finanzen.net
23.01.2017 09:12
Bewerten
(10)

So gut war Präsident Barack Obama für den Aktienmarkt

Börsenbilanz: So gut war Präsident Barack Obama für den Aktienmarkt | Nachricht | finanzen.net
Börsenbilanz
An der Börse sprachen zuletzt alle von einer Trump-Rally. Dabei ist auch Barack Obamas Bilanz am Aktienmarkt einen Blick wert.
Am 20. Januar wurde Donald Trump als neuer US-Präsident vereidigt - und die Experten spekulieren darüber, ob nach der Trump-Rally ein weiterer Schub für Aktien folgen oder doch Ernüchterung an den Börsen einkehren könnte. Bisher hat die Aussicht auf den Republikaner Donald Trump als US-Präsident die Märkte angetrieben - aber war der demokratische Präsident Barack Obama denn so schlecht für Aktienfans? Die Kursentwicklung während seiner Amtszeit gibt auf diese Frage eine klare Antwort.

Von der Finanzkrise zum Bullenmarkt

Barack Obama wurde am 20. Januar 2009 als 44. US-Präsident vereidigt. Er trat seine erste Amtszeit somit nur wenige Monate nach der Pleite der US-Bank Lehman Brothers und mitten in der Finanzkrise an. Die Aktienmärkte befanden sich zu dieser Zeit im freien Fall: Der Aktienindex S&P 500, der den breiteren US-Markt abbildet, schloss am Tag von Obamas Amtseinführung bei 805,22 Punkten - und zunächst ging es weiter abwärts. Im März 2009 fiel der S&P 500 schließlich bis auf 676 Punkte, hatte damit aber auch den Boden erreicht. Was dann folgte, war laut "CNN Money" einer der größten Bullenmärkte der Börsengeschichte.

Kurz bevor Barack Obama das vielleicht wichtigste Amt der Welt an seinen Nachfolger Donald Trump übergibt, notiert der S&P 500 bei rund 2.270 Zählern und damit starke 181,65 Prozent höher als noch vor acht Jahren. Auch Dow Jones und Nasdaq Composite legten seit dem 20. Januar 2009 wieder um rund 148 beziehungsweise 284 Prozent zu. Alle drei Indizes konnten zudem neue Allzeithochs verbuchen, während Barack Obama Präsident war.

Nicht alle Aktien profitierten

Doch nicht jede Aktie weist nach Präsident Obama eine so gute Bilanz auf wie die amerikanischen Indizes. "Forbes" hat auf Basis von Daten von "FactSet Research Systems" einige US-Papiere genauer unter die Lupe genommen und die größten Gewinner und Verlierer der Amtszeit des 44. US-Präsidenten ermittelt.

Besonders gelitten haben laut "Forbes" in den letzten acht Jahren Unternehmen aus dem Energie-Bereich - immerhin sind die Ölpreise unter Präsident Obama kräftig abgestürzt. Dennoch konnte der gesamte Sektor während seiner Amtszeit laut dem US-Magazin noch eine Rendite von 53 Prozent verbuchen. Und bei dem amerikanischen Unternehmen mit der schlechtesten Performance handelt es sich auch gar nicht um einen klassischen Energiekonzern. Stattdessen geht dieser Titel laut der Wirtschaftsseite an das Photovoltaikunternehmen First Solar. Dessen Aktie schloss am 20. Januar 2009 noch bei 137,76 Dollar - heute steht sie rund 75 Prozent tiefer, und das, obwohl Obama als Verfechter erneuerbarer Energien galt. Von seinen Versprechen in Sachen Energiepolitik und Umweltschutz konnte er aufgrund des Widerstands im Kongress aber nur wenige durchsetzen.

Auf den weiteren Plätzen der schlechtesten US-Aktien während Obamas Präsidentschaft folgen dann jedoch laut "Forbes" die klassischen Energieunternehmen Transocean, Southwest Energy und Chesapeake Energy. Sie haben in den vergangenen acht Jahren an der Börse 67 Prozent, beziehungsweise 64 Prozent und 46 Prozent verloren.

