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02.08.2019 19:04
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Silberpreis - wie weit kann die Rally tragen?

Edelmetall im Fokus: Silberpreis - wie weit kann die Rally tragen? | Nachricht | finanzen.net
Edelmetall im Fokus
Mit einiger Verzögerung hat der Silberpreis Fahrt aufgenommen und sich der jüngsten Rally des großen Bruders Gold angeschlossen. Für Investoren stellt sich die Frage, welches der beiden Edelmetalle wohl die besseren Aussichten birgt.
• Silber nimmt in den letzten Wochen Fahrt auf
• Analysten sehen starke Zuflüsse in Silber-Fonds
• Was für eine Fortsetzung der Rally spricht
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Aktuell zahlen Anleger für Gold 86 mal so viel wie für Silber. Das ist viel, denn in den vergangenen Jahren kostete Gold durchschnittlich 50 bis maximal 70 mal mehr als die gleiche Menge Silber - der langjährige Durchschnitt liegt bei 63. Für Anleger stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, ob Gold bereits zu teuer ist oder Silber noch deutliches Nachholpotenzial hat. Für viele Experten ist die Antwort klar.

Volumen von Silber-Fonds auf neuem Rekord

Für den Rohstoffanalysten der Commerzbank, Carsten Fritsch, fällt die Antwort eindeutig zu Gunsten des kleinen Bruders Silber aus. Er verweist darauf, dass viele Anleger angesichts der hohen Goldpreisnotierungen auf der Suche nach günstigen alternativen Investments seien - Silber, das zuvor stark vernachlässigt worden sei, habe daher wieder Aufmerksamkeit erfahren.

Dies zeige sich auch in zuletzt hohen Mittelzuflüssen in Silber-ETFs. Seit Anfang Juli sei vier Mal so viel in die entsprechenden Fonds geflossen wie noch im Vormonat, so der Experte unter Berufung auf Bloomberg-Daten. Dies hatte das Volumen der Silber-Fonds auf ein neues Rekordhoch ansteigen lassen. Immer mehr Kleinanleger stecken ihr Geld also in Silber-ETFs. ETF-Anbieter lagern daher vermehr Silber ein - was einen Anstieg bei der Nachfrage und dem Silberpreis zur Folge hat.

Sicherer Hafen 2.0?

Dabei profitiert Silber - ebenso wie der große Bruder Gold - insbesondere von dem Diversifikationsbedürfnis vieler Anleger, die angesichts unsicherer Börsenzeiten und in Erwartung lockerer Geldpolitik der Notenbanken vermehrt auf Sicherheit setzen. Auch die anhaltenden geopolitischen Konfliktherde und damit verbundene, mögliche Währungskriege hatten Anleger in den vergangenen Wochen vermehrt in sichere Häfen wie Gold und Silber investieren lassen.

Dass Silber von dieser Tendenz besonders profitiert, ist wohl dem Nachholbedarf zu verdanken, den viele Rohstoffexperten dem Silberpreis noch bescheinigen - Silber ist verglichen mit Gold unterbewertet, so der Tenor am Markt.

Es spricht noch mehr für Silber

Doch es gibt noch mehr Argumente, die für eine Fortsetzung der Silberrally sprechen könnten. Denn das Edelmetall findet auch in der Industrie Anwendung und wird deutlich häufiger aus diesem Bereich nachgefragt als etwa Gold. Nicht nur bei Solartechnologien kommt Silber zur Anwendung, auch aus der Autoindustrie sowie der Medizinbranche wird Silber nachgefragt. Sein Status als Industriemetall könnte Silber zu weiteren Preisaufschlägen verhelfen, denn insbesondere aus der chinesischen Solarbranche kommt intakte und voraussichtlich sogar steigende Nachfrage. "Trotz anhaltender Bemühungen, den Silberbedarf in Solarmodulen zu reduzieren, ist dank eines zu erwartenden Ausbaus der Solarkapazitäten der Ausblick positiv", schrieben zuletzt die Edelmetallspezialisten von Heraeus.

Fazit: Silber hat weiter Potenzial

Silber gehört neben Gold zu den für Anleger "sicheren Häfen", mit denen sich Marktteilnehmer gerne gegen Turbulenzen am Aktienmarkt absichern. Und Turbulenzen könnten den Börsen ins Haus stehen, mit geopolitischen Risiken und Zentralbanken, die derzeit eher auf Zinssenkungskurs sind. Hinzu kommt, dass Silber verglichen mit Gold noch im Rückstand ist und das Metall auch in der Industrie Verwendung findet und damit Nachfragesorgen zunächst vom Tisch sind. Das spricht für eine Fortsetzung der Silber-Rally, glauben Experten.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Phillip W. Kirkland / Shutterstock.com, Olaf Speier / Shutterstock.com

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