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02.10.2010 06:00

Microsoft-Chef: "Wir akzeptieren unsere Rolle als Technologieführer"

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In der Wirtschaftskrise haben sich die Unternehmen bei der Einführung neuer Technologien zurückgehalten. Nun ist es höchste Zeit für Investitionen, sagt Gastautor Steve Ballmer, Chef von Microsoft. Vor allem in das Cloud Computing – der Auslagerung von Soft- und Hardware ins Web.
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Es hat den Anschein, als habe Europa – und insbesondere Deutschland – die Wirtschaftskrise überwunden. Wesentliche makroökonomische Indikatoren weisen nach oben. Erleichterung und Optimismus machen sich breit. Es wäre jedoch falsch, wenn sich Regierungen und Unternehmen nun in Sicherheit wiegten und darauf vertrauten, dass die Selbstheilungskräfte der Märkte für eine Rückkehr zu nachhaltigem Wachstum ausreichen – in volkswirtschaftlicher wie in betriebswirtschaftlicher Hinsicht. Tatsächlich weisen die Volkswirtschaften in Europa nach wie vor extrem hohe strukturelle Defizite auf, die es abzubauen gilt. Gleichzeitig mit den dazu erforderlichen tief greifenden Sparmaßnahmen sind Programme für einen nachhaltigen Wachstums­schub erforderlich.

Unternehmen, die das akzeptieren und sich dieser Herausforderung stellen, haben Anlass zu Optimismus – zu genau dem Optimismus, der sich gegenwärtig in vielen Ländern Europas breitmacht. Und den wir bei Microsoft teilen. Denn die gesamte IT-Industrie steht ebenfalls vor diesen Post-Rezessions-herausforderungen. Eines hebt uns als IT-Industrie jedoch hervor: Sie entwickelt aktuell Technologien, die Geschäftsprozesse und Marktmechanismen industrieübergreifend verändern werden.

Viele nutzen schon die Cloud und wissen es nicht
Ich traue mich vorauszusagen: Viele Generationen werden sich an die heutige Zeit als die wichtigste in puncto IT-Innovationen erinnern. Im Mittelpunkt dieser Veränderungen steht das Konzept des Cloud Computing: Dabei wird die gesamte IT, angefangen von Infrastruktur über Entwicklungsplattformen bis hin zu Anwendungen, in Form von Diensten im Internet bereitgestellt und nach Bedarf abgerechnet und nicht mehr als Soft- und Hardware – die wie bislang weitverbreitet angeschafft, installiert und betrieben werden muss.

Manch einer wird sich vielleicht fragen: Wie weit ist diese Entwicklung wirklich vorangeschritten? Ich sage: Weiter, als viele von Ihnen denken. In der Realität hat das Cloud Computing für die meisten längst begonnen; nur bemerken sie es kaum. Und das ist ganz im Sinne des Konzepts: In der vielfältigen Microsoft-Welt sind sich einzelne Nutzer wahrscheinlich gar nicht bewusst, dass sie zum Beispiel mit Hotmail den mit 360 Millionen aktiven Accounts weltweit größten webbasierten E-Mail-Dienst als Cloud-Service nutzen. Hier werden E-Mails schon längst in Microsoft-Rechenzentren gespeichert. Ihre Empfänger und Besitzer können sie dadurch lesen und bearbeiten, egal wo sie sind und welches Ge­rät – PC, Laptop, Smartphone oder auch Xbox – sie benutzen. Wer Dienste wie Hotmail oder Windows Live nutzt, interessiert sich für deren Qualität und nicht für die Technik dahinter. Das ist Cloud.

Zurückhaltung der Unternehmen ist verständlich – aber falsch
Wer im Internet – und dabei in der Cloud – ist, kann immer und überall zum Beispiel auf die persönliche Foto-, Musik- oder Videosammlung oder auf andere Dokumente aus Arbeit, Schule und Freizeit zugreifen. In der Cloud verschmelzen diese Welten zum unbegrenzten Kommunikationsraum. Und niemand muss sich Sorgen machen, dass Dokumente verloren gehen. Für die Datensicherheit, für Sicherungs­kopien, Virenschutz und Spam­abwehr sorgen die Cloud-Betreiber. Denn Sicherheit und Datenschutz sind in der Cloud inklusive.


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Dennoch: Angesichts der Markt­turbulenzen in den vergangenen beiden Jahren ist die Zurückhaltung vieler Unternehmen, auf Cloud Computing umzustellen, verständlich. Die frühe Einführung von neuen Technologien ist in wirtschaft­lich schlechten Zeiten mit Risiken verbunden. Für die Cloud gilt das jedoch nicht. Im Gegenteil: Frühe Anwender gewinnen einen geschäftlichen Vorsprung.

IT-Modernisierung wirkt sich positiv aufs Geschäft aus
Bei Microsoft akzeptieren wir unsere Rolle als Technologieführer und werden sie aktiv und nachdrücklich ausbauen: Cloud Computing ist bereits heute ein zentrales Geschäftsmodell für uns. Wir haben in den vergangenen Jahren mehr als eine Milliarde Dollar pro Jahr darin investiert und werden uns künftig ganz darauf konzen­trieren: Ab 2012 werden mehr als 90 Prozent der Microsoft-Entwickler an Anwendungen und Technologien für die Cloud arbeiten.

