kurzzeitig genommen. Zuletzt ging es für die Anteilsscheine von WACKER-CHEMIE im XETRA-Handel noch um 5,9 Prozent nach oben auf 72,75 Euro.
"Der Ausblick auf 2026 liegt nahe am Konsens und dürfte daher für eine Outperformance der Aktien am heutigen Morgen sorgen", kommentierte Chetan Udeshi von JPMorgan noch vor dem Börsenauftakt. Er erwähnte dabei auch, dass nicht klar sei, ob der Analystenkonsens weitere Restrukturierungsaufwendungen berücksichtigt habe, die im Ausblick von WACKER enthalten seien. Wie er weiter betonte, ist allerdings einige Besserung im Jahresverlauf notwendig, um die Ziele letztlich zu erreichen.
Sebastian Satz von der Citigroup stellte sich die Frage, ob der Abwärtszyklus der Konsensschätzungen zu Ende geht. Um dies zu beurteilen, sei es wegen der aktuellen Unsicherheit, die aus den Konflikten im Nahen Osten resultiert, vermutlich noch zu früh. Es sei aber positiv zu sehen, dass die Ziele ausreichten, um den Konsens zu decken. Eine von WACKER CHEMIE gestrichene Dividende entspreche dem Nettoverlust des Unternehmens.
DJG/cbr/kla
DOW JONES / FRANKFURT (dpa-AFX Broker)
Ausgewählte Hebelprodukte auf WACKER CHEMIE
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf WACKER CHEMIE
Der Hebel muss zwischen 2 und 20 liegen
| Name | Hebel | KO | Emittent |
|---|
| Name | Hebel | KO | Emittent |
|---|
Weitere WACKER CHEMIE News
Bildquellen: WACKER Chemie
