Jim Cramer warnt vor Panikverkäufen: Warum Anleger trotz Iran-Krieg Aktien halten sollten

Trotz kriegsbedingter Turbulenzen rät Jim Cramer dringend von Panikverkäufen ab. JPMorgan mahnt jedoch davor, das Eskalationspotenzial zu unterschätzen.
Werte in diesem Artikel
• Jim Cramer rät dazu trotz volatiler Marktlage an Aktien festzuhalten
• Noch keine Korrektur oder Bärenmarkt in Sicht
• JPMorgan sieht die Risiken des Iran-Konflikts als Unterschätzt
Jim Cramer: Marktpanik vermeiden
Jim Cramer warnt eindringlich davor, angesichts der kriegsbedingten Volatilität in Panik zu verfallen und das Portfolio übereilt zu liquidieren. "Auch wenn die aktuelle Lage beängstigend ist, denken Sie daran: Unter fast allen Umständen ist es ratsam, am Markt zu bleiben, schon allein deshalb, weil Sie nach der Beruhigung der Lage bessere Chancen haben, Ihre Verluste wieder wettzumachen", so Cramer in seiner CNBC-Sendung "Mad Money". "Glauben Sie mir, Sie werden es bitter bereuen, wenn Sie alles verkaufen und dann zusehen müssen, wie sich der Markt ohne Sie erholt."
Massive Turbulenzen am Energiemarkt belasteten zuletzt die Börsen weltweit: Nachdem der Iran die dauerhafte Blockade der Straße von Hormus als strategische Waffe bestätigt hatte, verteuerte der Ölpreis schlagartig. Dieser Angebotsschock trieb den Preis für Brent-Öl erstmals seit Jahren wieder über die psychologisch wichtige 100-Dollar-Marke. Die Aktienmärkte reagierten prompt mit deutlichen Abschlägen.
Da niemand das exakte Ende des Konflikts vorhersagen könne, sei ein rechtzeitiger Wiedereinstieg nach einem Totalverkauf faktisch unmöglich. "Es wäre fantastisch, wenn man heute alles verkaufen, die Verluste der kommenden Tage vermeiden und dann noch vor Kriegsende wieder einsteigen könnte", so Cramer. "Das wäre ideal, aber wir haben keine Ahnung, wann der Krieg enden wird."
Wer vor einem Waffenstillstand keine Aktien besitze, werde die unvermeidliche Rally verpassen und seine Verluste nicht mehr wettmachen könne.
"Trump-Faktor" als Sicherheitsnetz?
Ein entscheidender Hoffnungsschimmer in der aktuellen Krise sei laut Jim Cramer die Haltung von US-Präsident Donald Trump, der den Aktienmarkt seit jeher als zentralen Erfolgsindikator begreift. Trotz der jüngsten Verluste beim S&P 500 sei das Ausmaß des Rückgangs rund zwei Prozent innerhalb der vergangenen 4 Wochen noch weit von einer offiziellen Korrektur oder gar einem Bärenmarkt entfernt (Stand der Daten: 16.03.2026).
Eine Korrektur ist als ein Rückgang von mindestens 10 Prozent gegenüber dem Höchststand definiert, während ein Bärenmarkt einen Rückgang von mindestens 20 Prozent aufweist.
Cramer geht davon aus, dass die US-Regierung alles daran setzen werde, den Iran-Konflikt zeitnah beizulegen, um einen tieferen Absturz zu verhindern. Er verweist dabei auf das Frühjahr 2025: Damals revidierte Trump seine drastischen Zollankündigungen innerhalb einer Woche, nachdem die Märkte negativ reagiert hatten.
"Trumps Vorgehen in dieser Präsidentschaft ist ziemlich eindeutig. Er ist bereit, schwierige Entscheidungen zu treffen, die den Markt belasten könnten, aber wenn er zu stark getroffen wird, ist er auch bereit, seine Pläne zu ändern", fügte Cramer hinzu. "Das bedeutet, dass es zu einer Einigung kommen könnte."
Diese Flexibilität lässt Cramer auf ein baldiges diplomatisches Abkommen hoffen - möglicherweise initiiert durch Vermittler in Katar. "Ich bin kein Militärstratege, sondern Aktienstratege. Und ich weiß, dass dieser Krieg früher oder später enden wird", erklärte Cramer. "Wer vor dem Waffenstillstand keine Aktien besitzt, wird höchstwahrscheinlich Geld verlieren", so Cramers Fazit.
JPMorgan: Gefahren des Iran-Kriegs werden unterschätzt
JPMorgan sieht die Risiken des Iran-Kriegs für den Weltmarkt hingegen als Unterschätzt. Seit dem Kriegsbeginn Ende Februar verzeichnete der S&P 500 lediglich moderate Verluste, was in starkem Gegensatz zu historischen Krisen steht. Zum Vergleich: Der Einmarsch des Irak in Kuwait im Jahr 1990 löste einen unmittelbaren Schock aus, der den S&P 500 innerhalb von zwei Monaten um 17 Prozent einbrechen ließ.
Diese aktuelle Gelassenheit der Anleger könnte sich jedoch als gefährliche Fehleinschätzung erweisen, warnt nun die Handelsabteilung von JPMorgan laut Wall Street Online. Laut Andrew Tyler, Leiter der Global Market Intelligence bei der US-Großbank, unterschätzt die Wall Street das Potenzial für eine scharfe Kurskorrektur. Tyler hat sich taktisch "bearish" für US-Aktien positioniert und prognostiziert im Falle eines anhaltenden Konflikts ein Abrutschen des S&P 500 um bis zu 10 Prozent auf etwa 6.270 Punkte. Besonders brisant sei die Einschätzung, dass ein Großteil der Marktteilnehmer auf ein solches Szenario derzeit nicht vorbereitet ist.
Die US-Bank betont dabei das Spannungsfeld zwischen soliden makroökonomischen Rahmendaten, die Risikoanlagen eigentlich stützen, und den unberechenbaren geopolitischen Gefahren. Sollte jedoch zeitnah ein diplomatischer Ausweg oder ein Ende der Kampfhandlungen gefunden werden, könnten sich die Risiken ebenso schnell wieder verflüchtigen. In diesem Fall würde die Bank ihre negative Haltung revidieren, da die grundlegende Wirtschaftslage weiterhin positiv bewertet wird. Solange der Konflikt jedoch schwelt, bleibt die Warnung bestehen: Die Ruhe an der Börse könnte trügerisch sein.
Ob sich Cramers Optimismus hinsichtlich eines diplomatischen "Trump-Deals" bewahrheitet oder JPMorgans Warnung vor einer verspäteten Korrektur eintritt, wird sich jedoch noch entscheiden.
Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net
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