In Deutschland haben wir vor wenigen Tagen auf unserer Partner­konferenz die Initiative „Go Cloud“ gestartet. Bis 2013 werden wir allein hier 100 Millionen Euro in Cloud Computing investieren. 20 Millionen Euro fließen jährlich in unser Partner-Netzwerk.

Zu den Unternehmen, die am konsequentesten mit uns an der Weiterentwicklung des neuen Paradigmas zusammenarbeiten, gehören Start-ups, die das Unternehmertum in ganz Europa vorantreiben. Ein Beispiel: HR Locker, ein irisches Unternehmen, das eine komplette Personalverwaltungs­lösung aus der Cloud anbietet. HR Locker gehört zum Microsoft-Start-up-Förderprogramm „Bizspark“. HR Locker und andere Innovationsmotoren belegen auch praktisch: In der Cloud können Unternehmen unabhängig von Standort und Land sowie sektorübergreifend auf eine Art und Weise kooperieren, die zuvor nicht möglich war.

Stichwort Kooperation: Microsoft arbeitet in Deutschland mit mehr als 31 000 Partnern aus der Softwarebranche zusammen. Nur so können wir die Möglichkeiten maximieren, die die Cloud eröffnet – für die Partnerunternehmen genauso wie für ihre Kunden. Zu diesen Kunden zählen mittlerweile renommierte Weltmarken wie ­Starbucks, McDonald’s, Quark, 3M, ­Nokia und GlaxoSmithKline.

Unternehmen haben schnell und ohne Investitionsaufwand Zugriff auf neueste Software und Produktivitätswerkzeuge. Solche IT-Modernisierungen wirken sich zentral auf das Geschäft aus. Denn damit lassen sich schnell und ohne Kostenrisiken neue Dienste und Pro­dukte gestalten, entwickeln und einsetzen, die Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit fördern.

Milliardeneinsparungen und technologischer Vorsprung
Zudem spielt die Cloud eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, die Vision eines grünen Eu­ropa voranzutreiben. In einer Zeit, in der Unternehmen mit Strafen rechnen müssen, wenn sie zu viel Energie verbrauchen, sind Einsparungen durch Cloud Computing willkommen. Die durchschnittliche Energieeffizienz von Microsofts Cloud-Rechenzentren, die die insgesamt im Rechenzentrum verbrauchte Ener­gie ins Verhältnis mit der Ener­gieaufnahme der Rechner setzt, beträgt derzeit weltweit 1,6 und soll 2012 auf einen Wert von 1,125 verbessert werden. Das bedeutet, dass der rechenfremde Energiebedarf, etwa für Klimatisierung, nur noch 12,5 Prozent des direkten Energieverbrauchs der Server betragen wird. Zum Vergleich: Im Industriedurchschnitt liegt dieser Wert gegenwärtig zwischen 2,0 und 2,4.

Einige Regierungen, so hört man, wollen ihr Engagement für das Cloud Computing zurückfahren. Andere dagegen verfolgen ihre Investitionsprogramme weiter – und tun gut daran: Die Investitio­nen von heute werden sich langfristig in Einsparungen von mehreren Milliarden Euro und in einem Modernitätsvorsprung der gesamten Volkswirtschaft niederschlagen. Darum ist nun die Zeit gekommen, Flagge zu zeigen. Ich bin mir sicher: Die Cloud wird die Art, wie die Menschen in Zukunft leben und arbeiten, revolutionieren.

Vita Steve Ballmer, CEO Microsoft
Steve Ballmer (54) steht seit dem Rückzug von Microsoft-Gründer Bill Gates im Jahr 2000 an der Konzernspitze. Ballmer war der erste Nichttechniker bei dem Softwarehaus. Der Harvard-Absolvent gilt als schlagkräftig, clever und als begnadeter Motivator.
Das Internet ist voll von ­Videos unter den Schlagwörtern „Steve Ballmer going crazy“. Microsoft ist dank des Betriebssystems Windows und des Büropakets Office der größte Softwarekonzern der Welt. Allein im ab­gelaufenen Geschäftsjahr (30. Juni) wies das Unternehmen einen Nettogewinn von 18,8 Milliarden Dollar aus. Den inoffiziellen Titel des an der Börse höchstbewerteten IT-Unternehmens verlor Microsoft unlängst – an Apple.

Kassenschlager Cloud
Die Marktforscher von IDC sagen ein Wachstum des globalen Umsatzes mit IT-Cloud-Diensten von 17,4 Milliarden Dollar 2009 auf mehr als 44 Milliarden Dollar 2013 voraus. Weltweit werden bereits mehr als 40 000 Cloud-Applikationen auf der Basis der Microsoft Cloud Services von Entwicklern und IT-Profis getestet und eingesetzt. Laut der Marktforschungsgesellschaft Techconsult werden bis Ende 2010 allein im deutschsprachigen Raum 387 Millionen Euro für Cloud Services aufgewendet, der Markt soll ­jährlich um fast 50 Prozent wachsen.

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