Die großen Börsengewinner unter Obama

Insgesamt betrachtet ist Obamas Bilanz am Aktienmarkt aber durchaus positiv: 469 Aktien aus dem S&P 500, die schon zu seiner Amtseinführung im Index enthalten waren, sind laut "Forbes" auch heute noch darin gelistet - und nur zwölf von ihnen weisen eine negative Rendite auf. Es gibt also viele Gewinner. Am besten liefen laut dem Wirtschaftsmagazin Titel aus den Bereichen Nicht-Basiskonsumgüter, Informationstechnologie und Finanzdienstleistungen.

Absoluter Spitzenperformer bei den Einzeltiteln sei eine Aktie, von der in Deutschland wohl noch kaum jemand etwas gehört hat: Ulta Salon Cosmetics & Fragrance. Das Papier der Drogeriekette stand am 23. Januar 2009, wenige Tage nach der Amtseinführung von Präsident Obama, bei 6,50 Dollar. Dank einer kräftigen Expansion - die Kette hat mittlerweile rund 950 Läden in den USA - steht die Aktie heute bei rund 266 Dollar. Damit konnten Anleger ein sagenhaftes Plus von 3.994 Prozent einstreichen!

Nur wenig schlechter schlugen sich die Papiere des Streamingdienstes Netflix und des Sportartikelherstellers Under Armour. Aufgrund des technologischen Fortschritts wurde das Streaming von Filmen immer beliebter und Netflix entwickelte sich während Obamas Amtszeit von einem Leih-DVD-Versand zu einem der Big Player im Streaming-Geschäft. Das wirkte sich auch auf den Aktienkurs aus: Die Netflix-Aktie schloss am 20. Januar 2009 bei 4,26 Dollar und notiert nun bei rund 138 Dollar - ein Kursplus von 3.149 Prozent. Der Wert von Under Armour legte im gleichen Zeitraum immerhin noch um rund 1.132 Prozent zu.

Wie viel Verantwortung trägt Obama an dieser Entwicklung?

Nur weil der Aktienmarkt sich unter Barack Obama gut entwickelt hat, muss das aber natürlich nicht heißen, dass ausschließlich er und seine Politik dafür verantwortlich waren. Gerade in den letzten Wochen profitierten viele Titel auch von der Rally nach dem Wahlsieg von Donald Trump, und Obama übernahm das Amt außerdem zu einer Zeit, als die Kurse weltweit am Boden lagen. Es konnte also fast nur nach oben gehen.

Tatsächlich stiegen die Kurse auch schon wenige Wochen nach Obamas Amtsantritt wieder an - als Talsohle am Aktienmarkt gilt gemeinhin der März 2009. Maßnahmen der neuen US-Regierung hätten da jedoch noch kaum Zeit gehabt, ihre Wirkung zu entfalten. Obama legte zwar ein 800 Milliarden Dollar schweres Konjunkturprogramm auf, das Steuersenkungen sowie Investitionen in Infrastruktur und Ausbildungsprogramme umfasste und die Wirtschaft ankurbeln sollte, das entfaltete aber erst in den drauf folgenden Jahren langsam seine Wirkung. Das Rettungsprogramm für die angeschlagenen US-Banken - deren Aktien in den letzten Jahren ebenfalls wieder kräftig zulegten - wurde aber beispielsweise bereits Ende 2008 genehmigt und fiel damit noch in die Regierungszeit von George W. Bush. Zudem trägt auch die Geldpolitik der Fed und anderer Notenbanken weltweit einen großen Anteil daran, dass sich die Aktienmärkte nach dem Einbruch wieder erholt haben und sogar neue Rekorde erreichen konnten.

Natürlich stellt sich da auch die Frage, wie viel ein US-Präsident Donald Trump überhaupt tun kann, um die Kurse weiter anzutreiben. Trump plant zwar auch ein riesiges Konjunkturpaket - und setzt dafür auf nahezu die gleichen Maßnahmen wie Obama - dass er aber in einer Wachstumsphase so viel investieren will, sehen einige Experten durchaus kritisch. Josef Braml von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik sorgt sich gegenüber der "WirtschaftsWoche" um die hohen Schulden, die die USA dafür aufnehmen müssten - während die US-Notenbank gerade die Zinswende einleitet. Die höhere Schuldenlast könnte dafür sorgen, dass die Wirtschaft einen Schock erleidet und die USA in eine neue Krise rutscht, so der Experte.

