Höheres Angebot

Lufthansa-Aktie unbeeindruckt: Auf Wachstumskurs nach gutem Jahr - Rekordumsatz

06.03.26 19:20 Uhr

Lufthansa-Aktie unverändert: Nach starkem Jahr weiter auf Wachstumspfad | finanzen.net

Die Lufthansa Group hat im vergangenen Jahr den höchsten Umsatz ihrer Konzerngeschichte erzielt und ihr operatives Ergebnis zweistellig gesteigert.

Der Cashflow fiel deutlich besser aus als prognostiziert. Dies ist unter anderem auf ein höheres Angebot zurückzuführen. Zudem ist die Kernmarke Lufthansa wieder profitabel, und der Konzern verbuchte weniger Kosten für Flugausfälle und Verspätungen. Das Frachtgeschäft profitierte von einer stabilen Marktnachfrage und einem starken Geschäft in Asien. Die Aktionäre sollen eine um 3 Cent höhere Dividende von 0,33 Euro pro Aktie erhalten.

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Im laufenden Jahr 2026 soll das Angebot wie im vergangenen Jahr um 4 Prozent ausgeweitet werden. Der im MDAX notierte Airline-Konzern erwartet weiteres Umsatzwachstum, eine "signifikante" Ergebnissteigerung sowie eine weitere Verbesserung seiner Marge, verwies aber auf eine erhöhte Prognoseunsicherheit aufgrund der Situation im Nahen Osten.

Der Konzernumsatz stieg im Geschäftsjahr 2025 um 5 Prozent auf 39,6 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte um 19 Prozent auf 1,96 Milliarden Euro zu. Die bereinigte EBIT-Marge verbesserte sich von 4,4 Prozent im Vorjahr auf 4,9 Prozent. Der bereinigte freie Cashflow wuchs um 41 Prozent auf 1,19 Milliarden Euro. Der Konzern hatte einen bereinigten freien Cashflow auf dem Vorjahresniveau von 849 Millionen Euro in Aussicht gestellt, Analysten hatten mit 941 Millionen gerechnet.

Den Umsatz sahen die Marktbeobachter im Konsens bei 39,9 Milliarden, das bereinigte EBIT bei 1,91 Milliarden Euro.

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Lufthansa-Aktie mit Erholungsversuch? - Will Gewinnverbesserung

Die Jahreszahlen und der Ausblick der Lufthansa kamen am Freitag im XETRA-Handel bei den zuletzt leidgeplagten Anlegern zunächst einmal gut an. Dennoch drehte sich die Stimmung im Handelsverlauf. So notiert die Aktie letztlich unbewegt bei 8,12 Euro, nachdem zuvor noch Gewinne verzeichnet wurden. Der Krieg mit seinen Auswirkungen auf die Treibstoffpreise und den Reiseverkehr hatte den Kurs zuletzt nahe der 8-Euro-Marke auf ein Tief seit Mitte Dezember gedrückt.

Branchenexperte Ruairi Cullinane von der kanadischen RBC schrieb in einem ersten Kommentar, die Fluggesellschaft habe im vierten Quartal die Erwartungen übertroffen. Außerdem plane das Unternehmen 2026 mit einer weiteren deutlichen Gewinnsteigerung, was vor dem Hintergrund der jüngsten Kursverluste positiv sei.

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Allerdings gibt es auch kritische Stimmen: Alex Irving von Bernstein Research sagte, übertroffene Erwartungen im vierten Quartal seien von "niedriger Qualität", da vor allem in Randbereichen erzielt und von Konsolidierungseffekten beeinflusst. Bezüglich des Ausblicks stellt der Experte infrage, ob dieser die Auswirkungen des Iran-Krieges berücksichtige.

Lufthansa wittert neben Risiken auch Chancen aus Nahostkrise

Der Lufthansa-Konzern sieht in der Nahostkrise zumindest kurzfristig auch Chancen für sein eigenes Geschäft. Die Vorbuchungen für Direktflüge in Richtung Asien lägen derzeit 75 Prozent über dem Vorjahreswert, sagte Konzernchef Carsten Spohr bei der Vorstellung der Jahresbilanz. Grund sind die stillstehenden Drehkreuze der Golf-Airlines Emirates und Qatar aus den Arabischen Emiraten, die sonst einen Großteil des Verkehrs nach Asien, Australien und Afrika abwickeln.