So schlugen sich andere US-Präsidenten

Wie gut Donald Trump also wirklich für den Aktienmarkt ist, werden wir in vier bis acht Jahren wissen. Sehr viel muss er allerdings nicht leisten, damit am Ende eine bessere Bilanz als beim letzten republikanischen US-Präsidenten George W. Bush stehen bleibt: Unter ihm hatte der S&P 500 um rund 40 Prozent nachgegeben - das Platzen der Dot.com-Blase und die Finanzkrise trugen natürlich ihren Teil dazu bei. Dennoch stehen die letzten demokratischen Präsidenten deutlich besser da. Auch unter Bill Clinton legte der US-Aktienmarkt zu. Vom 20. Januar 1993 bis zum 20. Januar 2001 war der S&P 500 sogar um rund 210 Prozent gestiegen.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Christopher Halloran / Shutterstock.com, mistydawnphoto / Shutterstock.com

Nachrichten zu Netflix Inc.

  • Relevant
    5
  • Alle
    5
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Netflix Inc.

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
17.01.2020Netflix buyUBS AG
17.01.2020Netflix OutperformBernstein Research
14.01.2020Netflix Conviction BuyGoldman Sachs Group Inc.
07.01.2020Netflix overweightJP Morgan Chase & Co.
19.12.2019Netflix Conviction Buy ListGoldman Sachs Group Inc.
17.01.2020Netflix buyUBS AG
17.01.2020Netflix OutperformBernstein Research
14.01.2020Netflix Conviction BuyGoldman Sachs Group Inc.
07.01.2020Netflix overweightJP Morgan Chase & Co.
19.12.2019Netflix Conviction Buy ListGoldman Sachs Group Inc.
18.01.2019Netflix HoldAegis Capital
07.01.2019Netflix NeutralNomura
19.11.2018Netflix NeutralRBC Capital Markets
29.10.2018Netflix NeutralNomura
17.10.2018Netflix NeutralNomura
29.10.2018Netflix SellMorningstar
06.07.2018Netflix SellSociété Générale Group S.A. (SG)
23.01.2018Netflix SellMorningstar
23.01.2018Netflix UnderperformWedbush Morgan Securities Inc.
18.10.2017Netflix SellSociété Générale Group S.A. (SG)

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Netflix Inc. nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!

Heute im Fokus

DAX wenig bewegt -- Pandemie-Sorgen drücken US-Börsen -- Heidelberger Druck: Umsatz- und Gewinnwarnung -- HUGO BOSS überrascht beim Umsatz -- Wacker Neuson, HelloFresh, zooplus, Tesla im Fokus

ZEW-Index stärker als erwartet. adidas will 2020 mehr als 50 Prozent recycelten Polyester verwenden. IfW: Handelsabkommen USA-China schadet der EU maßgeblich. Höhere Ticketpreise stimmen easyJet zuversichtlicher. METRO-Großaktionäre stocken Beteiligung auf. UBS senkt Renditeziel für 2020 bis 2022.

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Die Performance der Rohstoffe in in Q4 2019.
Welcher Rohstoff macht das Rennen?
Die Performance der DAX 30-Werte in Q4 2019.
Welche Aktie macht das Rennen?
Das Schwarzbuch 2019
Wo 2019 sinnlos Steuern verbrannt wurden
Die wertvollsten Marken der Welt 2019
Diese Unternehmen sind vorne mit dabei
Die beliebtesten Arbeitgeber in Deutschland
Hier arbeiten die Deutschen am liebsten
mehr Top Rankings

Umfrage

Glauben Sie, dass die Wirtschaftsform des Kapitalismus gut für die Zukunft ist?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Kontakt - Impressum - Werben - Pressemehr anzeigen
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Ballard Power Inc.A0RENB
Wirecard AG747206
NEL ASAA0B733
Varta AGA0TGJ5
XiaomiA2JNY1
TeslaA1CX3T
Daimler AG710000
Deutsche Bank AG514000
PowerCell Sweden ABA14TK6
Apple Inc.865985
Lufthansa AG823212
Microsoft Corp.870747
EVOTEC SE566480
Plug Power Inc.A1JA81
BASFBASF11