Angesichts der fortgesetzten Raketen- und Bombenangriffe im Iran und Anrainerstaaten werde die Lufthansa alles tun, um gestrandete Gäste von eigenen und fremden Fluggesellschaften aus der Region zu holen, sagte Spohr. Derzeit könnten die Lufthansa-Airlines jedoch aus Sicherheitsgründen manche Flughäfen nicht ansteuern.

Zusätzliche Flüge geplant

Die Flugzeuge kann das Unternehmen aber an anderer Stelle gut gebrauchen: Wegen der starken Nachfrage werde der Konzern in den nächsten Tagen zusätzliche Flüge etwa nach Bangkok, Singapur, Kapstadt, Shanghai oder Delhi anbieten, kündigte Spohr an. Auch bei der Luftfracht gebe es eine Sondernachfrage, berichtete er aus dem Geschäft von Lufthansa Cargo.

In den kommenden Wochen will Lufthansa auch Riad in Saudi-Arabien verstärkt anfliegen. Dorthin war am Freitag ein Linienflug aus München unterwegs, musste aber wegen einer Flughafensperre nach Kairo abdrehen. Das Flugzeug sollte später dennoch den saudischen Flughafen ansteuern, um danach mit mehr als 200 Passagieren an Bord zurück nach München zu fliegen.

Höhere Ticketpreise kommen

Kunden müssen sich wegen des verknappten Angebots und der notwendigen Umfliegung gesperrter Lufträume auf höhere Ticketpreise einrichten. Es sei aber noch zu früh, um langfristige Entwicklungen zu erkennen, sagte Spohr. Grundsätzlich sei es ein hohes Risiko für Europa, wichtige Verkehrsströme unmittelbar an der iranischen Grenze zu bündeln. Gegen starke Preissteigerungen beim Kerosin sei Lufthansa im laufenden Jahr großenteils mit Termingeschäften geschützt.

Vergessliche Passagiere?

"Wir wissen letztendlich nicht, wie lange dieser Effekt am Golf anhält. Ob das eine Zäsur ist oder eine nur eine vorübergehende Erscheinung", sagte der Lufthansa-Chef. Allerdings dürften sich die Reiseströme nach seiner Einschätzung nicht nur kurzfristig verschieben. So werde die Golfregion als Reiseziel sicher künftig attraktiv bleiben, doch die dortigen Drehkreuze für Umsteigeverbindungen dürften langsamer wachsen als zuletzt. Allerdings macht sich Spohr keine Illusionen: "Es gibt Menschen, die schnell vergessen und das günstigste Ticket wieder kaufen."

Im laufenden Jahr will der Manager das Flugangebot auf der Langstrecke ausbauen und den Gewinn des Konzerns im Tagesgeschäft deutlich steigern. Dazu beitragen soll das Sanierungsprogramm für die Kernmarke Lufthansa Airlines, die 2025 in die schwarzen Zahlen zurückkehrte.

Gewerkschaft VC lässt Eurowings-Piloten über Streik abstimmen

Bei der Lufthansa Group droht ein Arbeitskampf bei der Tochter Eurowings: Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat am Freitag beschlossen, bei der Regionalfluggesellschaft eine Urabstimmung einzuleiten, nachdem die Verhandlungen für einen Tarifvertrag zur betrieblichen Altersvorsorge gescheitert sind. Bis zum 16. März um 10 Uhr können die Flugzeugführer der Lufthansa-Tochter über die Maßnahmen abstimmen, wie die Gewerkschaft mitteilte.

"Wir können nicht erkennen, dass die Geschäftsleitung zu ernsthaften Verhandlungen und einem Entgegenkommen bereit ist. Unsere Mittel sind daher ausgeschöpft und die Verhandlungen gescheitert", sagte VC-Präsident Andreas Pinheiro laut der Mitteilung.

Erst in der vergangenen Woche hatten die Piloten der Lufthansa-Tochter Cityline einen Arbeitskampf abgesegnet. Ein Streik dürfte jedoch nicht unmittelbar bevorstehen. Vor dem Hintergrund des Konfliktes im Nahen Osten hat die Gewerkschaft VC vorerst auf Arbeitskampfmaßnahmen verzichtet, um die Stabilität und Verlässlichkeit des Luftverkehrssystems zu gewährleisten.

DOW JONES / FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquellen: Vytautas Kielaitis / Shutterstock.com, Jorg Hackemann / Shutterstock.com

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